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Kolumbien: Der Friedensprozess ist nicht tot!

Einige Medi­en in Deutsch­land — aber auch in Kolumbi­en — ver­mit­teln den Ein­druck, dass die FARC den bewaffneten Kampf wieder aufgenom­men hat und das Friedens­abkom­men damit prak­tisch tot sei. (so z.B. ND vom 29.8.2019 oder Amer­i­ca-21 vom 30.8.2019. Diesem Ein­druck muss ganz klar wider­sprochen wer­den. Es ist eine kleine Gruppe von Dis­si­den­ten, die den bewaffneten Kampf wieder aufgenom­men hat, aber die FARC als poli­tis­che Partei und mit ihr die über­wiegen­den Mehrheit aller Ex-Guerilleros ste­hen zum Frieden­sprozess.

Allerd­ings, und das ist das Trau­rige, sind unter den Dis­si­den­ten drei hochrangige ehe­ma­lige Kom­man­dan­ten der FARC-EP. Unter ihnen sog­ar der Ver­hand­lungs­führer bei den Friedens­ge­sprächen von Havan­na Iván Márquez. Das macht die Sache außeror­dentlich kom­pliziert. Und natür­lich — kurz vor den Wahlen zu den Region­al­par­la­menten im Okto­ber — macht diese Nachricht allewelt völ­lig kon­fus. Ich würde mich nicht wun­dern, wenn das Wass­er auf die Mühlen der Gegen­er des Friedens­abkom­mens ist. Und tat­saäch­lich hat Alvaro Uribe sich auch schon zu Wort gemeldet und die kom­plette Annulierung des Friedens­abkom­mens gefordert. Präsi­dent Duque sprach in ein­er Fernse­hbotschaft von ein­er “eine Bande von Dro­gen­händlern und Ter­ror­is­ten, die den Schutz und die Unter­stützung der Dik­tatur von (dem vene­zolanis­chen Präsi­den­ten) Nicolás Maduro genießt”. Der Vertei­di­gungsmin­is­ter Venezue­las sah darin einen Vor­wand, einen möglichen Krieg gegen Venezuela zu legit­imieren.

Die Wieder­be­waffnung eines Teils der Farc-EP wird in der öffentlichen Diskus­sion in Kolumbi­en von recht­en Kreisen hochge­spielt, um gle­ichzeit­ig die unheil­volle Wirkung der rechts­gerichteten Paramil­itärs herun­terzus­pie­len. In Wirk­lichkeit hal­ten 90 Prozent der Ex-Guerilleros weit­er­hin am Frieden­sprozess fest, wie nicht nur die poli­tis­che Partei FARC (»Fuerza Alter­na­ti­va Rev­olu­cionar­ia del Común«) son­dern auch kolumbian­is­che Regierungsvertreter her­vorheben.

Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen macht­en indes die Regierung Duque und vor allem das rechgerichtete »Cen­tro Demo­c­ra­ti­co« von Ex-Präsi­dent Alvaro Uribe für die Wieder­be­waffnung der FARC-Dis­si­den­ten ver­ant­wortlich. Sie hät­ten durch Verzögerung und Nichter­fül­lung der Vere­in­barun­gen von Havan­na eine große Ver­ant­wor­tung für die jet­zige Sit­u­a­tion zu tra­gen.

In ein­er Pressekon­ferenz der poli­tis­chen Partei FARC (»Fuerza Alter­na­ti­va Rev­olu­cionar­ia del Común«) wurde die Entschei­dung von Iván Márquez und anderen Ex-Kom­man­dan­ten scharf kri­tisiert. Es wurde bekräftigte, die Vere­in­barun­gen von Havan­na nach wie vor einzuhal­ten und mit Nach­druck und Entschlossen­heit für die Umset­zung des Frieden­sprozess­es einzutreten. Gle­ichzeit­ig wurde die Regierung aufge­fordert, ihre Block­ade­hal­tung aufzugeben und endlich den poli­tis­chen Willen für eine zügige Umset­zung der Vere­in­barun­gen von Havan­na zu beweisen. Gegen Márquez, Santrich u.a. wird ein Parteiauss­chlussver­fahren beantragt.

In der kolumbian­is­chen Öffentlichkeit hat der Schritt der Exkom­man­dan­ten enorme Irri­ta­tio­nen aber auch eine neue Diskus­sion­swelle über den Frieden­sprozess aus­gelöst. Die Argu­mente reichen von »das war doch zu erwarten« bis zu dem Vor­wurf an den Uribis­mo, einen Teil der FARC sys­tem­a­tisch und vorsät­zlich in den Krieg gedrängt zu haben.

Quellen:

Veranstaltung im Rahmen der Bonner Friedenstage:
»Zur Bedeutung sozialer Netzwerke bei der
Konfliktbefriedung in Kolumbien« (18.9.2019)

Im Rah­men der Bon­ner Frieden­stage, die vom 30.8. bis zum 28.9.2019 stat­tfind­en, laden COLPAZ und WISSENSKULTUREN zu ein­er Vor­tragsver­anstal­tung ein, die sich mit der Frage der Wiedere­ingliederung von ehe­ma­li­gen Kom­bat­an­ten der FARC-Gueril­la befasst.

Ref­er­ent: Andreas Glück­er, Bonn
Datum: Mittwoch, den 18. Sep­tem­ber 2019, 18:30 — 20:30 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Mit dieser Ver­anstal­tung wollen wir über die schwierige Sit­u­a­tion in Kolumbi­en informieren und damit einen Beitrag leis­ten, in der deutschen Öffentlichkeit das Ver­ständ­nis des kom­plizierten Frieden­sprozess­es in dem Land zu fördern und das Engage­ment bon­ner Bürg­er für die Frieden­sar­beit im glob­alen Süden zu unter­stützen.

Der Vor­trag basiert auf ein­er Befra­gung von ehe­ma­li­gen Kom­bat­an­ten der FARC-Gueril­la, die während ihres Aufen­thaltes in einem der Rein­te­gra­tionszen­tren zu ihren Hoff­nun­gen, Bedürfnis­sen, Äng­sten sowie zur sozialen Unter­stützung befragt wur­den. Die Ergeb­nisse illus­tri­eren die Her­aus­forderun­gen, die sich dabei stellen, nach jahre­langem Kampf gegen den Staat wieder ein akzep­tiertes Mit­glied der Gesellschaft zu wer­den. Im Kon­text der schlep­pen­den Umset­zung des Ver­trags und des gerin­gen Rück­halts in Teilen der Gesellschaft, zeigt der Vor­trag die Bedeu­tung der sozialen Net­zw­erke der ehe­ma­li­gen FARC-Kämpfer für eine erfol­gre­iche Wiedere­ingliederung.

Angesichts der jüng­sten Entwick­lun­gen, ins­beson­dere der Wieder­auf­nahme des bewaffneten Kampfes durch eine kleine aber dur­chaus ein­flussre­iche Gruppe der bere­its demo­bil­isierten FARC-Gueril­la Ende August, macht der Vor­trag die Fragilität des Frieden­sprozess­es deut­lich. Und er zeigt auch, wie riskant die Verzögerungstak­tik der gegen­wär­ti­gen kolumbian­is­chen Regierung unter Präsi­dent Duque für den Frieden im Lande ist.

bmz-logo Die Ver­anstal­tung wird gefördert durch Engage­ment Glob­al mit finanzieller Unter­stützung des Bun­desmin­is­teri­ums für wirtschaftliche Zusam­me­nar­beit.

 

Das voll­ständi­ge Pro­gramm der Bon­ner Frieden­stage find­en Sie auf der Web­site des Net­zw­erkes Frieden­sko­op­er­a­tive . Der Pro­gramm­fly­er ist hier auch zum Down­load erhältlich.

Veranstaltungsreihe Kolumbien (VIII):
»Zur Situation der afrokolumbianischen Gemeinden im Chocó« (3.7.2019)

Vor­trags- und Diskus­sionsver­anstal­tung der Kolumbi­en­gruppe COLPAZ in Koop­er­a­tion mit »Wis­senskul­turen e.V.«. Ref­er­enten: Ursu­la Holzapfel und Ulrich Koll­witz, Quib­do, Kolumbi­en.

Datum: Mittwoch, den 3. Juli 2019, 19:00 — 21:00 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Die achte Ver­anstal­tung unser­er Rei­he zum Frieden­sprozess in Kolumbi­en hat­te zwei Schw­er­punk­te: Neben der Berichter­stat­tung über die aktuelle Sit­u­a­tion befassten wir uns mit der Frage, wie, d.h. mit welchen Organ­i­sa­tions- und Aktions­for­men die Afrokolumbian­er im Choco sich gegen die erneut zunehmende Bedro­hung durch bewaffnete Grup­pen in ihrem Gebi­et zu wehren ver­suchen. Der Friedensver­trag von Havan­na hat­te u.a. expliz­it den Anspruch der Zivilge­sellschaft und der eth­nis­chen Min­der­heit­en auf poli­tis­che Par­tizipa­tion sowie das Recht auf poli­tis­che Oppo­si­tion gestärkt. Und es lässt sich beobacht­en, dass dieses Recht auch mehr und mehr wahrgenom­men wird. Mal mehr, mal weniger mil­i­tant. So haben beispiel­sweise im Früh­jahr d.J. indi­gene Grup­pen erst nach ein­er wochen­lan­gen Block­ade der wichti­gen Nord-Süd-Verbindung im Cau­ca-Tal (»Pan Amer­i­cana«) die Regierung ver­an­lassen kön­nen, sich mit ihrer präk­eren Lage mehr als nur rhetorisch zu befassen. Die indi­ge­nen Grup­pen in Kolumbi­en kön­nen allerd­ings auf eine z.T. jahrhun­dertealte Tra­di­tion und gut einge­spielte Organ­i­sa­tions­for­men zurückschauen. Die Teil­nehmer unser­er Ver­anstal­tung woll­ten wis­sen, inwieweit es ver­gle­ich­sweise Organ­i­sa­tions­for­men auch bei den afrokolumbian­is­chen Gemein­schaften gibt. Auf welche Tra­di­tion sie sich beziehen, welche prak­tis­chen Prozesse sich in den let­zten Jahren vol­l­zo­gen haben und wie sta­bil existierende Net­zw­erke sind, um einen wirk­samen Schutz gegen paramil­itärische Über­griffe zu bieten. Ursu­la Holzapfel und Ulrich Koll­witz arbeit­en seit mehr als 30 Jahren mit den afrokolumbian­is­chen Grup­pen im Choco und kon­nten aus einem reich­halti­gen Erfahrungss­chatz bericht­en.

Dark Ages 2.0”: Social Media And Their Impact

Vom 25. Bis 29. Juni 2019 find­et in Urbino, Ital­ien, die »15th Inter­na­tion­al Con­fer­ence of Socio­cy­ber­net­ics« mit dem Titel »“Dark Ages 2.0”: Social Media And Their Impact« statt. WISSENSKULTUREN ist mit mehreren Vorträ­gen vertreten. Hier ein Auszug aus der Kon­feren­zankündi­gung:

In 2009 the ISA Research Com­mit­tee 51 on Socio­cy­ber­net­ics host­ed its annu­al con­fer­ence in Urbino. The title of the con­fer­ence was »Moder­ni­ty 2.0: emerg­ing social media tech­nolo­gies and their impact«. Along the line of vision­ary found­ing fathers of cyber­net­ics and sys­tems the­o­ry, the call solicit­ed inter­dis­ci­pli­nary con­tri­bu­tion to explore the pos­si­bil­i­ties and tack­ling the chal­lenges of a “new extra­or­di­nary change that we can bare­ly describe today”. A decade lat­er, hav­ing wit­nessed the first impact of social media on soci­ety, it is about time to call for a new socio­cy­ber­net­ic forum to reflect on what we learned so far and the future per­spec­tives.

The antic­i­pat­ed dis­rup­tive poten­tials of dig­i­tal and social media unleashed on our soci­ety but the out­comes appear to be dark­er than what envi­sioned by schol­ars ten years ago. The entire indus­try is heav­i­ly con­cen­trat­ed in the hands of few orga­ni­za­tions (Face­book, Google, Ama­zon, Apple and Microsoft). Our medi­at­ed pri­vate and pub­lic con­ver­sa­tions increas­ing­ly take place on pow­er­ful plat­forms owned by pri­vate orga­ni­za­tions that, in a clas­sic feed­back loop, lever­age these data to tar­get adver­tise­ments tai­lored to our tastes and pref­er­ences. Con­tents on these plat­forms are sort­ed and fil­tered by pro­pri­etary algo­rithms that pri­or­i­tize most engag­ing con­tents. Traf­fic to news source is increas­ing­ly dri­ven by these algo­rithms and so are their rev­enues. For the first time in his­to­ry, a hand­ful of glob­al pri­vate orga­ni­za­tions are more pow­er­ful and rich than an entire coun­try. At the same time, their man­age­ment appears unable to address prob­lem­at­ic issues such as mis­in­for­ma­tion and dis­in­for­ma­tion spread­ing ram­pant on social media plat­forms and mes­sag­ing apps. The goal of mak­ing the “world more open and con­nect­ed” comes with unin­tend­ed con­se­quences. Bil­lions of peo­ple inter­act­ing in an unprece­dent­ed com­plex medi­at­ed dig­i­tal envi­ron­ment proved to be hard to gov­ern even for the own­er of the plat­form itself.

Once again, the orig­i­nal issues of steer­ing and con­trol­ling at the roots of cyber­net­ics seems to be a core con­cept to under­stand a soci­ety where human beings increas­ing­ly inter­act through and with machines. The dialec­tic between con­trol of this plat­forms (and lack of there­of) is cen­tral to face some of the main chal­lenges of con­tem­po­rary soci­ety. The exploita­tion of behav­iours and indi­vid­ual choic­es, of con­tents gen­er­at­ed and shared by users feed the algo­rithms and cre­ate the inter­nal order. And, at the same time, the vari­ety pro­duced by indi­vid­u­als is used to increase the inter­nal com­plex­i­ty of the sys­tem itself. Vis­i­ble per­ma­nent pub­lic con­ver­sa­tions and inter­ac­tions are increas­ing­ly scru­ti­nized and ana­lyzed to get a real time pulse of the pub­lic opin­ion. As a result, these real time quan­ti­fied atten­tion indi­ca­tors become a tar­get worth to be hacked through unau­then­tic users and behav­iours aimed at inflat­ing likes, shares and reach­es of cer­tain con­tents and ideas. In a quin­tes­sen­tial exem­pli­fi­ca­tion of the effects of self-obser­va­tion in social sys­tems, the pub­lic opin­ion observed through the dis­tort­ed mir­ror of social media affects cit­i­zen opin­ions and behav­iors. The whole mis­in­for­ma­tion and dis­in­for­ma­tion issue filed under the “fake news” label calls into account the role played by the observ­er and the divi­sive­ness, point­ed out by Heinz von Foer­ster, brought by those claim­ing to speak the Truth. Claude Shannon’s orig­i­nal con­cept of infor­ma­tion as a func­tion of the prob­a­bil­i­ties help to explain why made up news tend to trav­el fast and spread quick­er than legit­i­mate news sto­ries. Fur­ther­more, Luhmann’s descrip­tion of the codes that dif­fer­en­ti­ate func­tion­al sys­tems in mod­ern soci­ety sup­ports the idea of a co-exis­tence of mul­ti­ple dif­fer­ent per­spec­tive that goes beyond the dis­tinc­tion between true and false (or the domain of the sys­tem of sci­ence).

Vortrag bei Friedrich-Spee-Akademie, Bonn:
»Kolumbiens fragiler Frieden« (9.5.2019)

Nach dem Vor­trag von Michael Pae­tau am 20. April 2017 zum The­ma »Kon­flikt und Frieden­sprozess in Kolumbi­en« , war es bere­its die zweite Ver­anstal­tung, die die Friedrich-Spee-Akademie, Bonn« zum The­ma des Frieden­sprozess­es in Kolumbi­en durch­führte. Während es vor zwei Jahren vor allem um die Grund­la­gen des in Havan­na aus­ge­han­del­ten Friedensver­trages zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la ging, stand dies­mal die verän­derte poli­tis­che Sit­u­a­tion nach den Par­la­ments- und Präsi­dentschaftswahlen 2018 und die damit ver­bun­de­nen neuen Schwierigkeit­en bei der Umset­zung der Vere­in­barun­gen von Havan­na im Mit­telpunkt. Die bish­er ohne­hin schlep­pende Umset­zung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der FARC-Gueril­la und der Regierung unter Präsi­dent Juan Manuel San­tos läuft Gefahr zu scheit­ern, da der neue Präsi­dent Iván Duque, der am 8. August 2918 sein Amt antritt, als Geg­n­er des Friedens­abkom­mens gilt. Ein weit­eres The­ma war die Men­schen­rechtssi­t­u­a­tion in dem >Land, die sich im Jahre 2018 drama­tisch ver­schärft hat.

Ref­er­ent: Dr. Michael Pae­tau (»Wis­senskul­turen e.V.« und »COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en«, Bonn
Datum: Don­ner­stag, den 9. Mai 2019, 19 Uhr
Ort: Kul­turs­tiftung Pfen­nigs­dorf, Pop­pels­dor­fer Allee 108, 53115 Bonn

Einzel­heit­en ent­nehmen Sie bitte dem Pro­gramm der »Friedrich-Spee-Akademie« für das Som­merse­mes­ter 2019:
FSA-BONN-SoSe-2019

Vortrag bei AGB-Bonn:
»Der Friedensprozess in Kolumbien« (4.12.2018)

Auf Ein­ladung der »Arbeits­ge­mein­schaft für Bil­dung und Kul­tur Bonn und Umge­bung e.V« AGB-Bonn hielt Michael Pae­tau einen Vor­trag zum gegen­wär­ti­gen Stand des Frieden­sprozess­es in Kolumbi­en. Neben ein­er grundle­gen­den Ein­führung in die Inhalte des Friedens­abkom­mens von Havan­na und ein­er Betra­ch­tung der Ursachen des Gewaltkon­flik­tes, wurde die verän­derte poli­tis­che Sit­u­a­tion nach den Par­la­ments- und Präsi­dentschaftswahlen 2018 the­ma­tisiert. Des Weit­eren wurde auf die Men­schen­rechtssi­t­u­a­tion in dem Land einge­gan­gen, die sich im Jahre 2018 drama­tisch ver­schärft hat.

Ref­er­ent: Dr. Michael Pae­tau (»Wis­senskul­turen e.V.« und »COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en«, Bonn
Datum: Dien­stag, den 4. Dezem­ber 2018, 19 Uhr
Ort: Vor­tragssaal der ABK, Am Kur­park 7, 53175 Bonn

Einzel­heit­en ent­nehmen Sie bitte dem Pro­gramm der ABK für Novem­ber und Dezem­ber 2018:
ABK-Aktuell‑3–2018

Dritter Block der Filmreihe zum kolumbianischen Friedensprozess
(12. — 14. 11. 2018)

Der dritte Block unser­er Film­rei­he zur Unter­stützung des kolumbian­is­chen Frieden­sprozess­es beste­ht aus vier Fil­men, die an drei Tagen hin­tere­inan­der gezeigt wer­den:

  • Mon­tag, den 12. Novem­ber 2018, 20 Uhr:
    »Hell in Par­adise« (Die Hölle im Paradies. Kolumbi­en: Die bluti­gen Spuren der Ölpalme«,
    Regie: Frank Gar­be­ly, Schweiz 2009 (wir zeigen die englis­chsprachige Ver­sion des Films)
  • »Fron­tera Invis­i­ble«, Regie: Nicolás Richat & Nico Muzi, Kolumbi­en 2016, OmeU,

»Sie wollen ihr Land zurück. Viele kolumbian­is­che Klein­bauern wur­den ille­gal enteignet und ver­trieben durch Groß­grundbe­sitzer, die vom weltweit­en Boom von Palmöl prof­i­tieren woll­ten. Der Film lässt die Klein­bauern erzählen und doku­men­tiert die Zer­störung des sozialen und natür­lichen Leben­sraumes.«

     

  • Dien­stag, den 13. Novem­ber 2018, 20 Uhr:
    »Ciro y Yo«, Regie: Miguel Salazar, Kolumbi­en 2018, OmeU,

»Wie es ist, zwis­chen alle Akteure des Krieges zu ger­at­en, erzählt die Geschichte von “Ciro”, einem kolumbian­is­chen Klein­bauern. Er wurde von seinem Land ver­trieben, ver­lor zwei sein­er Söhne und seine Frau. Er ste­ht beispiel­haft für die ca. 8 Mil­lio­nen Ver­triebe­nen dieses Krieges. Im Insti­tu­tio­nend­schun­gel der kolumbian­is­chen Haupt­stadt Bogo­ta bemüht er sich um die von der Regierung ver­sproch­ene neue Woh­nung.«

     

  • Mittwoch, den 14. Novem­ber 2018, 20 Uhr:
    »Los Col­ores de la Mon­taña«, Regie: Car­los Cesar Arbe­laez, Kolumbi­en 2012, OmeU,

»Wenn Gewalt zum All­t­ag wird. Manuel ist 9 Jahre alt und lebt in einem kolumbian­is­chen Dorf. Er möchte Fußball­star wer­den. Und spielt deshalb lei­den­schaftlich gerne mit seinen Fre­un­den draußen Fußball. Manuel lebt mit der ständi­gen Bedro­hung und den trau­ri­gen Fol­gen des Krieges, zwis­chen dessen Fron­ten er aufwächst und vom Leben träumt.«

 


(Foto: Fron­tera Invis­i­ble)

 

Alle Filme wer­den im Kino in der Brot­fab­rik gezeigt. Im Anschluss an die Vor­führung ste­hen die Regisseur*innen bzw. Pro­tag­o­nis­ten per Videokon­ferenz für eine Diskus­sion zur Ver­fü­gung.

Flyer zum Download:

»Das Flüstern des Jaguars«

Ab 4. Okto­ber 2018 kommt der deutsch-kolumbian­isch-brasil­ian­is­che Film »Das Flüstern des Jaguars« (Orig­i­nal-Titel: »O Sus­sur­ro do Jaguar«) in die deutschen Kinos. Der Film hat­te seine Wel­tur­auf­führung  2017  bei der Doc­u­men­ta 14 in Kas­sel und wurde bei den Film­fest­spie­len in Carta­ge­na de Indias  (FICCI 58)  2018 als Film mit der besten Regie aus­geze­ich­net. Seine Pro­duk­tion hat­te WISSENSKULTUREN mit eige­nen Pro­jek­t­för­der­mit­teln unter­stützt. Wir grat­ulieren dem brasil­ian­is­chen und deutsch-kolumbian­is­chen Regisseur*innen-Duo Thais Guisas­o­la und Simon(e) Jaikir­i­u­ma Pae­tau zu dem Erfolg des Films und freuen uns über seinen Kinos­tart in Deutsch­land.

In Bonn wird der Film am 7. Okto­ber 2018 gezeigt  (WOKI)  und in Köln vom 03.- 08. Novem­ber  (Film­palette)  im Rah­men von KINO LATINO.  (Sämtliche Ter­mine sind weit­er unten aufge­lis­tet) Ein Trail­er kann hier ange­se­hen wer­den.

Das Flüstern des Jaguars ist ein Queer-Punk-Road­movie, das ent­lang des Ama­zonas spielt und sich mit indi­gen­em Wis­sen und der Erfahrung von Trancezustän­den durch medi­zinis­che Pflanzen beschäftigt. Queer­ness wird hier­bei nicht nur als The­ma ver­standen, son­dern als eine Methodik,als ein spez­i­fis­ch­er kine­matographis­ch­er Blick, als eine Per­spek­tive, die einen Bruch vol­lzieht mit dem dominieren­den het­ero­nor­ma­tiv­en Nar­ra­tiv und den lin­earen Prozessen, wie sie im Kino von heute üblich sind. Durch diesen queeren Blick geht der Film nicht nur The­men wie Gen­der und sexu-elle Iden­tität an, son­dern konzen­tri­ert sich darüber hin­aus auf den Zugang zu einem Ur- Wis­sen durch indi­gene Heilpflanzen, Tot, Jugend und Poli­tik. Der Film etabliert einen Dia­log zwis­chen Geschicht­en der Kolo­nial­isierung, Mod­ernisie- rung, Umweltzer­störung und Jaguaren inner­halb aktueller brasil­ian­is­ch­er und lateinameri- kanis­ch­er poli­tis­ch­er Land­schaft.

Die kolumbian­is­che Zeitschrift ARCADIA schreibt in ein­er Rezen­sion: »Dieses Road­movie, das im Ama­zonas spielt, ist eben­so sen­si­bel für Queer­ness, wie auch für Punk und erzählt die Geschichte eines jun­gen Mäd­chens, Ana, die die Asche ihres Brud­ers, eines Aktivis­ten, bei sich trägt. Auf dem Weg wird sie kon­fron­tiert mit ihrem eige­nen Ego, Tod, der poli­tis­chen und ökol­o­gis­chen Land­schaft, dem Hybri­den, dem Indi­ge­nen, dem Postkolo­nialen, dem Ver­lust und natür­lich mit den Jaguaren.« (Arca­dia, 05. 03. 2018)

Ter­mine in Anwe­sen­heit der Regisseur*in und Darsteller*in Simon(e) Jaikir­i­u­ma Pae­tau (alle Filme OmU):

  • 04. Okto­ber (Kinos­tart) // Wolf Kino // Berlin
  • 07. Okto­ber // Woki // Bonn
  • 08. Okto­ber // Orfeos Erben // Frank­furt am Main
  • 09. Okto­ber // Union Filmthe­ater // Berlin
  • 10. Okto­ber // Baby­lon // Berlin
  • 15. Okto­ber // Lod­der­bast // Han­nover
  • 29. Okto­ber // Casablan­ca Filmkun­stthe­ater // Nürn­berg
  • 03.- 08. Novem­ber // Film­palette // Köln (im Rah­men von KINO LATINO)
  • TBA // Aba­ton // Ham­burg

Weit­ere Start­ter­mine ohne Anwe­sen­heit der Regisseur*in

  • ab 04.Oktober // Luru Kino in der Spin­nerei // Leipzig
  • ab 18. Okto­ber // Werk­stat­tki­no // Münche

Presse­matier­i­al kann hier herun­terge­laden wer­den.

Zweiter Film in der Reihe zum kolumbianischen Friedensprozess:
»Chocolate de Paz« (2. 10. 2018)

Als zweit­en Film im Rah­men unser­er Rei­he zur Unter­stützung des kolumbian­is­chen Frieden­sprozess­es zeigen wir gemein­sam mit dem Arbeit­skreis »COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en« und dem »inter­na­tionalen frauen­zen­trum bonn (ifz)«
 

»Chocolate de Paz«
Regie: Gwen Burnyeat & Pablo Mejía Trujillo, 56 Min., OmU

Datum: Dien­stag, den 2. Okto­ber 2018, um 20 Uhr,
Ort: Kino in der BROTFABRIK, Kreuzs­traße 16

Der Frieden kostet Mut und Kraft. Das beweist die Friedens­ge­meinde San José de Apartadó im Nor­den Kolumbi­ens. Deren Bewohn­er hal­ten zusam­men und ver­suchen sich durch den Anbau von Kakao ein wenig Frieden und Frei­heit zu „erkämpfen“. PBI unter­stützt sie dabei seit 1999. Im Anschluss an den Film disku­tieren wir mit Heike Kam­mer von Peace Brigades Inter­na­tion­al (PBI). Link zum Trail­er

 

Der Film ist eine Ver­anstal­tung im Rah­men der Bon­ner Film­fair 2018.

 

Logo der Stadt Bonn

Ver­anstal­ter: Wis­senskul­turen e.V. in Zusam­me­nar­beit mit Arbeit­skreis COLPAZ und dem inter­na­tionalen frauen­zen­trum bonn e.V.. Mit finanzieller Unter­stützung durch die Bun­desstadt Bonn. Weit­ere Infor­ma­tio­nen: Inga Trost <inga.trost|ät|posteo.de>

 

Weit­ere Filme unser­er Film­rei­he über den kolumbian­is­chen Frieden­sprozess sind:

  • Mon­tag, den 12. Novem­ber 2018, 20 Uhr
    »Die Hölle im Paradies. Kolumbi­en: Die bluti­gen Spuren der Ölpalme«,
    Regie: Frank Gar­be­ly, Schweiz 2009,
  • »Fron­tera Invis­i­ble«, Regie: Nicolás Richat & Nico Muzi, Kolumbi­en 2016, OmeU,
  •  

  • Dien­stag, den 13. Novem­ber 2018, 20 Uhr
    »Ciro y Yo«, Regie: Miguel Salazar, Kolumbi­en 2018, OmeU,
  •  

  • Mittwoch, den 14. Novem­ber 2018, 20 Uhr
    »Los Col­ores de la Mon­taña«, Regie: Car­los Cesar Arbe­laez, Kolumbi­en 2012, OmeU,

Alle Filme wer­den im Kino in der Brot­fab­rik gezeigt. Für einige der gezeigten Filme ste­hen im Anschluss an die Vor­führung die Regisseur*innen per Videokon­ferenz für eine Diskus­sion zur Ver­fü­gung.

Flyer zum Download:

Erster Film in der Reihe zum kolumbianischen Friedensprozess:
»El Silencio de los Fusiles« (4. 9. 2018)

Im Rah­men der Bon­ner Frieden­stage 2018 zeigen wir gemein­sam mit dem Arbeit­skreis »COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en« und dem »inter­na­tionalen frauen­zen­trum bonn (ifz)« den ersten Film in unser­er Rei­he zum kolumbian­is­chen Frieden­sprozess:
 

»El Silencio de los Fusiles«  (Das Schweigen der Waffen),
Regie: Natalia Orozco, Kolumbien 2017, OmeU

Datum: Dien­stag, den 4. Sep­tem­ber 2018, um 20 Uhr,
Ort: Kino in der BROTFABRIK, Kreuzs­traße 16

Wie been­det man den läng­sten Bürg­erkrieg, den der lateinamerikanis­che Kon­ti­nent erlebt hat? Die kolumbian­is­che Regis­seurin Natalia Oroz­co begleit­ete den Prozess des Friedensver­trages. Sie hat mit FARC-Mit­gliedern und Regierungsvertretern gesprochen. ARTE strahlte den Film in gekürzter Fas­sung aus, jet­zt wird erst­mals in Deutsch­land der Direc­tors Cut gezeigt. Anschließende Diskus­sion mit der Regis­seurin Natalia Oroz­co per Videokon­ferenz.

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Ver­anstal­ter: Wis­senskul­turen e.V. in Zusam­me­nar­beit mit Arbeit­skreis COLPAZ und dem inter­na­tionalen frauen­zen­trum bonn e.V.. Mit finanzieller Unter­stützung durch die Bun­desstadt Bonn. Weit­ere Infor­ma­tio­nen: Inga Trost <inga.trost|ät|posteo.de>

 

Weit­ere Filme unser­er Film­rei­he über den kolumbian­is­chen Frieden­sprozess sind:

  • Mon­tag, den 12. Novem­ber 2018, 20 Uhr
    »Die Hölle im Paradies. Kolumbi­en: Die bluti­gen Spuren der Ölpalme«,
    Regie: Frank Gar­be­ly, Schweiz 2009,
  • »Fron­tera Invis­i­ble«, Regie: Nicolás Richat & Nico Muzi, Kolumbi­en 2016, OmeU,
  •  

  • Dien­stag, den 13. Novem­ber 2018, 20 Uhr
    »Ciro y Yo«, Regie: Miguel Salazar, Kolumbi­en 2018, OmeU,
  •  

  • Mittwoch, den 14. Novem­ber 2018, 20 Uhr
    »Los Col­ores de la Mon­taña«, Regie: Car­los Cesar Arbe­laez, Kolumbi­en 2012, OmeU,

Alle Filme wer­den im Kino in der Brot­fab­rik gezeigt. Für einige der gezeigten Filme ste­hen im Anschluss an die Vor­führung die Regisseur*innen per Videokon­ferenz für eine Diskus­sion zur Ver­fü­gung.

Flyer zum Download:

Veranstaltungsreihe Kolumbien (VII):
»Kolumbien nach dem Rechtsruck« (22.08.2018)

Vor­trags- und Diskus­sionsver­anstal­tung der Kolumbi­en­gruppe COLPAZ in Koop­er­a­tion mit »Wis­senskul­turen e.V.« und dem  »Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn (IFZ)«. Ref­er­ent: Ulrich Koll­witz, Quib­do, Kolumbi­en.

Datum: Mittwoch, den 22. August 2018, 19:00 — 21:00 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Anderthalb Jahre nach Abschluss des his­torischen Friedensver­trages zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la zieht nun mit Iván Duque ein erk­lärter Geg­n­er des Abkom­mens in den Präsi­den­ten­palast der Haupt­stadt Bogotá ein. Was bedeutet dies für die Men­schen dieses Lan­des, die seit Jahrzehn­ten de fac­to in ein­er Kriegssi­t­u­a­tion gelebt und gelit­ten haben? Zu dieser Frage und zur aktuellen poli­tis­chen Sit­u­a­tion Kolumbi­ens wird die Gruppe “COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en” zusam­men mit dem Vere­in Wis­senskul­turen und dem IFZ-Bonn am Mittwoch, 22. August um 19.00 im Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum (IFZ) Quan­tiusstr. 8 53115 Bonn, eine Ver­anstal­tung durch­führen. Als Ref­er­enten haben wir auch in diesem Jahr Ulrich Koll­witz gewin­nen kön­nen. Ulrich arbeit­et als katholis­ch­er Priester seit über 30 Jahren in der kolumbian­is­chen Men­schen­rechts­be­we­gung und hat für sein Engage­ment das Bun­desver­di­en­stkreuz erhal­ten. Er ist in der Region Chocó aktiv, in der nach wie vor Paramiltärs, Reste der Gueril­l­abe­we­gung und andere ille­gale bewaffnete Grup­pen die Bevölkerung ver­suchen, unter Kon­trolle zu hal­ten und einzuschüchtern. Ulrich wird über die aktuelle Sit­u­a­tion und den Kampf für den Frieden bericht­en.

 

Wer sich im Voraus unser­er Ver­anstal­tung etwas näher über die im Friedensver­trag zwis­chen der Regierung und der Guereil­la aus­ge­han­del­ten Inhalte informieren möchte, kann einen Blick in das bei uns erscheinende “Kolumbian­is­che Tage­buch” wer­fen.

»Dass der Friede uns nicht das Leben koste!«

Mah­nwache für das Leben und den Frieden in Kolumbi­en.

Datum: Dien­stag, den 7. August 2018, 18:00 — 21:00 Uhr
Ort: Dom­plat­te Köln

Die Zahl der Morde an Aktivist*innen seit der Unterze­ich­nung des Friedens­abkom­mens Ende 2016 in Kolumbi­en ist alarmierend und steigt weit­er an. Allein zwis­chen Dezem­ber 2016 und August 2018 wur­den mehr als 300 Bäuer*innen, Ange­hörige indi­gen­er Völk­er, Studierende, Lehrer*innen, Afro- Nach­fahren, sowie Politiker*innen ermordet, weil sie ihre Ter­ri­to­rien, die Umwelt und ihre Rechte vertei­digten, anders dacht­en und sich für den Frieden engagierten. Die bish­er ohne­hin schlep­pende Umset­zung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der FARC-Gueril­la und der schei­den­den Regierung unter Präsi­dent Juan Manuel San­tos läuft Gefahr zu scheit­ern, da der neue Präsi­dent Iván Duque, der am 8. August 2918 sein Amt antritt, als Geg­n­er des Friedens­abkom­mens gilt. Menschenrechtsaktivist*innen befürcht­en, dass die bish­er erziel­ten Fortschritte im Friedens- und Ver­söh­nung­sprozess weit­er gefährdet wer­den. Dies hätte ver­heerende Fol­gen, vor allem für die sozialen Bewe­gun­gen, die zunehmende Krim­i­nal­isierung befürchtet, und für die Land­bevölkerung, die weit­er­hin in vie­len Gegen­den von ihrem Land ver­trieben wird.

Am Dien­stag, den 7. August haben in mehreren Städten Deutsch­lands und der Welt Mah­nwachen stattge­fun­den, in denen die Inter­na­tionale Gemein­schaft, Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen, NGOs, poli­tis­che Parteien und andere Organ­i­sa­tio­nen aufge­fordert wur­den, von der neuen kolumbian­is­chen Regierung unter Präsi­dent Iván Duque die voll­ständi­ge Umset­zung des Friedens­abkom­mens zu ver­lan­gen. Das bedeutet vor allem, die Straflosigkeit zu been­den und anzuerken­nen, dass die Aktivist*innen gezielt bedro­ht sowie ermordet wer­den, und geeignete Maß­nah­men zu ergreifen, die ihre Sicher­heit garantieren. Die von COLPAZ in Koop­er­a­tion mit anderen Kolumbi­en­grup­pen im Rhein­land durchge­führte Aktion fand auf der Köl­ner Dom­plat­te statt.

Abendveranstaltung des Kolumbien Arbeitskreises Bonn (»COLPAZ«)

Gemein­sam mit dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz) ver­anstal­tet der
Kolumbi­en Arbeit­skreis Bonn eine Abend­ver­anstal­tung zum The­ma:

Der kolumbianische Friedensprozess unter
veränderten politischen Randbedingungen

Ref­er­entin: San­dra Lopez, „Red Fem­i­nista y Anti­mil­i­tarista“, Medellin, Kolumbi­en

Mittwoch, 6. Juni 2018, 18 bis 21 Uhr
Ort: Inter­na­tionales Frauen­zen­trum (IFZ), Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Mit dem Ver­trag zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la vom Novem­ber 2016 wurde ein großer Schritt zur Beendi­gung der Gewalt in diesem Land getan. Aber die Berichte über den bish­eri­gen Ver­lauf haben gezeigt, wie zer­brech­lich der Prozess des Frieden­sauf­baus noch ist.  Trotz der starken Wider­stände gegen die Umset­zung des Friedensver­trages lassen sich an vie­len Stellen sehr erfol­gre­iche Pro­jek­te nach­weisen. Eines davon ist die Arbeit des Net­zw­erkes in Medellin, welch­es sich zum Ziel geset­zt hat, mit kün­st­lerischen Mit­teln (v.a. Hip Hop, The­ater) zur Etablierung und zur Fes­ti­gung ein­er Frieden­skul­tur beizu­tra­gen und vor allem dabei das Selb­st­wert­ge­fühl von Frauen und jun­gen Mäd­chen zu stärken. Die Ref­er­entin wird die Aktiv­itäten des Net­zw­erkes vorstellen und über dessen Arbeit in den sozialen Bren­npunk­ten Medellins, in denen immer noch paramil­itärische Kräfte aktiv sind, bericht­en.

Down­load des Pro­gramm-Fly­ers

Wir bit­ten um Anmel­dung an:
vorstand|ät|wissenskulturen|punkt|de
oder
ifzbonn|ät|t‑online|punkt|de

Die Ver­anstal­tung wird gefördert mit Mit­teln des evan­ge­lis­chen Kirch­lichen Entwick­lungs­di­en­stes

Arbeitskreis »COLPAZ — Frieden für Kolumbien«

Am 13. Novem­ber 2017 hat­te sich unser neuer Arbeit­skreis zum Frieden­sprozess in Kolumbi­en gegrün­det. Er wird von Wis­senskul­turen e.V. und dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz) gemein­sam getra­gen.

Der zen­trale Fokus des Arbeit­skreis­es ist der gegen­wär­tig in Kolumbi­en stat­tfind­ende Frieden­sprozess. In den bei­den Ver­anstal­tun­gen mit Ulrich Koll­witz und San­dra Isaza Giral­do vom Okto­ber 2017 war deut­lich gewor­den, wie zer­brech­lich der Frieden­sprozess in Kolumbi­en ist. Dieses Ein­schätzung wird durch neuere Berichte aus Kolumbi­en bestärkt (Vgl.:Kolumbian­is­ches Tage­buch). Damit der Frieden­sprozess nicht scheit­ert, braucht Kolumbi­en unter anderem inter­na­tionale Unter­stützung, und zwar nicht allein durch staatliche und/oder supra-staatliche Insti­tu­tio­nen, wie sie von der UN, den Sig­natar­mächt­en Kuba und Nor­we­gen und anderen Staat­en, wie beispiel­sweise Deutsch­land durch einen Son­der­beauf­tragten und dem Auf­bau eines Friedensin­sti­tutes, geleis­tet wird, son­dern auch durch die Zivilge­sellschaft. In Kolumbi­en selb­st sind die Aktiv­itäten der ver­schiede­nen zivilge­sellschaftlichen Grup­pen und sozialen Bewe­gun­gen ein ganz wichtiger Fak­tor für die Frage, in welche Rich­tung sich die Debat­te um die Gestal­tung des Friedens in Kolumbi­en entwick­eln wird. Mit unseren Aktiv­itäten wollen wir einen Beitrag zum Gelin­gen des Frieden­sprozess­es mit all seinen — nicht uner­he­blichen — gesellschaft­spoli­tis­chen Imp­lika­tio­nen, wie sie im “Acuer­do Final” zwis­chen der Regierung und den FARC vere­in­bart wor­den sind, leis­ten.

Um uns hier ein­brin­gen zu kön­nen und einen Beitrag leis­ten zu kön­nen, wollen wir zunächst ein­mal zwei­gleisig ver­fahren: Zum einen wollen wir inner­halb des Arbeit­skreis­es gemein­sames Wis­sen über das was in Kolumbi­en passiert, gener­ieren (Innen­per­spek­tive). Zum anderen wollen wir geeignete For­mate find­en, mit denen wir uns in den Frieden­sprozess ein­brin­gen kön­nen. Dazu gehört auch die Unter­stützung geeigneter Pro­jek­te, und zwar in Kolumbi­en selb­st aber auch in Deutsch­land (Außen­per­spek­tive). In den bei­den bish­eri­gen Tre­f­fen wurde zu bei­den Punk­ten eine Rei­he von Vorschlä­gen disku­tiert, über die noch nicht abschließend entsch­ieden wurde. Weit­ere Vorschläge wer­den zur Zeit gesam­melt.

Innen- und Außen­per­spek­tive wollen wir in jed­er unser­er Sitzung miteinan­der verbinden. D.h. wir begin­nen die Sitzun­gen des Arbeit­skreis­es mit der Reflex­ion eines bes­timmten The­mas, das mit der gegen­wär­ti­gen Sit­u­a­tion in direk­tem oder indi­rek­tem Zusam­men­hang ste­ht (30 bis 45 Minuten). Hierzu wird jew­eils von einem Arbeistkreis­mit­glied ein kurzes Impul­srefer­at vor­bere­it­et. Eine Liste von poten­ziellen The­men, die sukzes­sive abgear­beit­et wer­den sollen, wurde erstellt. Diese Liste ist aber weit­er­hin offen für neue Vorschläge. Bei unserem zweit­en Tre­f­fen am 28. Novem­ber began­nen wir mit einem kurzen Abriss der Geschichte des Kon­flik­tes (seit 1948). Unser näch­stes Tre­f­fen wird sich mit dem Ansatz der “Friedenslogik” im Zusam­men­hang mit Kon­flik­t­präven­tion und Kon­flik­t­bear­beitung befassen.

Kom­mentare zum kolumbian­is­chen Kon­flikt, zum Frieden­sprozess, zur Gesellschaft, zur Geschichte sowie die Beschrei­bung per­sön­lich­er Ein­drücke find­en sich auch in unserem Kolumbian­is­chen Tage­buch.

Der Arbeit­skreis trifft sich jede Woche
mittwochs um 18:00 Uhr
Ort: IFZ, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Rechtspopulismus und neoliberale Hegemonie

Das Wahlergeb­nis der gestri­gen Bun­destagswahl müssen demokratisch gesin­nte Men­schen in diesem Land erst­mal ver­dauen. Unser Mit­glied Gerd Pütz gibt in dem fol­gen­den Beitrag eine Ein­schätzung über den Zusam­men­hang der recht­spop­ulis­tis­chen Ein­twick­lung und der nun schon seit vie­len Jahren andauern­den ide­ol­o­gis­chen Hege­monie des Neolib­er­al­is­mus

Mit dem Fin­ger auf die Gefol­gschaft von Pegi­da & Co. zu zeigen und seinen Ekel vor ihrem
Ras­sis­mus zum Aus­druck zu brin­gen, mag als spon­tane Hand­lung des poli­tisch kor­rek­ten und moralisch empörten demokratis­chen Klein­bürg­ers ver­ständlich sein. Für die Analyse der Ursachen des Auf­schwungs der Recht­en und die Entwick­lung ein­er wirk­samen Gegen­strate­gie ist die öffentlich demon­stri­erte und häu­fig mit Ver­ach­tung vor­ge­tra­gene Empörungsrhetorik eher kon­trapro­duk­tiv. Wer über die Hege­monie des Neolib­er­al­is­mus und die Deklassierung ganz­er Bevölkerungs­grup­pen schweigt, soll vom Recht­spop­ulis­mus nicht reden. Rechte Dem­a­gogie lässt sich nur nach­haltig bekämpfen, wenn der soziale und poli­tis­che Hin­ter­grund des recht­en Protests aus­geleuchtet wird. Die fol­gen­den The­sen greifen einige Aspek­te dieses Hin­ter­grunds, der durch die finanzkap­i­tal­is­tis­che Phase des Kap­i­tal­is­mus geprägt ist, auf und kon­stru­ieren den para­dox­en Inter­esse­naus­gle­ich zwis­chen neolib­eraler Hege­monie und Recht­spop­ulis­mus. Con­tin­ue read­ing

Ein Blick zurück kann ein Blick nach vorne sein:
Dorothy Counts vor 60 Jahren

Ein Beitrag von Dominik van Os, Arn­heim, Nieder­lande.

So, wie es da ste­ht und wie es sei­ther immer mal wieder kol­portiert wird, kann es sich schon mal nicht zuge­tra­gen haben. Es sei ein Foto gewe­sen, schreibt der große James Bald­win in seinem Essay ‚No Name in the Street‘, das in ihm den Entschluss habe reifen lassen, nach neun Jahren in Paris wieder in die USA zurück­zukehren, um vor Ort seine Stimme für das Civ­il Rights Move­ment in den Ring zu wer­fen. Ein ikonis­ches Foto, das um die Welt ging, und das Bald­win im Herb­st 1956 auf seinem Weg zu ein­er Tagung an der Sor­bonne auf den Titel­blät­tern der aus­liegen­den Zeitun­gen gese­hen haben will: Die Abbil­dung der fün­fzehn­jähri­gen Dorothy Counts, gehänselt und bespuckt von einem Mob weißer Schüler, wie sie sich stoisch ihren Weg bah­nt, um als erste dunkel­häutige Schü­lerin an der Har­ry Hard­ing High School in Char­lotte, North Car­oli­na, unter­richtet zu wer­den. Ein Meilen­stein der afroamerikanis­chen Bürg­er­rechts­be­we­gung, weil in diesem einen Bild der zu über­windende Hass eben­so einge­fan­gen ist wie die Entschlossen­heit, sich davon nicht mehr aufhal­ten zu lassen. Nur, dass Bald­win dieses Foto nicht im Herb­st 1956 gese­hen haben kann, weil die Deseg­re­ga­tion der Hard­ing High erst rund zwölf Monate später stat­tfand, näm­lich am 4. Sep­tem­ber 1957. Heute vor mehr als sechzig Jahren. Con­tin­ue read­ing

Fachgespräch »Neue Wege in der Bildungsarbeit im
kolumbianischen Friedensprozess« (19.10.2017)

In Zusam­me­nar­beit mit dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz),  dem Lateinameri­ka-Zen­trum e.V. und dem Frauen­net­zw­erk für Frieden e.V.  laden wir anlässlich des Besuchs von San­dra Isaza Giral­do zu einem Fachge­spräch über Kolumbi­en ein. Der Schw­er­punkt wird dies­mal auf der Rolle der Frauen im Frieden­sprozess liegen. Die während der Ver­hand­lun­gen in Havana gebildete Gen­der-Kom­mis­sion hat mit­tler­weile eine eigene Dynamik erzeugt, die dazu beiträgt, dass immer mehr Frauen auf dem Lande — ganz im Sinne des Friedensver­trages — mehr Rechte und stärkere Par­tizipa­tion und Repräsen­ta­tion auf allen gesellschaftlichen und poli­tis­chen Ebe­nen ein­fordern.

San­dra Isaza Giral­do ist Erziehungswis­senschaft­lerin und Vor­sitzende des Net­zw­erkes des “Red Fem­i­nista Anti­mil­i­tarista, Medel­lín” und bereist gegen­wär­tig Deutsch­land, um hier über die Sit­u­a­tion in ihrem Heimat­land zu bericht­en. Sie wird ins­beson­dere über den gegen­wär­ti­gen Stand des Frieden­sprozess­es und ihre Erfahrun­gen mit Basisor­gan­i­sa­tio­nen, Frauen, Bäuerin­nen, Kindern und Jugendlichen bericht­en.

Datum: Don­ner­stag, den 19. Okto­ber 2017 von 11:00 – 13:00 Uhr
Ort: ifz, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn.

Down­load des aus­führlichen Ein­ladungs­fly­ers

Für nähere Infor­ma­tio­nen über die im Friedensver­trag zwis­chen der Regierung und der Gueril­la aus­ge­han­del­ten Inhalte siehe auf unser­er Web­site das “Kolumbian­is­che Tage­buch” .

Veranstaltungsreihe Kolumbien (VI):
»Der Frieden wird das Land verändern« (11.10.2017)

Vor­trags- und Diskus­sionsver­anstal­tung von »Wis­senskul­turen e.V.« und dem  »Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn (IFZ)«. Ref­er­ent: Ulrich Koll­witz, Quib­do, Kolumbi­en.

Datum: Mittwoch, den 11. Okto­ber 2017, 19:00 — 21:00 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Mit der Unterze­ich­nung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la sowie der Ver­lei­hung des Frieden­sno­bel­preis­es an Präsi­dent San­tos ist Kolumbi­en in den let­zten Monat­en stärk­er in den Fokus der deutschen Medi­en ger­at­en, als es jahre­lang zuvor der Fall war. Doch nach wie vor sind Berichte über Einzel­heit­en, Hin­ter­gründe, Umset­zung­sprob­leme und ‑wider­stände eher sel­ten.

Mit dem »Acuer­do Final« der Ver­hand­lun­gen in Havan­na ist ein Doku­ment ent­standen, das eine Vision für ein neues Kolumbi­en enthält, Die Umset­zung dieses über 300 Seit­en lan­gen Ver­trages würde zum Teil gravierende Verän­derun­gen in nahezu allen Teilen der Gesellschaft bedeuten. Demen­sprechend groß ist auch der Wider­stand bei den­jeni­gen gesellschaftlichen Kräften, die eine Ein­schränkung oder gar den Ver­lust ihrer Priv­i­legien befürcht­en und die eine Verän­derung unter allen Umstän­den ver­mei­den wollen.

Der Frieden in Kolumbi­en ist noch keineswegs gesichert. In unser­er gemein­samen Ver­anstal­tung des Vere­ins »Wis­senskul­turen e.V.« und dem »Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn (IFZ)«, wollen wir einen inten­siv­eren Blick auf den Frieden­sprozess wer­fen. Wir wollen sowohl über die Inhalte des Friedens­abkom­mens als auch über die Schwierigkeit­en zu sein­er Umset­zung bericht­en und disku­tieren. Dabei set­zen wir einen regionalen Schw­er­punkt auf die Ereignisse in der Paz­i­fikre­gion Chocó. Mit Ulrich Koll­witz, vom »Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz« in Quib­do, der für seine über vierzigjährige engagierte Arbeit mit den Betrof­fe­nen des Kon­flik­tes 2007 mit dem Bun­desver­di­en­stkreuz aus­geze­ich­net wurde, begrüßen wir einen Ref­er­enten, der aus erster Quelle bericht­en wird.

Wer sich im Voraus unser­er Ver­anstal­tung etwas näher über die im Friedensver­trag zwis­chen der Regierung und der Guereil­la aus­ge­han­del­ten Inhalte informieren möchte, kann einen Blick in das bei uns erscheinende “Kolumbian­is­che Tage­buch” wer­fen.

14th International Conference of Sociocybernetics,
Medellin, Colombia, June 20–24, 2017

A Con­fer­ence of Socio­cy­ber­net­ics is a unique and ide­al aca­d­e­m­ic forum for dis­cussing on inno­va­tion and social con­flicts, one that goes beyond the bound­aries of tra­di­tion­al dis­ci­plines. The Con­fer­ence has no par­al­lel ses­sions, thus we encour­age all par­tic­i­pants to con­tribute to and prof­it from the full stream of dis­cus­sions dur­ing the Con­fer­ence, which, as a devel­op­ing con­ver­sa­tion, usu­al­ly embraces all of the pre­sen­ta­tions, sys­tem­i­cal­ly and over-arch­ing­ly. The goal of the 2017 Con­fer­ence is, there­fore, bring researchers from dif­fer­ent dis­ci­plines togeth­er to explore, with­in a socio­cy­ber­net­ics approach, the chal­lenges and oppor­tu­ni­ties relat­ed to the com­plex rela­tion­ships between inno­va­tion and social con­flicts.

We invite the sub­mis­sion of pro­pos­als to dis­cuss inno­va­tion and social con­flicts from a socio­cy­ber­net­ics per­spec­tive. Top­ics may include:

  • Con­flict res­o­lu­tion
  • Cul­ture clash and sys­temic change
  • Cybercultur@ and knowl­edge com­mu­ni­ties
  • Inno­va­tion sys­tems
  • Inno­va­tion vs. Tra­di­tion
  • Media, protests and polit­i­cal action
  • New forms of social orga­ni­za­tion
  • News pro­duc­tion, cir­cu­la­tion and con­sump­tion
  • Pri­va­cy, con­trol and sur­veil­lance
  • Sim­u­la­tion and com­pu­ta­tion­al social sci­ence
  • Sus­tain­able Devel­op­ment

Con­fer­ence Web­site:
The Details of the Con­fer­ence can be obtained here!

 

Netzwerk Weltoffen: Europas Entwicklung nach Rechts
und die Auswirkungen auf die Asyl- und Migrationspoltik

Das Bon­ner Flüchtlingspoli­tis­che Net­zw­erk weltof­fen und die Evan­ge­lis­che Migra­tions-Flüchtlingsar­beit Bonn (EMFA)-Inte­gra­tionsagen­tur laden ein zur Diskus­sion:

Zunehmende Entwick­lung nach Rechts
und die Auswirkun­gen auf die Asyl- und Migra­tionspoli­tik

Mon­tag, 5. Sep­tem­ber 2016, 19 Uhr
MIGRApo­lis – Haus der Vielfalt, Brüder­gasse 16 — 18, Bonn
Ref­er­ent: Jörg Kro­nauer

Es ist noch kein Jahr her, da staunte ganz Europa über den „Som­mer des Willkom­mens“ in Deutsch­land: Tausende Bürg­erin­nen und Bürg­er sahen und sehen sich aufgerufen, die aus den Krisen­her­den der Welt nach Deutsch­land Flüch­t­en­den zu unter­stützen und ihnen die Teil­habe am Leben in Deutsch­land zu ermöglichen. Doch zunehmend melde­ten sich Grup­pierun­gen mit unver­hohlen frem­den­feindlichen, nation­al­is­tis­chen und ras­sis­tis­chen Parolen zu Wort. Auch bei den Parteien im Bun­destag mehrten sich die Stim­men der­er, die restrik­tive Maß­nah­men gegen die Flüchtlinge fordern. Hinzu kom­men die unge­niert im Inter­net geäußerten Has­s­parolen, Bran­dan­schläge, Gewalt­de­lik­te und Über­griffe gegen Geflüchtete und ihre Unterkün­fte. Das Bun­deskrim­i­nalamt reg­istri­erte bis Anfang August 613 solch­er Delik­te. Und es ist zu befürcht­en, dass der flüchtlings­feindliche Trend im Zuge der bevorste­hen­den Bun­destags- und Land­tagswahlen noch zunimmt. Ganz zu schweigen davon, dass die Entwick­lung in den Län­dern der EU wenig Hoff­nung macht.

In der Ver­anstal­tung wollen wir vor allem zwei Punk­te ansprechen:

Erstens die Frage der Recht­sen­twick­lung selb­st (hier scheint v.a. die neue, sub­tile Form des Recht­sradikalis­mus inter­es­sant zu sein, die nicht immer sofort als “rechts” erkennbar ist, wie z.B. bei den “Iden­titären”, die Begriffe ver­wen­den, die vie­len Leuten auf den ersten Blick ganz und gar unverdächtig erscheinen, aber bei genauem Hin­se­hen knall­harte Apartheit­skonzepte zum Aus­druck brin­gen (z.B. “Ethno­plu­ral­is­mus”). Es ist ja unüberse­hbar, dass hier mit­tler­weile ein Rin­gen um ide­ol­o­gis­che Hege­monie begonnen hat, sich aber nur sehr unscharf zeigt, wer und wessen Inter­essen genau dahin­ter ste­hen. Welche Rolle spie­len (lib­erale ?) Think-Tanks wie z.B. die Hayek-Gesellschaft? Und warum fall­en die Men­schen darauf rein, obwohl — wie ein Blick in das Wahl­pro­gramm der AfD rasch zeigen kön­nte — da eine Poli­tik betrieben wer­den soll, die den Inter­essen der Wäh­ler zuwider läuft.

Der zweite Prob­lemkom­plex soll sich mit der Frage befassen, was das für die Migra­tions- und Asylpoli­tik bedeutet. Es bee­in­flusst ja zweifel­los die Ein­stel­lung der Bevölkerung zur Frage von Migra­tion und Asysl, und es bee­in­flusst ja sog­ar die Hil­fs­bere­itschaft. In diesem Block soll es um fol­gende Fra­gen gehen: Ist Inte­gra­tion unter diesen Vorze­ichen noch möglich? Ist Inte­gra­tion über­haupt noch gewollt? Kön­nen die nach Deutsch­land Geflüchteten hier über­haupt noch Sicher­heit und Per­spek­tive find­en? Wie gehen die ehre­namtlichen Helferin­nen und Helfer mit dieser Entwick­lung um? Was lässt sich tun, um zu ver­mei­den, dass sich die schon beste­hende Frem­den­feindlichkeit weit­er ver­stärkt und stattdessen das Kli­ma der Offen­heit und Auf­nah­me­bere­itschaft lebendig gehal­ten wird? Welche Möglichkeit­en gibt es, die Entwick­lung nach Rechts zu stop­pen?

Third “ISA-Forum of Sociology” in Vienna, July 10 ‑14, 2016

Session 11 of Research Committee on Sociocybernetics (RC51):
»Steering of Transitional Justice: The Question of
Civil Societal’s Democracy«

Tran­si­tion­al Jus­tice is a very high com­plex approach to achiev­ing jus­tice in times of tran­si­tion from con­flict and/or state repres­sion. It needs a strong goal-ori­ent­ed but also empa­thet­ic and flex­i­bel steer­ing process, which has to achieve account­abil­i­ty and redress­ing vic­tims, tran­si­tion­al jus­tice pro­vides recog­ni­tion of the rights of vic­tims, pro­motes civic trust and strength­ens the demo­c­ra­t­ic rule of law. But the ade­quate con­sid­er­a­tion of the com­plex­i­ty of all exist­ing dri­ving-fac­tors is very dif­fi­cult and requieres usu­al­ly a sec­ond order obser­va­tion process by includ­ing a vari­ety of social move­ments of civ­il soci­ety. But this requiere­ment seems to be after all avail­able expe­ri­ences the weak point of tran­si­tion­al jus­tice. The ses­sion will dis­cuss papers which describes prac­ti­cal expe­ri­ences and sci­en­tif­ic analy­sis of steer­ing process­es of tran­si­tion jus­tice and wants to analyse this weak-point and ask­ing for solu­tions from a socio­cy­ber­net­ic point of view.


Organ­is­er:

Michael PAETAU, Cen­ter for Socio­cy­ber­net­ics Stud­ies, Ger­many — michael.paetau[ät]sociocybernetics.eu and

Pedro J. ESCRICHE, Uni­ver­si­dad de Zaragoza, Spain, pescrich[ät]unizar.es

For more infor­ma­tion: https://isaconf.confex.com/isaconf/forum2016/webprogrampreliminary/Symposium305.html

»Hindenburg-Forum« der Stadt Bonn am 15. Juni 2015

Am 17. April 2012 hat­ten wir an den Rat der Bun­destadt Bonn den Antrag gestellt, dem früheren Reich­spräsi­den­ten Paul von Hin­den­burg die ihm während der Naz­i­herrschaft ver­liehene Ehren­bürg­er­würde der Stadt Bonn posthum zu entziehen sowie den Hin­den­burg­platz in Dot­ten­dorf und die Hin­den­bur­gallee in Bad-Godes­berg umzuben­nen. In der Begrün­dung unseres Antrags heißt es u.a.: “Der frühere Reich­spräsi­dent Hin­den­burg muss auf­grund der gegen­wär­ti­gen wissenschaftli­chen Erken­nt­nisse als ver­häng­nisvolle Unheils­gestalt der deutschen Geschichte erachtet wer­den.” In dem Antrag heißt es weit­er: “In ein­er Sit­u­a­tion, in der die demokratis­che Öffentlichkeit nach Wegen und Mit­teln gegen recht­sex­trem­istis­chen Ter­ror und die Ver­bre­itung nation­al­sozial­is­tis­chen Gedankengutes sucht, ist die Ehren­bürg­er­schaft für einen Weg­bere­it­er des NS-Regimes, der wie kaum eine andere Per­son für Demokratiefeindlichkeit und nationale Über­he­blichkeit ste­ht, ein Affront gegenüber den Opfern des Nation­al­sozial­is­mus und gegenüber allen Men­schen, die sich gegen Ras­sis­mus und Neon­azis mutig zur Wehr set­zen. Mit diesem Antrag möcht­en wir den guten Namen der ehe­ma­li­gen Bun­de­shaupt­stadt und jet­zi­gen Bun­desstadt Bonn als ein­er weltof­fe­nen und tol­er­an­ten UN-City, die Men­schen aus allen Län­dern und Kul­turen willkom­men heißt, schützen und vertei­di­gen.”

Nach­dem der Vere­in Wis­senskul­turen bere­its am 15. Juni 2013 gemein­sam mit dem NS-Doku­men­ta­tion­szen­trum Köln (NS-Dok) eine öffentliche Diskus­sionsver­anstal­tung zu dem umstrit­te­nen The­ma ver­anstal­tet hat (s. den Fly­er zur Ver­anstal­tungsrei­he “Die Auseinan­der­set­zung um Paul von Hin­den­burg”) hat sich zwei Jahre später auch die Stadt Bonn dazu durchgerun­gen, “ein öffentlich­es, plu­ral­is­tisch beset­ztes Forum mit Wis­senschaft­lerin­nen und Wis­senschaftlern und den Antrag­stel­lerin­nen und Antrag­stellern der entsprechen­den Bürg­er­anträge” zu ver­anstal­ten, “um einen Beitrag zur Mei­n­ungs­bil­dung zu leis­ten, Bürg­erin­nen und Bürg­ern Gele­gen­heit zur Mitwirkung zu geben und eine abschließende Beratung in Bezirksvertre­tung und Rat vorzu­bere­it­en.” Dieses Bürg­er­fo­rum fand statt am


Datum: 11. Juni 2015, 18:00 — 21:00 Uhr
Ort: Elis­a­beth-Sel­bert-Gesamtschule, Hin­den­bur­gallee 50, 53175 Bonn

Dokumente zum Download:

Veranstaltungsreihe Kolumbien (V): »Chocó — Eine kolumbianische Region im Schatten der Globalisierung« (21.05.2015)

Wenig beachtet von der Öffentlichkeit und den inter­na­tionalen Medi­en find­et im Chocó, ein­er im paz­i­fis­chen Küs­ten­tiefland liegen­den Region Kolumbi­ens, eine Auseinan­der­set­zung um die Autonomie der bäuer­lichen Gemein­den und um die dro­hende Zer­störung der natür­lichen Lebens­grund­la­gen der ansäs­si­gen Bevölkerung statt. Eine Auseinan­der­set­zung, die uns alle ange­ht. Denn: Der tro­pis­che Regen­wald des Chocó ist eine der wasser­re­ich­sten Gegen­den der Welt. Auf 46.500 km² Fläche befind­et sich eine Pflanzen- und Tier­welt, die an Vielfalt und Schön­heit einzi­gar­tig ist. Der Natur­park Katios am Río Atra­to wurde von der UNESCO zum Naturerbe der Men­schheit ernan­nt. Seine Erhal­tung ste­ht exem­plar­isch für den Schutz der Natur in allen Teilen unser­er Erde. Unsere 5. Kolumbi­en-Ver­anstal­tung fand wieder mit wieder Ursu­la Holzapfel und Ulrich Koll­witz von dem “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Dep. Choco, Kolumbi­en, die wir auch schon bei den drei voraus­ge­gan­genen Ver­anstal­tun­gen zu Gast hat­ten. Die Ver­anstal­tung fand am 21. Mai 2015 in der “Alten Kaplanei” der Pfar­rei Sankt Sebas­t­ian in Bonn-Pop­pels­dorf, Ster­nen­burgstraße 27, statt.

Zum Down­load der Ver­anstal­tungsankündi­gung:
Fly­er der Ver­anstal­tung in Bonn am 21. Mai 2015

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (IV): »Kolumbien wehrt sich
gegen Naturzerstörung« (10.10.2013)

Unsere 4. Kolumbi­en-Ver­anstal­tung befasste sich mit den aktuellen Auseinan­der­set­zun­gen des Jahres 2013 in dem südamerikanis­chen Land, vor allem mit dem wach­senden Wider­stand gegen die Umweltzer­störung und den Protesten der Land­bevölkerung gegen ihre zunehmende Ver­ar­mung auf­grund von Bil­ligim­porten und Frei­han­delsabkom­men. Diese Auseinan­der­set­zun­gen haben sich in den let­zten Monat­en auf mehrere Regio­nen Kolumbi­ens aus­gedehnt. Unsere Diskus­sion beyog sich beispiel­haft auf die Region Choco, wo die Gold­mi­ne­naus­beu­tung Boden und Regen­wald zer­stört und damit auch die Lebens­grund­la­gen der Afro- und indi­ge­nen Bevölkerung bedro­ht. Als Ref­er­enten kon­nten wir wieder Ulrich Koll­witz und Ursu­la Holzapfel, von dem “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Dep. Choco, Kolumbi­en, gewin­nen, deren ken­nt­nis­re­iche und detail­lierte Beschrei­bung der Prob­leme uns bere­its bei den bei­den ver­gan­genen Ver­anstal­tun­gen begeis­tert hat. Für ihre Arbeit im Depar­ta­ment Chocó waren bei­de im Jahre 2007 mit dem Bun­desver­di­en­stkreuz aus­geze­ich­net wor­den.

Die Ver­anstal­tung fand in Koop­er­a­tion mit der Infor­ma­tion­sstelle Lateinameri­ka (ILA) und dem Ibero Club Bonn statt. Don­ner­stag, den 10. Okto­ber 2013, 19:00 Uhr; Ort: Kapi­tel­saal der Katholis­chen Hochschul­ge­meinde Bonn/Sankt Remigius, Brüder­gasse 8, Bonn. Lage­plan Sankt Remigius

choco_vorher
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Regen­wald im Choco: vor und nach dem ille­galen Gold­ab­bau

Zur Auseinandersetzung um Paul von Hindenburg: »Die Macht des Mythos: “Ehre wem Ehre gebührt”?!« (15.6.2013)

Anlässlich der Auseinan­der­set­zung um den früheren Reich­spräsi­den­ten Paul von Hin­den­burg als Ehren­bürg­er und Namenspa­tron in der Bun­desstadt Bonn (s. unten), hat­ten wir zu zwei Infor­ma­tions- und Diskus­sionsver­anstal­tun­gen ein­ge­laden. Bei­de Ver­anstal­tun­gen wur­den gemein­sam vom NS-Doku­men­ta­tion­szen­trum der Stadt Köln und Wis­senskul­turen e.V., Bonn, durchge­führt. Der Fly­er für bei­de Ver­anstal­tun­gen liegt hier zum Down­load bere­it. Die Ver­anstal­tun­gen fand an fol­gen­den Tagen statt:

  • Mittwoch 5. Juni 2013: “Die Macht des Mythos: Paul von Hin­den­burg in der deutschen Öffentlichkeit” mit Anna von der Goltz (George­town Uni­ver­si­ty Wash­ing­ton), um 19:00 Uhr, NS-Doku­men­ta­tion­szen­trum der Stadt Köln (EL-DE-Haus), Appell­hof­platz 23–25, 50667 Köln, und
  • Sam­stag 15. Juni 2013: “ ‘Ehre, wem Ehre gebührt’?! Hin­den­burg als Namenspa­tron”, ein Work­shop mit Arbeits­grup­pen zu drei The­men der Auseinan­der­set­zung, um 14:30 Uhr, MIGRApo­lis Haus der Vielfalt, Brüder­gasse 16–18, 53111 Bonn.

Der Vor­trag von Anna von der Goltz am 5. Juni 2013 beleuchtete die Selb­st- und Fremdzuschrei­bun­gen Paul von Hin­den­burgs in der deutschen Öffentlichkeit 1914–1934. Die Ref­er­entin ist Assis­tant Pro­fes­sor für Deutsche Geschichte an der George­town Uni­ver­si­ty in Wash­ing­ton. 2008 erhielt sie den Ernst-Fraenkel-Preis für ihre Studie zum Hin­den­burg-Mythos; 2009 erschien ihr Buch „Hin­den­burg: Pow­er, Myth, and the Rise of the Nazis“ bei Oxford Uni­ver­si­ty Press.

Im Zen­trum der Ver­anstal­tung am 15. Juni 2013, ste­hen drei The­men­bere­iche, die in Arbeits­grup­pen behan­delt wur­den:

  • AG 1: „Straßenkämpfe”? Prak­tis­che Erfahrun­gen mit lokalen Kon­flik­ten um Straßenum­be­nen­nun-
    gen. Am Beispiel der Kon­tro­verse um den Hin­den­burg­platz in Mün­ster. Impul­srefer­at von Michael Sturm, Geschicht­sort Vil­la ten Hom­pel der Stadt Mün­ster.
  • AG 2: Der Gefre­ite Hitler als Tes­ta­mentsvoll­streck­er Hin­den­burgs.
    Impul­srefer­at von Dr. Arnold Mau­r­er, Lehrer der Bon­ner Elis­a­beth-Sel­bert-Gesamtschule an der
    Hin­den­bur­gallee, die eine Schü­lerini­tia­tive zur Umbe­nen­nung der Straße ges­tartet hat­te.
  • AG 3: „Wirk­mächtigkeit des Mythos“. Was verbindet Hin­den­burg, Sar­razin und den NSU?
    Impul­srefer­at von Dr. Thomas Kaut, Wis­senskul­turen e.V.
  • Anschließend erfol­gte eine Zusam­men­fas­sung und Diskus­sion im Plenum.
    Mod­er­a­tion: Dr. Michael Pae­tau und Gerd Pütz

Bei­de Ver­anstal­tun­gen wur­den von der Info- und Bil­dungsstelle gegen Recht­sex­trem­is­mus im NS-DOK der Stadt Köln, dem Min­is­teri­um für Fam­i­lie, Kinder, Kul­tur und Sport des Lan­des Nor­drhein-West­falen sowie vom Bun­desmin­is­teri­um für Fam­i­lie, Senioren, Frauen ud Jugend im Rah­men des Bun­de­spro­gramms “TOLERANZ FÖRDERNKOMPETENZ STÄRKEN” gefördert.
Zum Down­load:
Fly­er der Ver­anstal­tungsrei­he “Die Auseinan­der­set­zung um Paul von Hin­den­burg”

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