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COLPAZ startet Briefaktion an die kolumbianische Botschaft

Der erschüt­ternde Bericht von Ursu­la Holz­pafel und Ulrich Koll­witz aus Quib­dó, der Haupt­stadt des kolumbian­is­chen Depar­ta­men­tos Chocó, hat uns ver­an­lasst, nicht nur diesen Bericht zu ver­bre­it­en, son­dern auch der kolumbian­is­chen Botschaft in Berlin deut­lich zu machen, dass die Weltöffnetlichkeit sehr genau hin­schaut, was gegen­wär­tig in Kolumbi­en geschieht.

In einem gemein­samen Aufruf von afrokolumbian­is­chen und indi­ge­nen Organ­i­sa­tio­nen, des »Con­se­jo Comu­ni­tario May­or de la Aso­ciación Campesina Inte­gral del Atra­to – COCOMACIA«, dem »Mesa Indí­ge­na del Chocó«, dem »Foro Interét­ni­co Sol­i­dari­dad Chocó«, dem »Red Depar­ta­men­tal de Mujeres Chocoanas« und dem »Mesa Ter­ri­to­r­i­al de Garan­tías Chocó« wird auf die alarmierende Zunahme der Ver­let­zung der indi­vidu­ellen und kollek­tiv­en Rechte der afrokolumbian­is­chen und indi­ge­nen Völk­er des Chocó durch die Ver­schär­fung des bewaffneten Kon­flik­ts im Departe­ment aufmerk­sam gemacht.

Schon seit langem wird das Ein­sick­ern paramil­itärisch­er Ver­bände (ins­beson­der der Autode­fen­sas Gai­tanistas de Colom­bia, AGC) und Grup­pen der ELN-Gueril­la in den Choco beklagt. Ursu­la und Uli hat­ten auf den Ver­anstal­tun­gen, die wir mit Ihnen in den let­zten bei­den Jahren gemacht hat­ten, immer wieder darauf hingewiesen. In den beset­zten Gebi­eten wer­den eigene »Geset­ze« zur Gel­tung gebracht und sie über die ver­fas­sungsmäßig garantierten Rechte der betroff­nen Gemein­den und Grup­pen gestellt. Diese Missstände sind seit langem bekan­nt, wer­den aber von der kolumbian­is­chen Regierung ignori­ert. Zu befürcht­en ist, dass es wieder ein­mal ein klammheim­lich­es Ein­ver­ständ­nis der Regierung mit den paramil­itärischen Kräften, die mit enor­men finanziellen und logis­tis­chen Ressourcen aus­ges­tat­tet sind, gibt. Ihr vorgegebenes Ziel ist es, die verbliebe­nen Gueril­la­grup­pen zu eli­m­inieren. Aber nicht nur darum scheint es zu gehen (vgl. Jus­ti­cia y Paz, Colom­bia, 30.12.2019). Vertrei­bun­gen der Bevölkerung von ihrem Land sind in einem bish­er nicht bekan­ntem Aus­maß an der Tage­sor­d­nung. Ille­gale Berg­bauan­la­gen enste­hen, Regen­wald wird gerodet um Platz für große Plan­ta­gen oder für Gold­mi­nen zu machen. Die Umweltver­schmutzung schre­it­et voran, ins­beson­dere der Flüsse, die die Leben­sad­er dieser Region darstellen. Queck­sil­ber­verseuchung des Wassers bedro­ht die Gesund­heit und das Leben der indi­ge­nen und afrokolumbian­is­chen Bevölkerung, die an den Ufern dieser Flüsse siedeln.

Ursu­la und Uli schreiben, dass selb­st in der Stadt Quib­do, die Haupt­stadt des Depar­ta­men­tos Choco, die Gewalt­grup­pen immer mehr die Kon­trolle über die Wohn­vier­tel aus­dehnen. »Sie sind die Einzi­gen, die kein­er­lei Aus­gangs­beschränkun­gen unter­liegen. Per­so­n­en, die sich dieser Herrschaft wider­set­zen wollen, wer­den eingeschüchtert und bedro­ht. Allein hier in Quib­dó haben wir dieses Jahr bere­its 87 Mord­fälle reg­istri­eren müssen. Es fall­en nach wie vor weit mehr Men­schen den Gewaltver­brechen zum Opfer als dem Coro­n­avirus, der bish­er im gesamten Chocó 70 Ster­be­fälle ver­sur­sacht hat.« (Rund­brief von Ursu­la Holzapfel & Ulrich Koll­witz, Comisión Vida, Jus­ti­cia y Paz, v. 7.7.2020)

Und dies find­et alles in einem Gebi­et statt, welch­es im Friedensver­trag als eines der 16 Ter­ri­to­rien erk­lärt wurde, die beson­ders unter dem Gewaltkon­flikt gelit­ten hat­ten und deshalb ein­er beson­deren Unter­stützung des Staates bedür­fen. Aber diese Art von “Unter­stützung” war sich­er nicht gemeint vgl. Jus­ti­cia y Paz, Colom­bia, 30.12.2019.

In dem Aufruf der oben genan­nten Ver­bände wird auch beklagt, dass in ein­er Zeit, in der die Coro­na-Pan­demie, den tage­spoli­tis­chen Diskurs bes­timmt, ihre Hil­fer­ufe unge­hört bleiben. Es wird auf den katas­trophalen Zus­tand des Gesund­heitssys­tems (Kranken­haus­in­fra­struk­tur, Aus­rüs­tung, Per­son­al, Leis­tungser­bringung) im gesamten Departe­ment Chocó aufmerk­sam gemacht, welch­er die gesamte Bevölkerung, jen­seits der Coro­n­avirus-Pan­demie, in eine Lage ver­set­zt, in der sie ständig der Gefahr von Krankheit­en oder Unfällen schut­z­los aus­geliefert ist. Alle ländlichen Gemein­den, vor allem die indi­ge­nen, sind nach wie vor ständig endemis­chen und epi­demis­chen Krankheit­en (Tuberku­lose, Lun­genentzün­dung, Dengue-Fieber, Malar­ia) aus­ge­set­zt, begleit­et von chro­nis­ch­er Unter­ernährung und einem schwachen Immun­sys­tem.

Wenn die Regierung Wirk­samkeit und Glaub­würdigkeit bei den Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Coro­na-Pan­demie der Pan­demie und zum Schutz des Lebens der Bevölkerung erre­ichen will, kann sie sich nicht auf Quar­an­täneer­lasse beschränken und das Panora­ma des bewaffneten Kon­flik­ts, der ille­galen Wirtschaft, des Elends, der Kor­rup­tion und der man­gel­nden Gesund­heitsver­sorgung ver­nach­läs­si­gen, die im Departe­ment Chocó unzäh­lige Men­schen­leben fordern.

Die genan­nten Organ­is­tio­nen fordern die Regierung dazu auf, wirk­same Maß­nah­men zu ergreifen, die darauf abzie­len, der Bevölkerung von Chocó ein ganzheitlich­es men­schen­würdi­ges Leben zu garantieren. In den Gebi­eten muss die Anerken­nung der indi­ge­nen und afrokolumbian­is­chen Selb­stver­wal­tung unverzüglich wieder­hergestellt wer­den. Gefordert wird die voll­ständi­ge Umset­zung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und den FARC vom Novem­ber 2016, welch­es auch grund­sät­zliche Fra­gen der Indi­ge­nen und Afrokolumbianer*innen umfasst.

Der voll­ständi­ge Wort­laut des Aufrufs (in spanis­ch­er Sprache) ist hier zum Down­load ver­füg­bar.

Wis­senskul­turen und COLPAZ haben eine Brief-Aktion zur Unter­stützung des im Aufruf genan­nten Anliegens ges­tartet. In einem Brief an den kolumbian­is­chen Botschafter in Berlin wird auf den gemein­samen Bericht, der »Diözese Quib­dó«, dem «Großen Gemein­der­at der Inte­gralen Bauern­vere­ini­gung des Atra­to — COCOMACIA«, dem »Indi­ge­nen Kom­mit­tee«, dem »Intereth­nis­chen Sol­i­dar­itäts­fo­rum« , dem »Net­zw­erk der Frauen« und dem »Ter­ri­to­ri­alen Garantiekom­mit­tee des Chocó« ver­wiesen und die kolumbian­is­che Regierung aufge­fordert, endlich ihrer völk­er­rechtlichen Ver­ant­wor­tung zum Schutz der Bevölkerung des Chocó gerecht zu wer­den. Die Aktion wurde von mehreren Grup­pen und Organ­i­sa­tio­nen, die sich in Deutsch­land für Men­schen­rechte in Lateinameri­ka ein­set­zen, unter­stützt, u.a.

Über den oben berichteten Sachver­halt gibt es weit­ere Beiträge:

Internationale Konferenz
»Fragiler Frieden in Kolumbien«
Bonn, 30. November 2019

[ DE ] / [ ES ]

»Wis­senskul­turen« und der Arbeit­skreis »COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en« ver­anstal­ten in Koop­er­a­tion mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Pax Christi und dem Zen­trum für Entwick­lungs­fos­chung der Uni­ver­sität Bonn am 30. Novem­ber 2019 eine ganztägige inter­na­tionale Kon­ferenz zur gegen­wär­ti­gen Sit­u­a­tion in Kolumbi­en.

»Frag­iler Frieden in Kolumbi­en — Zum Stand des Frieden­sprozess­es in Kolumbi­en«
Datum: Sam­stag, den 30. Novem­ber 2019, 09:30 — 17:00 Uhr
Ort: Migrapo­lis – Haus der Vielfalt, Brüder­gasse 16–18, 53111 Bonn

Der 2016 hoff­nungsvoll ges­tartete Frieden­sprozess in Kolumbi­en befind­et sich in ein­er schwieri­gen Phase. Nicht nur, dass eine ganze Rei­he der von der Regierung im Friedensver­trag zuge­sagten Verpflich­tun­gen bis­lang (noch) nicht oder nur unzulänglich erfüllt wur­den, son­dern auch die Tat­sache, dass in die von der FARC-Gueril­la geräumten Gebi­ete andere bewaffnete Grup­pen ein­gesick­ert sind, haben viele Hoff­nun­gen des ver­gan­genen Jahres in Frage gestellt. Gewaltvolle Land­nahme und damit ver­bun­dene Vertrei­bungen gehen trotz des Friedensver­trages weit­er. Mit über 300 ermorde­ten Menschen­rechts­aktivist*innen seit Unter­zeichnung des Friedens­abkom­mens von 2016 ist Kolumbi­en gegen­wär­tig mit Abstand das Land mit den meis­ten Tötungs­de­lik­ten gegenüber Menschenrechtsvertreter*innen weltweit. Und auch die Tat­sache, dass Ende August ein klein­er Teil von bere­its demo­bil­isierten FARC-Kom­bat­tan­ten wieder zu den Waf­fen gegrif­f­en hat, kom­pliziert den Prozess sehr.

Ander­er­seits sind aber auch – trotz aller Block­ierungsver­suche der Geg­n­er des Friedens­abkom­mens — bere­its umfan­gre­iche Aktiv­itäten des vere­in­barten Prozess­es ange­laufen. Aber aus allen ange­laufe­nen Pro­jek­ten wird sig­nal­isiert, wie wichtig die inter­na­tionale Beobach­tung und Unter­stützung ist, wen­ngle­ich noch nicht immer ganz klar ist, wie eine solche Unter­stützung ausse­hen kön­nte.

Die Kon­ferenz will über den gegen­wär­ti­gen Stand des Frieden­sprozess­es in Kolumbi­en informieren, dabei auch die Ver­strick­ung Deutsch­lands in den Kon­flikt erörtern sowie mit den Teilnehmer*innen darüber berat­en, inwieweit und ggf. in welch­er Form wir hier in Deutsch­land einen Beitrag zum Gelin­gen des Frieden­sprozess­es leis­ten kön­nen. Geplant sind Vorträge und zwei Werk­stattge­spräche über zwei The­men­bere­iche:

  1. »Memo­ria His­tor­i­ca«: Der Kampf um die Wahrheit und seine Bedeu­tung für den Frieden­sprozess
  2. Ungle­iche Land­verteilung und Umweltzer­störung: Was ändert der Friedensver­trag?

Referent*innen:

  • Ale­jan­dro Reyes Posa­da (Berater bei den Friedensver­hand­lun­gen zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la): »Angestrebte Lan­drefor­men im Friedens­abkom­men und die Schwierigkeit­en ihrer Umset­zung«
  • Gina Maria Chin­chilla Sal­cedo (Zen­trum für Entwick­lungs­forschung der Uni­ver­sität Bonn): »Die Kon­struk­tion des his­torischen Gedächt­niss­es nach dem Friedensver­trag«
  • Ale­jan­dro Mora Mot­ta (Zen­trum für Entwick­lungs­forschung der Uni­ver­sität Bonn): »Rohstof­faus­beu­tung, Umweltzer­störung und Frieden: Das Beispiel Kohle«.

Die Kon­feren­zsprache ist Deutsch. Die in spanis­ch­er Sprache vor­ge­tra­ge­nen Refer­ate wer­den simul­tan über­set­zt. Um Anmel­dung wird gebeten: colpaz@riseup.net

Down­load des Kon­ferenz-Fly­ers in Deutsch . Infor­ma­ciones en Castel­lano.


Das Mah­n­mal für den Frieden »Frag­men­tos« im Zen­trum von Bogotá von Doris Sal­cedo (Foto: M. Pae­tau)

 

Logo der Stadt Bonn

Ver­anstal­ter: »Wis­senskul­turen e.V.« und der Arbeit­skreis »COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en« mit finanzieller Unter­stützung durch die »Bun­desstadt Bonn« und in Koop­er­a­tion mit der »Friedrich-Ebert-Stiftung«, »Pax-Christi — Kom­mis­sion Sol­i­dar­ität Eine Welt« und dem »Zen­trum für Entwick­lungs­forschung« der Uni­ver­sität Bonn.


Veranstaltungsreihe Kolumbien (VII):
»Kolumbien nach dem Rechtsruck« (22.08.2018)

Vor­trags- und Diskus­sionsver­anstal­tung der Kolumbi­en­gruppe COLPAZ in Koop­er­a­tion mit »Wis­senskul­turen e.V.« und dem  »Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn (IFZ)«. Ref­er­ent: Ulrich Koll­witz, Quib­do, Kolumbi­en.

Datum: Mittwoch, den 22. August 2018, 19:00 — 21:00 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Anderthalb Jahre nach Abschluss des his­torischen Friedensver­trages zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la zieht nun mit Iván Duque ein erk­lärter Geg­n­er des Abkom­mens in den Präsi­den­ten­palast der Haupt­stadt Bogotá ein. Was bedeutet dies für die Men­schen dieses Lan­des, die seit Jahrzehn­ten de fac­to in ein­er Kriegssi­t­u­a­tion gelebt und gelit­ten haben? Zu dieser Frage und zur aktuellen poli­tis­chen Sit­u­a­tion Kolumbi­ens wird die Gruppe “COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en” zusam­men mit dem Vere­in Wis­senskul­turen und dem IFZ-Bonn am Mittwoch, 22. August um 19.00 im Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum (IFZ) Quan­tiusstr. 8 53115 Bonn, eine Ver­anstal­tung durch­führen. Als Ref­er­enten haben wir auch in diesem Jahr Ulrich Koll­witz gewin­nen kön­nen. Ulrich arbeit­et als katholis­ch­er Priester seit über 30 Jahren in der kolumbian­is­chen Men­schen­rechts­be­we­gung und hat für sein Engage­ment das Bun­desver­di­en­stkreuz erhal­ten. Er ist in der Region Chocó aktiv, in der nach wie vor Paramiltärs, Reste der Gueril­l­abe­we­gung und andere ille­gale bewaffnete Grup­pen die Bevölkerung ver­suchen, unter Kon­trolle zu hal­ten und einzuschüchtern. Ulrich wird über die aktuelle Sit­u­a­tion und den Kampf für den Frieden bericht­en.

 

Wer sich im Voraus unser­er Ver­anstal­tung etwas näher über die im Friedensver­trag zwis­chen der Regierung und der Guereil­la aus­ge­han­del­ten Inhalte informieren möchte, kann einen Blick in das bei uns erscheinende “Kolumbian­is­che Tage­buch” wer­fen.

»Dass der Friede uns nicht das Leben koste!«

Mah­nwache für das Leben und den Frieden in Kolumbi­en.

Datum: Dien­stag, den 7. August 2018, 18:00 — 21:00 Uhr
Ort: Dom­plat­te Köln

Die Zahl der Morde an Aktivist*innen seit der Unterze­ich­nung des Friedens­abkom­mens Ende 2016 in Kolumbi­en ist alarmierend und steigt weit­er an. Allein zwis­chen Dezem­ber 2016 und August 2018 wur­den mehr als 300 Bäuer*innen, Ange­hörige indi­gen­er Völk­er, Studierende, Lehrer*innen, Afro- Nach­fahren, sowie Politiker*innen ermordet, weil sie ihre Ter­ri­to­rien, die Umwelt und ihre Rechte vertei­digten, anders dacht­en und sich für den Frieden engagierten. Die bish­er ohne­hin schlep­pende Umset­zung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der FARC-Gueril­la und der schei­den­den Regierung unter Präsi­dent Juan Manuel San­tos läuft Gefahr zu scheit­ern, da der neue Präsi­dent Iván Duque, der am 8. August 2918 sein Amt antritt, als Geg­n­er des Friedens­abkom­mens gilt. Menschenrechtsaktivist*innen befürcht­en, dass die bish­er erziel­ten Fortschritte im Friedens- und Ver­söh­nung­sprozess weit­er gefährdet wer­den. Dies hätte ver­heerende Fol­gen, vor allem für die sozialen Bewe­gun­gen, die zunehmende Krim­i­nal­isierung befürchtet, und für die Land­bevölkerung, die weit­er­hin in vie­len Gegen­den von ihrem Land ver­trieben wird.

Am Dien­stag, den 7. August haben in mehreren Städten Deutsch­lands und der Welt Mah­nwachen stattge­fun­den, in denen die Inter­na­tionale Gemein­schaft, Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen, NGOs, poli­tis­che Parteien und andere Organ­i­sa­tio­nen aufge­fordert wur­den, von der neuen kolumbian­is­chen Regierung unter Präsi­dent Iván Duque die voll­ständi­ge Umset­zung des Friedens­abkom­mens zu ver­lan­gen. Das bedeutet vor allem, die Straflosigkeit zu been­den und anzuerken­nen, dass die Aktivist*innen gezielt bedro­ht sowie ermordet wer­den, und geeignete Maß­nah­men zu ergreifen, die ihre Sicher­heit garantieren. Die von COLPAZ in Koop­er­a­tion mit anderen Kolumbi­en­grup­pen im Rhein­land durchge­führte Aktion fand auf der Köl­ner Dom­plat­te statt.

Abendveranstaltung des Kolumbien Arbeitskreises Bonn (»COLPAZ«)

Gemein­sam mit dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz) ver­anstal­tet der
Kolumbi­en Arbeit­skreis Bonn eine Abend­ver­anstal­tung zum The­ma:

Der kolumbianische Friedensprozess unter
veränderten politischen Randbedingungen

Ref­er­entin: San­dra Lopez, „Red Fem­i­nista y Anti­mil­i­tarista“, Medellin, Kolumbi­en

Mittwoch, 6. Juni 2018, 18 bis 21 Uhr
Ort: Inter­na­tionales Frauen­zen­trum (IFZ), Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Mit dem Ver­trag zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la vom Novem­ber 2016 wurde ein großer Schritt zur Beendi­gung der Gewalt in diesem Land getan. Aber die Berichte über den bish­eri­gen Ver­lauf haben gezeigt, wie zer­brech­lich der Prozess des Frieden­sauf­baus noch ist.  Trotz der starken Wider­stände gegen die Umset­zung des Friedensver­trages lassen sich an vie­len Stellen sehr erfol­gre­iche Pro­jek­te nach­weisen. Eines davon ist die Arbeit des Net­zw­erkes in Medellin, welch­es sich zum Ziel geset­zt hat, mit kün­st­lerischen Mit­teln (v.a. Hip Hop, The­ater) zur Etablierung und zur Fes­ti­gung ein­er Frieden­skul­tur beizu­tra­gen und vor allem dabei das Selb­st­wert­ge­fühl von Frauen und jun­gen Mäd­chen zu stärken. Die Ref­er­entin wird die Aktiv­itäten des Net­zw­erkes vorstellen und über dessen Arbeit in den sozialen Bren­npunk­ten Medellins, in denen immer noch paramil­itärische Kräfte aktiv sind, bericht­en.

Down­load des Pro­gramm-Fly­ers

Wir bit­ten um Anmel­dung an:
vorstand|ät|wissenskulturen|punkt|de
oder
ifzbonn|ät|t‑online|punkt|de

Die Ver­anstal­tung wird gefördert mit Mit­teln des evan­ge­lis­chen Kirch­lichen Entwick­lungs­di­en­stes

Arbeitskreis »COLPAZ — Frieden für Kolumbien«

Am 13. Novem­ber 2017 hat­te sich unser neuer Arbeit­skreis zum Frieden­sprozess in Kolumbi­en gegrün­det. Er wird von Wis­senskul­turen e.V. und dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz) gemein­sam getra­gen.

Der zen­trale Fokus des Arbeit­skreis­es ist der gegen­wär­tig in Kolumbi­en stat­tfind­ende Frieden­sprozess. In den bei­den Ver­anstal­tun­gen mit Ulrich Koll­witz und San­dra Isaza Giral­do vom Okto­ber 2017 war deut­lich gewor­den, wie zer­brech­lich der Frieden­sprozess in Kolumbi­en ist. Dieses Ein­schätzung wird durch neuere Berichte aus Kolumbi­en bestärkt (Vgl.:Kolumbian­is­ches Tage­buch). Damit der Frieden­sprozess nicht scheit­ert, braucht Kolumbi­en unter anderem inter­na­tionale Unter­stützung, und zwar nicht allein durch staatliche und/oder supra-staatliche Insti­tu­tio­nen, wie sie von der UN, den Sig­natar­mächt­en Kuba und Nor­we­gen und anderen Staat­en, wie beispiel­sweise Deutsch­land durch einen Son­der­beauf­tragten und dem Auf­bau eines Friedensin­sti­tutes, geleis­tet wird, son­dern auch durch die Zivilge­sellschaft. In Kolumbi­en selb­st sind die Aktiv­itäten der ver­schiede­nen zivilge­sellschaftlichen Grup­pen und sozialen Bewe­gun­gen ein ganz wichtiger Fak­tor für die Frage, in welche Rich­tung sich die Debat­te um die Gestal­tung des Friedens in Kolumbi­en entwick­eln wird. Mit unseren Aktiv­itäten wollen wir einen Beitrag zum Gelin­gen des Frieden­sprozess­es mit all seinen — nicht uner­he­blichen — gesellschaft­spoli­tis­chen Imp­lika­tio­nen, wie sie im “Acuer­do Final” zwis­chen der Regierung und den FARC vere­in­bart wor­den sind, leis­ten.

Um uns hier ein­brin­gen zu kön­nen und einen Beitrag leis­ten zu kön­nen, wollen wir zunächst ein­mal zwei­gleisig ver­fahren: Zum einen wollen wir inner­halb des Arbeit­skreis­es gemein­sames Wis­sen über das was in Kolumbi­en passiert, gener­ieren (Innen­per­spek­tive). Zum anderen wollen wir geeignete For­mate find­en, mit denen wir uns in den Frieden­sprozess ein­brin­gen kön­nen. Dazu gehört auch die Unter­stützung geeigneter Pro­jek­te, und zwar in Kolumbi­en selb­st aber auch in Deutsch­land (Außen­per­spek­tive). In den bei­den bish­eri­gen Tre­f­fen wurde zu bei­den Punk­ten eine Rei­he von Vorschlä­gen disku­tiert, über die noch nicht abschließend entsch­ieden wurde. Weit­ere Vorschläge wer­den zur Zeit gesam­melt.

Innen- und Außen­per­spek­tive wollen wir in jed­er unser­er Sitzung miteinan­der verbinden. D.h. wir begin­nen die Sitzun­gen des Arbeit­skreis­es mit der Reflex­ion eines bes­timmten The­mas, das mit der gegen­wär­ti­gen Sit­u­a­tion in direk­tem oder indi­rek­tem Zusam­men­hang ste­ht (30 bis 45 Minuten). Hierzu wird jew­eils von einem Arbeistkreis­mit­glied ein kurzes Impul­srefer­at vor­bere­it­et. Eine Liste von poten­ziellen The­men, die sukzes­sive abgear­beit­et wer­den sollen, wurde erstellt. Diese Liste ist aber weit­er­hin offen für neue Vorschläge. Bei unserem zweit­en Tre­f­fen am 28. Novem­ber began­nen wir mit einem kurzen Abriss der Geschichte des Kon­flik­tes (seit 1948). Unser näch­stes Tre­f­fen wird sich mit dem Ansatz der “Friedenslogik” im Zusam­men­hang mit Kon­flik­t­präven­tion und Kon­flik­t­bear­beitung befassen.

Kom­mentare zum kolumbian­is­chen Kon­flikt, zum Frieden­sprozess, zur Gesellschaft, zur Geschichte sowie die Beschrei­bung per­sön­lich­er Ein­drücke find­en sich auch in unserem Kolumbian­is­chen Tage­buch.

Der Arbeit­skreis trifft sich jede Woche
mittwochs um 18:00 Uhr
Ort: IFZ, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Veranstaltungsreihe Kolumbien (III):
Deutsch-Kolumbianische Theaterproduktion:
»Wiedergutmachung — Innehalten um weitergehen zu können.
Eine lebendige Ausstellung« (6.6.2013)

Nach mehr als 50 Jahren Bürg­erkrieg in Kolumbi­en find­en seit eini­gen Monat­en Friedensver­hand­lun­gen statt. Was es heißt, in diesem zer­ris­se­nen Land von Gerechtigkeit und Wiedergut­machung zu sprechen, brin­gen die Kün­stler des the­ater­päd­a­gogis­chen Pro­jek­ts des Zivilen Friedens­di­en­stes (Arbeits­ge­mein­schaft für Entwick­lung­shil­fe e.V. (AGEH)), der “Cor­po­ración Juridi­ca Lib­er­tad” und des Kollek­tivs “Bar­racu­da Carmela” in ein­er mul­ti­me­di­alen Insze­nierung zum Aus­druck. In dem The­ater­stück treten die Kün­stler Inge Kleut­gens, Catali­na Med­i­na und Felipe Ver­gara als “lebende Bilder” in einen Dia­log mit den Werken des kolumbian­is­chen Malers Sanchez Caballero auf. Sie lei­hen den Bildern ihre Kör­p­er und ihre Stim­men. Das Stück ver­mit­telt eine andere Form der Reflex­ion des gegen­wär­ti­gen sozialen und poli­tis­chen Kon­flik­ts in Kolumbi­en. Es wird in spanis­ch­er und deutsch­er Sprache aufge­führt. Spanis­che Texte wer­den ins Deutsche über­set­zt. Details zu der Ver­anstal­tung lassen sich hier im Fly­er. nach­le­sen.

Ver­anstal­ter sind das Inter­na­tionale Frauen­zen­trum Bonn und die terre des hommes Gruppe/Bonn in Koop­er­a­tion mit dem Bon­ner Net­zw­erk für Entwick­lung, dem Ibero-Club Bonn e.V., der Deutschen Gesellschaft für Inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit (GIZ) GmbH, dem Frauen­net­zw­erk für Frieden, dem Lateinameri­ka Zen­trum Bonn, der Infor­ma­tion­sstelle Lateinameri­ka (ILA), der Amnesty Inter­na­tion­al Hochschul­gruppe Bonn und dem Vere­in Wis­senskul­turen e.V. Die The­ater­tournee wird gefördert von: Brot für die Welt, Mis­ere­or und der AGEH.

Zum Down­load:
Fly­er der Ver­anstal­tung in Bonn am 6. Juni 2013