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Fachgespräch »Neue Wege in der Bildungsarbeit im
kolumbianischen Friedensprozess« (19.10.2017)

In Zusam­me­nar­beit mit dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz),  dem Lateinameri­ka-Zen­trum e.V. und dem Frauen­net­zw­erk für Frieden e.V.  laden wir anlässlich des Besuchs von San­dra Isaza Giral­do zu einem Fachge­spräch über Kolumbi­en ein. Der Schw­er­punkt wird dies­mal auf der Rolle der Frauen im Frieden­sprozess liegen. Die während der Ver­hand­lun­gen in Havana gebildete Gen­der-Kom­mis­sion hat mit­tler­weile eine eigene Dynamik erzeugt, die dazu beiträgt, dass immer mehr Frauen auf dem Lande — ganz im Sinne des Friedensver­trages — mehr Rechte und stärkere Par­tizipa­tion und Repräsen­ta­tion auf allen gesellschaftlichen und poli­tis­chen Ebe­nen einfordern.

San­dra Isaza Giral­do ist Erziehungswis­senschaft­lerin und Vor­sitzende des Net­zw­erkes des “Red Fem­i­nista Anti­mil­i­tarista, Medel­lín” und bereist gegen­wär­tig Deutsch­land, um hier über die Sit­u­a­tion in ihrem Heimat­land zu bericht­en. Sie wird ins­beson­dere über den gegen­wär­ti­gen Stand des Frieden­sprozess­es und ihre Erfahrun­gen mit Basisor­gan­i­sa­tio­nen, Frauen, Bäuerin­nen, Kindern und Jugendlichen berichten.

Datum: Don­ner­stag, den 19. Okto­ber 2017 von 11:00 – 13:00 Uhr
Ort: ifz, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn.

Down­load des aus­führlichen Einladungsflyers

Für nähere Infor­ma­tio­nen über die im Friedensver­trag zwis­chen der Regierung und der Gueril­la aus­ge­han­del­ten Inhalte siehe auf unser­er Web­site das “Kolumbian­is­che Tage­buch” .

Veranstaltungsreihe Kolumbien (VI):
»Der Frieden wird das Land verändern« (11.10.2017)

Vor­trags- und Diskus­sionsver­anstal­tung von »Wis­senskul­turen e.V.« und dem  »Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn (IFZ)«. Ref­er­ent: Ulrich Koll­witz, Quib­do, Kolumbien.

Datum: Mittwoch, den 11. Okto­ber 2017, 19:00 — 21:00 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Mit der Unterze­ich­nung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la sowie der Ver­lei­hung des Frieden­sno­bel­preis­es an Präsi­dent San­tos ist Kolumbi­en in den let­zten Monat­en stärk­er in den Fokus der deutschen Medi­en ger­at­en, als es jahre­lang zuvor der Fall war. Doch nach wie vor sind Berichte über Einzel­heit­en, Hin­ter­gründe, Umset­zung­sprob­leme und ‑wider­stände eher selten.

Mit dem »Acuer­do Final« der Ver­hand­lun­gen in Havan­na ist ein Doku­ment ent­standen, das eine Vision für ein neues Kolumbi­en enthält, Die Umset­zung dieses über 300 Seit­en lan­gen Ver­trages würde zum Teil gravierende Verän­derun­gen in nahezu allen Teilen der Gesellschaft bedeuten. Demen­sprechend groß ist auch der Wider­stand bei den­jeni­gen gesellschaftlichen Kräften, die eine Ein­schränkung oder gar den Ver­lust ihrer Priv­i­legien befürcht­en und die eine Verän­derung unter allen Umstän­den ver­mei­den wollen.

Der Frieden in Kolumbi­en ist noch keineswegs gesichert. In unser­er gemein­samen Ver­anstal­tung des Vere­ins »Wis­senskul­turen e.V.« und dem »Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn (IFZ)«, wollen wir einen inten­siv­eren Blick auf den Frieden­sprozess wer­fen. Wir wollen sowohl über die Inhalte des Friedens­abkom­mens als auch über die Schwierigkeit­en zu sein­er Umset­zung bericht­en und disku­tieren. Dabei set­zen wir einen regionalen Schw­er­punkt auf die Ereignisse in der Paz­i­fikre­gion Chocó. Mit Ulrich Koll­witz, vom »Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz« in Quib­do, der für seine über vierzigjährige engagierte Arbeit mit den Betrof­fe­nen des Kon­flik­tes 2007 mit dem Bun­desver­di­en­stkreuz aus­geze­ich­net wurde, begrüßen wir einen Ref­er­enten, der aus erster Quelle bericht­en wird.

Wer sich im Voraus unser­er Ver­anstal­tung etwas näher über die im Friedensver­trag zwis­chen der Regierung und der Guereil­la aus­ge­han­del­ten Inhalte informieren möchte, kann einen Blick in das bei uns erscheinende “Kolumbian­is­che Tage­buch” werfen.

14th International Conference of Sociocybernetics,
Medellin, Colombia, June 20–24, 2017

A Con­fer­ence of Socio­cy­ber­net­ics is a unique and ide­al aca­d­e­m­ic forum for dis­cussing on inno­va­tion and social con­flicts, one that goes beyond the bound­aries of tra­di­tion­al dis­ci­plines. The Con­fer­ence has no par­al­lel ses­sions, thus we encour­age all par­tic­i­pants to con­tribute to and prof­it from the full stream of dis­cus­sions dur­ing the Con­fer­ence, which, as a devel­op­ing con­ver­sa­tion, usu­al­ly embraces all of the pre­sen­ta­tions, sys­tem­i­cal­ly and over-arch­ing­ly. The goal of the 2017 Con­fer­ence is, there­fore, bring researchers from dif­fer­ent dis­ci­plines togeth­er to explore, with­in a socio­cy­ber­net­ics approach, the chal­lenges and oppor­tu­ni­ties relat­ed to the com­plex rela­tion­ships between inno­va­tion and social conflicts.

We invite the sub­mis­sion of pro­pos­als to dis­cuss inno­va­tion and social con­flicts from a socio­cy­ber­net­ics per­spec­tive. Top­ics may include:

  • Con­flict resolution
  • Cul­ture clash and sys­temic change
  • Cybercultur@ and knowl­edge communities
  • Inno­va­tion systems
  • Inno­va­tion vs. Tradition
  • Media, protests and polit­i­cal action
  • New forms of social organization
  • News pro­duc­tion, cir­cu­la­tion and consumption
  • Pri­va­cy, con­trol and surveillance
  • Sim­u­la­tion and com­pu­ta­tion­al social science
  • Sus­tain­able Development

Con­fer­ence Website:
The Details of the Con­fer­ence can be obtained here!

 

Netzwerk Weltoffen: Europas Entwicklung nach Rechts
und die Auswirkungen auf die Asyl- und Migrationspoltik

Das Bon­ner Flüchtlingspoli­tis­che Net­zw­erk weltof­fen und die Evan­ge­lis­che Migra­tions-Flüchtlingsar­beit Bonn (EMFA)-Inte­gra­tionsagen­tur laden ein zur Diskussion:

Zunehmende Entwick­lung nach Rechts
und die Auswirkun­gen auf die Asyl- und Migrationspolitik

Mon­tag, 5. Sep­tem­ber 2016, 19 Uhr
MIGRApo­lis – Haus der Vielfalt, Brüder­gasse 16 — 18, Bonn
Ref­er­ent: Jörg Kronauer

Es ist noch kein Jahr her, da staunte ganz Europa über den „Som­mer des Willkom­mens“ in Deutsch­land: Tausende Bürg­erin­nen und Bürg­er sahen und sehen sich aufgerufen, die aus den Krisen­her­den der Welt nach Deutsch­land Flüch­t­en­den zu unter­stützen und ihnen die Teil­habe am Leben in Deutsch­land zu ermöglichen. Doch zunehmend melde­ten sich Grup­pierun­gen mit unver­hohlen frem­den­feindlichen, nation­al­is­tis­chen und ras­sis­tis­chen Parolen zu Wort. Auch bei den Parteien im Bun­destag mehrten sich die Stim­men der­er, die restrik­tive Maß­nah­men gegen die Flüchtlinge fordern. Hinzu kom­men die unge­niert im Inter­net geäußerten Has­s­parolen, Bran­dan­schläge, Gewalt­de­lik­te und Über­griffe gegen Geflüchtete und ihre Unterkün­fte. Das Bun­deskrim­i­nalamt reg­istri­erte bis Anfang August 613 solch­er Delik­te. Und es ist zu befürcht­en, dass der flüchtlings­feindliche Trend im Zuge der bevorste­hen­den Bun­destags- und Land­tagswahlen noch zunimmt. Ganz zu schweigen davon, dass die Entwick­lung in den Län­dern der EU wenig Hoff­nung macht.

In der Ver­anstal­tung wollen wir vor allem zwei Punk­te ansprechen:

Erstens die Frage der Recht­sen­twick­lung selb­st (hier scheint v.a. die neue, sub­tile Form des Recht­sradikalis­mus inter­es­sant zu sein, die nicht immer sofort als “rechts” erkennbar ist, wie z.B. bei den “Iden­titären”, die Begriffe ver­wen­den, die vie­len Leuten auf den ersten Blick ganz und gar unverdächtig erscheinen, aber bei genauem Hin­se­hen knall­harte Apartheit­skonzepte zum Aus­druck brin­gen (z.B. “Ethno­plu­ral­is­mus”). Es ist ja unüberse­hbar, dass hier mit­tler­weile ein Rin­gen um ide­ol­o­gis­che Hege­monie begonnen hat, sich aber nur sehr unscharf zeigt, wer und wessen Inter­essen genau dahin­ter ste­hen. Welche Rolle spie­len (lib­erale ?) Think-Tanks wie z.B. die Hayek-Gesellschaft? Und warum fall­en die Men­schen darauf rein, obwohl — wie ein Blick in das Wahl­pro­gramm der AfD rasch zeigen kön­nte — da eine Poli­tik betrieben wer­den soll, die den Inter­essen der Wäh­ler zuwider läuft.

Der zweite Prob­lemkom­plex soll sich mit der Frage befassen, was das für die Migra­tions- und Asylpoli­tik bedeutet. Es bee­in­flusst ja zweifel­los die Ein­stel­lung der Bevölkerung zur Frage von Migra­tion und Asysl, und es bee­in­flusst ja sog­ar die Hil­fs­bere­itschaft. In diesem Block soll es um fol­gende Fra­gen gehen: Ist Inte­gra­tion unter diesen Vorze­ichen noch möglich? Ist Inte­gra­tion über­haupt noch gewollt? Kön­nen die nach Deutsch­land Geflüchteten hier über­haupt noch Sicher­heit und Per­spek­tive find­en? Wie gehen die ehre­namtlichen Helferin­nen und Helfer mit dieser Entwick­lung um? Was lässt sich tun, um zu ver­mei­den, dass sich die schon beste­hende Frem­den­feindlichkeit weit­er ver­stärkt und stattdessen das Kli­ma der Offen­heit und Auf­nah­me­bere­itschaft lebendig gehal­ten wird? Welche Möglichkeit­en gibt es, die Entwick­lung nach Rechts zu stoppen?

Third “ISA-Forum of Sociology” in Vienna, July 10 ‑14, 2016

Session 11 of Research Committee on Sociocybernetics (RC51):
»Steering of Transitional Justice: The Question of
Civil Societal’s Democracy«

Tran­si­tion­al Jus­tice is a very high com­plex approach to achiev­ing jus­tice in times of tran­si­tion from con­flict and/or state repres­sion. It needs a strong goal-ori­ent­ed but also empa­thet­ic and flex­i­bel steer­ing process, which has to achieve account­abil­i­ty and redress­ing vic­tims, tran­si­tion­al jus­tice pro­vides recog­ni­tion of the rights of vic­tims, pro­motes civic trust and strength­ens the demo­c­ra­t­ic rule of law. But the ade­quate con­sid­er­a­tion of the com­plex­i­ty of all exist­ing dri­ving-fac­tors is very dif­fi­cult and requieres usu­al­ly a sec­ond order obser­va­tion process by includ­ing a vari­ety of social move­ments of civ­il soci­ety. But this requiere­ment seems to be after all avail­able expe­ri­ences the weak point of tran­si­tion­al jus­tice. The ses­sion will dis­cuss papers which describes prac­ti­cal expe­ri­ences and sci­en­tif­ic analy­sis of steer­ing process­es of tran­si­tion jus­tice and wants to analyse this weak-point and ask­ing for solu­tions from a socio­cy­ber­net­ic point of view.


Organiser:

Michael PAETAU, Cen­ter for Socio­cy­ber­net­ics Stud­ies, Ger­many — michael.paetau[ät]sociocybernetics.eu and

Pedro J. ESCRICHE, Uni­ver­si­dad de Zaragoza, Spain, pescrich[ät]unizar.es

For more infor­ma­tion: https://isaconf.confex.com/isaconf/forum2016/webprogrampreliminary/Symposium305.html

»Hindenburg-Forum« der Stadt Bonn am 15. Juni 2015

Am 17. April 2012 hat­ten wir an den Rat der Bun­destadt Bonn den Antrag gestellt, dem früheren Reich­spräsi­den­ten Paul von Hin­den­burg die ihm während der Naz­i­herrschaft ver­liehene Ehren­bürg­er­würde der Stadt Bonn posthum zu entziehen sowie den Hin­den­burg­platz in Dot­ten­dorf und die Hin­den­bur­gallee in Bad-Godes­berg umzuben­nen. In der Begrün­dung unseres Antrags heißt es u.a.: “Der frühere Reich­spräsi­dent Hin­den­burg muss auf­grund der gegen­wär­ti­gen wissenschaftli­chen Erken­nt­nisse als ver­häng­nisvolle Unheils­gestalt der deutschen Geschichte erachtet wer­den.” In dem Antrag heißt es weit­er: “In ein­er Sit­u­a­tion, in der die demokratis­che Öffentlichkeit nach Wegen und Mit­teln gegen recht­sex­trem­istis­chen Ter­ror und die Ver­bre­itung nation­al­sozial­is­tis­chen Gedankengutes sucht, ist die Ehren­bürg­er­schaft für einen Weg­bere­it­er des NS-Regimes, der wie kaum eine andere Per­son für Demokratiefeindlichkeit und nationale Über­he­blichkeit ste­ht, ein Affront gegenüber den Opfern des Nation­al­sozial­is­mus und gegenüber allen Men­schen, die sich gegen Ras­sis­mus und Neon­azis mutig zur Wehr set­zen. Mit diesem Antrag möcht­en wir den guten Namen der ehe­ma­li­gen Bun­de­shaupt­stadt und jet­zi­gen Bun­desstadt Bonn als ein­er weltof­fe­nen und tol­er­an­ten UN-City, die Men­schen aus allen Län­dern und Kul­turen willkom­men heißt, schützen und verteidigen.”

Nach­dem der Vere­in Wis­senskul­turen bere­its am 15. Juni 2013 gemein­sam mit dem NS-Doku­men­ta­tion­szen­trum Köln (NS-Dok) eine öffentliche Diskus­sionsver­anstal­tung zu dem umstrit­te­nen The­ma ver­anstal­tet hat (s. den Fly­er zur Ver­anstal­tungsrei­he “Die Auseinan­der­set­zung um Paul von Hin­den­burg”) hat sich zwei Jahre später auch die Stadt Bonn dazu durchgerun­gen, “ein öffentlich­es, plu­ral­is­tisch beset­ztes Forum mit Wis­senschaft­lerin­nen und Wis­senschaftlern und den Antrag­stel­lerin­nen und Antrag­stellern der entsprechen­den Bürg­er­anträge” zu ver­anstal­ten, “um einen Beitrag zur Mei­n­ungs­bil­dung zu leis­ten, Bürg­erin­nen und Bürg­ern Gele­gen­heit zur Mitwirkung zu geben und eine abschließende Beratung in Bezirksvertre­tung und Rat vorzu­bere­it­en.” Dieses Bürg­er­fo­rum fand statt am


Datum: 11. Juni 2015, 18:00 — 21:00 Uhr
Ort: Elis­a­beth-Sel­bert-Gesamtschule, Hin­den­bur­gallee 50, 53175 Bonn

Dokumente zum Download:

Veranstaltungsreihe Kolumbien (V): »Chocó — Eine kolumbianische Region im Schatten der Globalisierung« (21.05.2015)

Wenig beachtet von der Öffentlichkeit und den inter­na­tionalen Medi­en find­et im Chocó, ein­er im paz­i­fis­chen Küs­ten­tiefland liegen­den Region Kolumbi­ens, eine Auseinan­der­set­zung um die Autonomie der bäuer­lichen Gemein­den und um die dro­hende Zer­störung der natür­lichen Lebens­grund­la­gen der ansäs­si­gen Bevölkerung statt. Eine Auseinan­der­set­zung, die uns alle ange­ht. Denn: Der tro­pis­che Regen­wald des Chocó ist eine der wasser­re­ich­sten Gegen­den der Welt. Auf 46.500 km² Fläche befind­et sich eine Pflanzen- und Tier­welt, die an Vielfalt und Schön­heit einzi­gar­tig ist. Der Natur­park Katios am Río Atra­to wurde von der UNESCO zum Naturerbe der Men­schheit ernan­nt. Seine Erhal­tung ste­ht exem­plar­isch für den Schutz der Natur in allen Teilen unser­er Erde. Unsere 5. Kolumbi­en-Ver­anstal­tung fand wieder mit wieder Ursu­la Holzapfel und Ulrich Koll­witz von dem “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Dep. Choco, Kolumbi­en, die wir auch schon bei den drei voraus­ge­gan­genen Ver­anstal­tun­gen zu Gast hat­ten. Die Ver­anstal­tung fand am 21. Mai 2015 in der “Alten Kaplanei” der Pfar­rei Sankt Sebas­t­ian in Bonn-Pop­pels­dorf, Ster­nen­burgstraße 27, statt.

Zum Down­load der Veranstaltungsankündigung:
Fly­er der Ver­anstal­tung in Bonn am 21. Mai 2015

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (IV): »Kolumbien wehrt sich
gegen Naturzerstörung« (10.10.2013)

Unsere 4. Kolumbi­en-Ver­anstal­tung befasste sich mit den aktuellen Auseinan­der­set­zun­gen des Jahres 2013 in dem südamerikanis­chen Land, vor allem mit dem wach­senden Wider­stand gegen die Umweltzer­störung und den Protesten der Land­bevölkerung gegen ihre zunehmende Ver­ar­mung auf­grund von Bil­ligim­porten und Frei­han­delsabkom­men. Diese Auseinan­der­set­zun­gen haben sich in den let­zten Monat­en auf mehrere Regio­nen Kolumbi­ens aus­gedehnt. Unsere Diskus­sion beyog sich beispiel­haft auf die Region Choco, wo die Gold­mi­ne­naus­beu­tung Boden und Regen­wald zer­stört und damit auch die Lebens­grund­la­gen der Afro- und indi­ge­nen Bevölkerung bedro­ht. Als Ref­er­enten kon­nten wir wieder Ulrich Koll­witz und Ursu­la Holzapfel, von dem “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Dep. Choco, Kolumbi­en, gewin­nen, deren ken­nt­nis­re­iche und detail­lierte Beschrei­bung der Prob­leme uns bere­its bei den bei­den ver­gan­genen Ver­anstal­tun­gen begeis­tert hat. Für ihre Arbeit im Depar­ta­ment Chocó waren bei­de im Jahre 2007 mit dem Bun­desver­di­en­stkreuz aus­geze­ich­net worden.

Die Ver­anstal­tung fand in Koop­er­a­tion mit der Infor­ma­tion­sstelle Lateinameri­ka (ILA) und dem Ibero Club Bonn statt. Don­ner­stag, den 10. Okto­ber 2013, 19:00 Uhr; Ort: Kapi­tel­saal der Katholis­chen Hochschul­ge­meinde Bonn/Sankt Remigius, Brüder­gasse 8, Bonn. Lage­plan Sankt Remigius 

choco_vorher
choco_nachher

Regen­wald im Choco: vor und nach dem ille­galen Goldabbau

Zur Auseinandersetzung um Paul von Hindenburg: »Die Macht des Mythos: “Ehre wem Ehre gebührt”?!« (15.6.2013)

Anlässlich der Auseinan­der­set­zung um den früheren Reich­spräsi­den­ten Paul von Hin­den­burg als Ehren­bürg­er und Namenspa­tron in der Bun­desstadt Bonn (s. unten), hat­ten wir zu zwei Infor­ma­tions- und Diskus­sionsver­anstal­tun­gen ein­ge­laden. Bei­de Ver­anstal­tun­gen wur­den gemein­sam vom NS-Doku­men­ta­tion­szen­trum der Stadt Köln und Wis­senskul­turen e.V., Bonn, durchge­führt. Der Fly­er für bei­de Ver­anstal­tun­gen liegt hier zum Down­load bere­it. Die Ver­anstal­tun­gen fand an fol­gen­den Tagen statt:

  • Mittwoch 5. Juni 2013: “Die Macht des Mythos: Paul von Hin­den­burg in der deutschen Öffentlichkeit” mit Anna von der Goltz (George­town Uni­ver­si­ty Wash­ing­ton), um 19:00 Uhr, NS-Doku­men­ta­tion­szen­trum der Stadt Köln (EL-DE-Haus), Appell­hof­platz 23–25, 50667 Köln, und
  • Sam­stag 15. Juni 2013: “ ‘Ehre, wem Ehre gebührt’?! Hin­den­burg als Namenspa­tron”, ein Work­shop mit Arbeits­grup­pen zu drei The­men der Auseinan­der­set­zung, um 14:30 Uhr, MIGRApo­lis Haus der Vielfalt, Brüder­gasse 16–18, 53111 Bonn.

Der Vor­trag von Anna von der Goltz am 5. Juni 2013 beleuchtete die Selb­st- und Fremdzuschrei­bun­gen Paul von Hin­den­burgs in der deutschen Öffentlichkeit 1914–1934. Die Ref­er­entin ist Assis­tant Pro­fes­sor für Deutsche Geschichte an der George­town Uni­ver­si­ty in Wash­ing­ton. 2008 erhielt sie den Ernst-Fraenkel-Preis für ihre Studie zum Hin­den­burg-Mythos; 2009 erschien ihr Buch „Hin­den­burg: Pow­er, Myth, and the Rise of the Nazis“ bei Oxford Uni­ver­si­ty Press.

Im Zen­trum der Ver­anstal­tung am 15. Juni 2013, ste­hen drei The­men­bere­iche, die in Arbeits­grup­pen behan­delt wurden:

  • AG 1: „Straßenkämpfe”? Prak­tis­che Erfahrun­gen mit lokalen Kon­flik­ten um Straßenumbenennun-
    gen. Am Beispiel der Kon­tro­verse um den Hin­den­burg­platz in Mün­ster. Impul­srefer­at von Michael Sturm, Geschicht­sort Vil­la ten Hom­pel der Stadt Münster.
  • AG 2: Der Gefre­ite Hitler als Tes­ta­mentsvoll­streck­er Hindenburgs.
    Impul­srefer­at von Dr. Arnold Mau­r­er, Lehrer der Bon­ner Elis­a­beth-Sel­bert-Gesamtschule an der
    Hin­den­bur­gallee, die eine Schü­lerini­tia­tive zur Umbe­nen­nung der Straße ges­tartet hatte.
  • AG 3: „Wirk­mächtigkeit des Mythos“. Was verbindet Hin­den­burg, Sar­razin und den NSU?
    Impul­srefer­at von Dr. Thomas Kaut, Wis­senskul­turen e.V.
  • Anschließend erfol­gte eine Zusam­men­fas­sung und Diskus­sion im Plenum.
    Mod­er­a­tion: Dr. Michael Pae­tau und Gerd Pütz

Bei­de Ver­anstal­tun­gen wur­den von der Info- und Bil­dungsstelle gegen Recht­sex­trem­is­mus im NS-DOK der Stadt Köln, dem Min­is­teri­um für Fam­i­lie, Kinder, Kul­tur und Sport des Lan­des Nor­drhein-West­falen sowie vom Bun­desmin­is­teri­um für Fam­i­lie, Senioren, Frauen ud Jugend im Rah­men des Bun­de­spro­gramms “TOLERANZ FÖRDERNKOMPETENZ STÄRKEN” gefördert.
Zum Down­load:
Fly­er der Ver­anstal­tungsrei­he “Die Auseinan­der­set­zung um Paul von Hindenburg”

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (III):
Deutsch-Kolumbianische Theaterproduktion:
»Wiedergutmachung — Innehalten um weitergehen zu können.
Eine lebendige Ausstellung« (6.6.2013)

Nach mehr als 50 Jahren Bürg­erkrieg in Kolumbi­en find­en seit eini­gen Monat­en Friedensver­hand­lun­gen statt. Was es heißt, in diesem zer­ris­se­nen Land von Gerechtigkeit und Wiedergut­machung zu sprechen, brin­gen die Kün­stler des the­ater­päd­a­gogis­chen Pro­jek­ts des Zivilen Friedens­di­en­stes (Arbeits­ge­mein­schaft für Entwick­lung­shil­fe e.V. (AGEH)), der “Cor­po­ración Juridi­ca Lib­er­tad” und des Kollek­tivs “Bar­racu­da Carmela” in ein­er mul­ti­me­di­alen Insze­nierung zum Aus­druck. In dem The­ater­stück treten die Kün­stler Inge Kleut­gens, Catali­na Med­i­na und Felipe Ver­gara als “lebende Bilder” in einen Dia­log mit den Werken des kolumbian­is­chen Malers Sanchez Caballero auf. Sie lei­hen den Bildern ihre Kör­p­er und ihre Stim­men. Das Stück ver­mit­telt eine andere Form der Reflex­ion des gegen­wär­ti­gen sozialen und poli­tis­chen Kon­flik­ts in Kolumbi­en. Es wird in spanis­ch­er und deutsch­er Sprache aufge­führt. Spanis­che Texte wer­den ins Deutsche über­set­zt. Details zu der Ver­anstal­tung lassen sich hier im Fly­er. nachlesen.

Ver­anstal­ter sind das Inter­na­tionale Frauen­zen­trum Bonn und die terre des hommes Gruppe/Bonn in Koop­er­a­tion mit dem Bon­ner Net­zw­erk für Entwick­lung, dem Ibero-Club Bonn e.V., der Deutschen Gesellschaft für Inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit (GIZ) GmbH, dem Frauen­net­zw­erk für Frieden, dem Lateinameri­ka Zen­trum Bonn, der Infor­ma­tion­sstelle Lateinameri­ka (ILA), der Amnesty Inter­na­tion­al Hochschul­gruppe Bonn und dem Vere­in Wis­senskul­turen e.V. Die The­ater­tournee wird gefördert von: Brot für die Welt, Mis­ere­or und der AGEH.

Zum Down­load:
Fly­er der Ver­anstal­tung in Bonn am 6. Juni 2013

Bürgerausschuss fordert ein klares Zeichen des
Bonner Stadtrates gegen Hindenburg

Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur.” (Paul von Hindenburg)

Der von unserem Vere­in an den Rat der Bun­destadt Bonn gestellte Antrag, dem früheren Reich­spräsi­den­ten Paul von Hin­den­burg die ihm während der Naz­i­herrschaft ver­liehene Ehren­bürg­er­würde der Stadt Bonn posthum zu entziehen, wurde am 29.11.2012 erneut im Bürg­er­auss­chuss berat­en. Lei­der kon­nten sich auch dies­mal die Bürg­er der Stadt Bonn nicht an der Debat­te beteili­gen. Und wieder wurde die Hoff­nung ent­täuscht, dass die poli­tisch Ver­ant­wortlichen dieser Stadt ein deut­lich­es poli­tis­ches Sig­nal aussenden wür­den. Aber immer­hin wurde mehrheitlich beschlossen, dem Rat der Stadt Bonn die Ver­ab­schiedung ein­er Res­o­lu­tion zu empfehlen, in der die 1933 von den Nazis durchgepeitschte Ernen­nung Hin­den­burgs zum Ehren­bürg­er posthum für null und nichtig erk­lärt wird. Und dass es hier­für gute Gründe gibt, zeigt nicht nur die Rolle Hin­den­burgs in der Weimar­er Repub­lik (s. unter “Doku­mente zum Down­load” den Beitrag von M. Pae­tau), son­dern auch die Art und Weise, in der diese Ehrung 1933 zus­tande gekom­men war (s. unter “Doku­mente zum Down­load” den Beitrag von T. Kaut).

Wir hat­ten in unserem Antrag gefordert, Hin­den­burg die Ehren­bürg­er­würde abzuerken­nen sowie den Hin­den­burg­platz in Dot­ten­dorf und die Hin­den­bur­gallee in Bad-Godes­berg umzuben­nen. In der Begrün­dung unseres Antrags heißt es u.a.: “Der frühere Reich­spräsi­dent Hin­den­burg muss auf­grund der gegen­wär­ti­gen wissenschaftli­chen Erken­nt­nisse als ver­häng­nisvolle Unheils­gestalt der deutschen Geschichte erachtet wer­den.” In dem Antrag heißt es weit­er: “In ein­er Sit­u­a­tion, in der die demokratis­che Öffentlichkeit nach Wegen und Mit­teln gegen recht­sex­trem­istis­chen Ter­ror und die Ver­bre­itung nation­al­sozial­is­tis­chen Gedankengutes sucht, ist die Ehren­bürg­er­schaft für einen Weg­bere­it­er des NS-Regimes, der wie kaum eine andere Per­son für Demokratiefeindlichkeit und nationale Über­he­blichkeit ste­ht, ein Affront gegenüber den Opfern des Nation­al­sozial­is­mus und gegenüber allen Men­schen, die sich gegen Ras­sis­mus und Neon­azis mutig zur Wehr set­zen. Mit diesem Antrag möcht­en wir den guten Namen der ehe­ma­li­gen Bun­de­shaupt­stadt und jet­zi­gen Bun­desstadt Bonn als ein­er weltof­fe­nen und tol­er­an­ten UN-City, die Men­schen aus allen Län­dern und Kul­turen willkom­men heißt, schützen und verteidigen.”

Doku­mente zum Download: 

Constanza Paetau mit den Rheinlandtaler ausgezeichnet

Über die Ver­lei­hung des Rhein­land­talers an unser Mit­glied Con­stan­za Ruiz de Pae­tau haben wir uns sehr gefreut. Mit dem Rhein­land­taler zeich­net der Land­schaftsver­band Rhein­land seit 1975 jedes Jahr Per­sön­lichkeit­en aus, die sich in beson­der­er Weise um die kul­turelle Entwick­lung des Rhein­lan­des ver­di­ent gemacht haben. 2013 wurde unser Vere­ins­mit­glied Con­stan­za Pae­tau “für Ver­di­en­ste um das multi­na­tionale Zusam­men­leben und friedliche Miteinan­der zwis­chen einzel­nen Völk­er­grup­pen auf kul­turellem Gebi­et im Rhein­land” mit dieser Ausze­ich­nung geehrt. Con­stan­za Pae­tau war 1999 Grün­dungsmit­glied und langjährige Vor­sitzende des Inter­na­tionalen Frauen­zen­trums Bonn (IFZ), in dem Frauen aus Europa, Afri­ka, Ameri­ka und Asien engagiert sind und das sich als Ort interkul­tureller Begeg­nung ver­ste­ht. “Sie helfen den Frauen, sich in der neuen Heimat einzuleben und ermuti­gen sie, sich zu engagieren und selb­st aktiv zu wer­den”, hob der Vor­sitzende der Land­schaftsver­samm­lung Rhein­land, Pro­fes­sor Dr. Jür­gen Wil­helm in sein­er Lau­da­tio hervor.

In Ihrer Dankesrede sagte Con­stan­za Pae­tau u.a.:

Wir müssen uns alle für die neue Vielfalt öff­nen und dabei Vielfalt nicht nur bezo­gen auf Eth­niz­ität begreifen, son­dern auf neue Lebens­for­men und Anschau­un­gen. Und wenn wir es gemein­sam schaf­fen, unsere eige­nen Bar­ri­eren abzubauen und eine Kul­tur der Wertschätzung von Unter­schiedlichkeit zu etablieren, nur so wird unsere Gesellschaft wirk­lich tol­er­an­ter wer­den und es wird ein „Wir Gefühl“ geschaf­fen, das von allen Mit­glieder der Gesellschaft getra­gen wird. Ein „Wir-Gefühl“, das heute von Per­so­n­en mit Migra­tionsh­in­ter­grund häu­fig ver­misst wird.” (Con­stan­za Pae­tau in ihrer Dankesrede)

Weit­ere Infor­ma­tio­nen zur Ver­anstal­tung des Rhein­land­talers 2013:

Veranstaltungsreihe Kolumbien (II): »Der Kampf um die
Selbstbehauptung der indigenen und afrokolumbianischen
Bevölkerung im Chocó« (6.6.2012)

Ver­anstal­tung mit Ulrich Koll­witz und Ursu­la Holzapfel, “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Kolumbi­en, die über die Auseinan­der­set­zun­gen um Selb­st­be­haup­tung und Men­schen­rechte im kolumbian­is­chen Depar­ta­men­to Chocó berichteten. (Mittwoch, den 6. Juni 2012, Räu­men des Haus­es Migrapo­lis, Brüder­gasse 16–18 , 53111 Bonn)

Wie bere­its auf unser­er ersten Ver­anstal­tung zu Kolumbi­en im Okto­ber 2010 aus­führlich dargestellt, ist die Sit­u­a­tion im Chocó seit vie­len Jahren durch Zer­störung der Umwelt, zunehmende poli­tis­che Kor­rup­tion sowie ständi­ge Gewalt von Paramil­itärs, reg­ulär­er Armee und Gueril­la gegen die haupt­säch­lich afrokolumbian­is­chen und indi­ge­nen Gemein­schaften geprägt. Die Diözese Quib­dó und die NGO Human Rights Every­where führen seit Jahren Pro­jek­te zur Unter­stützung der Selb­st­be­haup­tung dieser Gemein­schaften auf kollek­tiv­en Landbe­sitz und zur Vertei­di­gung ele­mentar­er Men­schen­rechte durch und ver­fü­gen deshalb über erstk­las­sige Infor­ma­tio­nen über die dor­tige Sit­u­a­tion. Mit unser­er Ver­anstal­tung wollen wir über die Sit­u­a­tion im Chocó informieren und das Engage­ment der Men­schen in diesen Pro­jek­ten unter­stützen. Als Ref­er­enten unser­er Infor­ma­tions- und Sol­i­dar­itätsver­anstal­tung kon­nten wir wieder — wie schon vor anderthalb Jahren — Ulrich Koll­witz, den Vertreter der Diözese, gewin­nen,  die bei­de in lebendi­ger Weise über Land, Men­schen und den Kampf für soziale Gerechtigkeit berichteten.

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Arbeitskreis »Wissensallmende und Neue Medien«
(Sommersemester 2012)

Com­mons bieten uns die Möglichkeit, die Dinge so beim Namen zu nen­nen, dass wir nicht blin­d­lings die Fik­tio­nen der alten Ord­nung wieder­holen.” (S. Hel­frich & D. Bol­lier: Com­mons als trans­for­ma­tive Kraft, Biele­feld 2012)

Die Diskus­sion um die Entwick­lungschan­cen der soge­nan­nten “Wis­sensall­mende” ist einge­bet­tet in die generellere Diskus­sion um Geme­ingüter bzw. die “Com­mons”. Durch die Ver­lei­hung des Nobel­preis­es für Wirtschaft im Jahre 2009 an Eli­nor Ostrom hat diese Diskus­sion einen enor­men Auf­schwung genom­men. Im AK »Wis­sensall­mende« befassen wir uns mit der Frage, was ist eine Wis­sensall­mende, wie kön­nte sie genau ausse­hen und welche Über­lebens­möglichkeit hätte sie in ein­er Welt, die durch die Hege­monie ein­er waren­pro­duzieren­den, und damit an der Schaf­fung von Mehrw­ert ori­en­tierten Gesellschaft geprägt ist. Wir begin­nen mit einem Aus­flug in die Geschichte und fra­gen: welche Bedeu­tung hat die All­mende in früheren Epochen des Feu­dal­is­mus und des auf­streben­den Indus­triekap­i­tal­is­mus tat­säch­lich gespielt. Wie kön­nte die Utopie ein­er Wis­sensall­mende ausse­hen? Und in welchem Ver­hält­nis ste­hen Imma­te­ri­al­güter (wie z.B. Wis­sen) und materielle Güter (z.B. Pro­duk­te, in denen hochkom­plex­es Wis­sen inko­r­pori­ert ist)?

Arbeitskreis »Mythos Hindenburg«
(Wintersemester 2011/2012)

Ich schei­de von meinem deutschen Volk in der fes­ten Hoff­nung, dass das, was ich im Jahre 1919 ersehnte und was in langsamer Reife zu dem 30. Jan­u­ar 1933 führte, zu voller Erfül­lung und Vol­len­dung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes reifen wird.” (Tes­ta­ment P.v. Hin­den­burgs, S. 6 f.) )

In dem Arbeit­skreis wird der immer noch zu beobach­t­ende Mythos, der mit der Per­son Paul von Hin­den­burg ver­bun­den ist, mit seinen Hand­lun­gen und sein­er Rolle als aggres­siv­er Mil­i­tarist im 1. Weltkrieg, bei der Zer­störung der Weimar­er Repub­lik und im Rah­men der Machtüber­tra­gung an den Nation­al­sozial­is­mus behan­delt. Darüber hin­aus fra­gen wir uns aber auch nach der Wirk­mächtigkeit des Mythos Hin­den­burg und die generelle Funk­tion der­ar­tiger Mythen­bil­dung im Kon­text der aktuellen Auseinan­der­set­zun­gen mit Recht­sex­trem­is­mus und Rassismus.

Arbeitskreis »Wissensgeschichte des Liberalismus«
(Sommersemester 2011)

Es ist schon eige­nar­tig, dass diesel­ben Leute, die in geschlif­f­enene Worten von poli­tis­ch­er Frei­heit sprechen und das Recht auf Steuer­erhe­bung für ein unveräußer­lich­es Men­schen­recht hal­ten, keine Skru­pel haben, einen Großteil ihnen ähn­lich­er Geschöpfe Bedin­gun­gen zu unter­w­er­fen, in denen diese nicht nur allen Eigen­tums, son­dern auch fast aller Rechte beraubt sind.” (John Mil­lar, schot­tis­ch­er Aufk­lär­er 1771)

Der AK »Wis­sens­geschichte des Lib­er­al­is­mus« des Vere­ins »Wis­senskul­turen e.V.« beschäftigt sich mit den philosophis­chen Grund­la­gen, der Her­aus­bil­dung des freien Welthandels und die Entwick­lung Eng­lands zur dom­i­nan­ten Welt­macht im 18. Jahrhun­dert, die Auseinan­der­set­zun­gen inner­halb des Lib­er­al­is­mus im Zusam­men­hang mit der amerikanis­chen Rev­o­lu­tion, über Sklaven­han­del und Sklaven­hal­tung in den USA und den europäis­chen Kolonien sowie über die Leibeigen­schaft in Europa selb­st. Wir wollen auch die Bedeu­tung lib­eralen Denkens in der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion und danach unter­suchen, die Auswirkun­gen auf die Unab­hängigkeits­be­we­gung in Südameri­ka, sowie die Rolle des Lib­er­al­is­mus im Zusam­men­hang mit der deutschen und ital­ienis­chen Nation­al­be­we­gung des 19. Jahrhun­derts. Betra­ch­tun­gen zur zeitweili­gen Zurück­drän­gens lib­eralen Denkens in der ersten Hälfte des 20. Jahhrun­derts und sein­er erneuten Durch­set­zung in der zweit­en Hälfte des 20. Jah­hun­derts run­den das Pro­gramm dieses Arbeit­skreise ab.

Veranstaltungsreihe Kolumbien (I): »Choco — Der Kampf um die Menschenrechte in Kolumbien« (25.10.2010)

Dieser Vor­trag von Ulrich Koll­witz, “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Kolumbi­en, war der Auf­takt zu ein­er Rei­he von Ver­anstal­tun­gen zum The­men­schw­er­punkt “Kolumbi­en”, die wir in den fol­gen­den Jahren in los­er Rei­hen­folge durch­führen. Ulrich Koll­witz berichtete über die Sit­u­a­tion der Men­schen­rechte in Kolumbi­en und die Arbeit der Equipo Misionero im kolumbian­is­chen Depar­ta­men­to Chocó. (Mon­tag, den 25. Okto­ber 2010, im Bon­ner Insti­tut für Migra­tions­forschung und Interkul­turelles Ler­nen (BIM) e.V., Thomas-Mann-Str. 1, 53111 Bonn)

Im Depar­ta­men­to Chocó, im kolumbian­is­chen Regen­wald zwis­chen Paz­i­fik- und Atlantik im Nor­den Südamerikas gele­gen, haben Megapro­jek­te der kolumbian­is­chen Regierung und nor­damerikanis­ch­er Inter­es­sen­grup­pen zu mas­siv­en sozialen Auseinan­der­set­zun­gen, begleit­et von Land­vertrei­bung und Ver­ar­mung der ansäs­si­gen afro-kolumbian­is­chen und indi­ge­nen Gemein­schaften geführt. Paramil­itärische Grup­pen, die teil­weise offen von den reg­ulären Stre­itkräften unter­stützt wer­den, und linke Gueril­la­grup­pen liefern sich eine erbit­terte mil­itärische Auseinan­der­set­zung, unter der vor allem die Zivil­bevölkerung zu lei­den hat. Einige Gemein­schaften ver­suchen sich gegen diese Spi­rale der Gewalt zur Wehr zu set­zen. Sie ver­suchen, durch sol­i­darisches Han­deln die sozialen und gesellschaftlichen Bedin­gun­gen für ein selb­st­bes­timmtes Leben in Frieden und Frei­heit zu entwick­eln. In seinem beein­druck­enden Vor­trag, der von vie­len Fotos der Land­schaft und des sozialen Lebens in dieser imponieren­den Region unter­stützt wurde, berichtete Ulrich Koll­witz von diesem Ver­suchen und wie die “Equipo Misionero Vida Jus­ti­cia y Paz” die Gemein­schaften in ihrem Über­leben­skampf zu unterstützen.

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Arbeitskreis »Am Kreuzweg der Wissensordnung«
(Wintersemester 2010/2011)

A Spec­tre is haunt­ing multi­na­tion­al cap­i­tal­ism – the spec­tre of free infor­ma­tion. All the pow­ers of ‘glob­al­ism’ have entered into an unholy alliance to exorzise this spec­tre (…) Througout the world the move­ment for free infor­ma­tion announces the arrival of a new social struc­ture, born of the trans­for­ma­tion of bour­geois indus­tri­al soci­ety by the dig­i­tal tech­nol­o­gy of its own inven­tion.” (Eben Moglen: The dot­Com­mu­nist Man­i­festo 2003)

In dem Arbeit­skreis stellen wir uns die Frage: “was ist eigentlich das Rev­o­lu­tionäre” bzw. »Eamnzi­pa­torische« an der soge­nan­nten “dig­i­tal­en Rev­o­lu­tion”? Wer sind die Sub­jek­te dieser Trans­for­ma­tion und was ist ihr Gegen­stand? Wir knüpfen an die Beobach­tung an, dass die Wis­sens­for­ma­tion der Gesellschaft sich insofern an einem Kreuzweg befind­et, als gegen­wär­tig Weichen­stel­lun­gen erfol­gen, die darüber entschei­den, ob die Poten­ziale der Infor­ma­tions- und Kom­mu­nika­tion­stech­nolo­gien genutzt wer­den, um mehr Selb­st­bes­tim­mung der Indi­viduen und größere Trans­parenz der anony­men Sys­teme der Macht herzustellen, oder aber eher umgekehrt eine stärkere Kon­trolle der Bürg­er durch Samm­lung und Auswer­tung der Dat­en, die sie bei all ihren Hand­lun­gen hin­ter­lassen. Darüber hin­aus stellt sich die Frage, inwieweit der freien gemein­schaftlichen Ver­fü­gung zugänglich sein wird, oder aber immer mehr zu ein­er Ware wird, die pro­pri­etären Prinzip­i­en und ökonomis­chen Kalkülen unter­wor­fen sein wird.

Arbeitskreis »Historischer Wandel von Wissenskulturen am Beispiel von Aufklärung, Romantik und Postmoderne«
(Sommersemester 2010)

Die Ver­nun­ft hat immer existiert, nur nicht immer in der vernün­fti­gen Form.”
(K. Marx, Brief an A. Ruge, 1843)

Am Beispiel des Umbruchs von der Aufk­lärung zur Roman­tik wird nachgeze­ich­net, wie sich Diskurskon­stel­la­tio­nen verän­dern und so let­ztlich zu ein­er neuen Wis­sensor­d­nung führen kön­nen. Anhand aus­gewählter Lit­er­aturstellen wird der Wan­del in den Diskursen von Philoso­phie, Epis­te­molo­gie, Poli­tik und Kun­st her­aus­gear­beit­et und in eine Beziehung geset­zt zu den Debast­ten, wie sie im Diskurs um die soge­nan­nte “Post­mod­erne” geführt wer­den und zu den aktuellen
Verän­derun­gen der gesellschaftlichen Kom­mu­nika­tionsver­hält­nisse, wie wir sie gegen­wär­ti­gen im Zuge der soge­nan­nten “dig­i­tal­en Rev­o­lu­tion” beobachten.

Arbeitskreis »Emanzipatorische Potenziale der Wissens-
gesellschaft« (Wintersemester 2009/2010)

Die Dekon­struk­tion aller Sub­jek­tre­f­eren­zen führt uns zur Posi­tion eines Beobachters zweit­er Ord­nung, der es sich zur Gewohn­heit gemacht hat, jew­eils zu fra­gen: wer sieht das?, wer sagt das?” (N. Luh­mann: Die Wis­senschaft der Gesellschaft, 1990)

Dem Arbeit­skreis “Emanzi­pa­torische Poten­ziale der Wis­sens­ge­sel­llschaft” geht es darum, den gegen­wär­ti­gen durch die ras­ante Entwick­lung der Infor­ma­tions- und Kom­mu­nika­tion­stech­nolo­gien aus­gelösten oder zumin­d­est beflügel­ten Tran­si­tion­sprozess, in dem sich die mod­erne Gesellschaft befind­et, zu ver­ste­hen. Wir greifen die vielerorts vertretene These auf, dass die gegen­wär­tig zu beobach­t­ende Tran­si­tion in einen gesellschaftlichen Zus­tand führt, der “Wis­sens­ge­sellschaft” beze­ich­net wer­den kann und fra­gen nach der sozialen Qual­iät eines solchen Tran­si­tion­sprozess­es gemessen an ein­er emanzi­pa­torischen Entwicklung.

Arbeitskreis »Wissenskulturen und Geschlechter-
verhältnisse« (Sommersemster 2009)

Der sprin­gende Punkt ist nicht, neue Geschlechter­nor­men vorzuschreiben, so als ob man die Verpflich­tung hätte, ein Maß, einen Maßstab oder eine Norm für die Beurteilung konkur­ri­eren­der Gen­der­darstel­lun­gen zu liefern.” (J. But­ler: Die Macht der Geschlechter­nor­men, 2009, S. 56)

Der AK “Wis­senskul­turen und Geschlechter­ver­hält­nisse” set­zt sich mit hege­mo­ni­alen und kri­tis­chen Konzepten von Geschlechter­ver­hält­nis­sen in unter­schiedlichen Epochen und Wis­senskul­turen auseinan­der. Diese wer­den in ein Ver­hält­nis geset­zt zu der heuti­gen Diskus­sion um ein nicht-iden­titäres und post-kolo­niales Ver­ständ­nis von Gen­der, in der sowohl die diskur­sive Kon­struk­tion von Geschlecht in den Vorder­grund gehoben wird als auch ihre inter­sek­tionale Kon­sti­tu­ierung (Gen­der — Class — Race) zum Tra­gen kommt.