IStGH zwingt Regierung Duque zur Unterstützung der JEP

Am 28. Okto­ber ver­kün­de­te der Chef­an­klä­ger des Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hofs (IStGH) in Den Haag, Karim A. Khan, die Ein­stel­lung der im Jah­re 2004 gegen die dama­li­ge Regie­rung Uri­be auf­ge­nom­me­nen Vor­er­mitt­lun­gen zu den Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in Kolum­bi­en. Die Ein­stel­lung ist aller­dings an eine »nie dage­we­se­ne Gegen­leis­tung« ver­bun­den, wie es der in Göt­tin­gen leh­ren­de und in Bogo­tá als Bera­ter der JEP (Juris­dic­ción para la Paz) täti­ge Völ­kerr­rechts­pro­fes­sor Kai Ambos formulierte.

Die Regie­rung Duque, die bis­her alles getan hat, um den kolum­bia­ni­schen Frie­dens­pro­zess und die Arbeit der JEP zu behin­dern muss­te sich zur Unter­stüt­zung und einer engen Zusam­men­ar­beit mit der JEP ver­pflich­ten. Damit die­se Ver­pflich­tung nicht nur ein Lip­pen­be­kent­niss bleibt, muss­te sich Duque zur Bereit­stel­lung aus­rei­chen­der finan­zi­el­ler Mit­tel bereit erklä­ren sowie zu Sicher­heits­ga­ran­tien. Gleich­zei­tig wur­de her­vor­ge­ho­ben, dass durch den IStGH eine stän­di­ge Über­prü­fung vor­ge­nom­men wird und die Ermitt­lun­gen jeder­zeit wie­der auf­geom­men wer­den kön­nen. »Inso­weit bleibt Kolum­bi­en also wei­ter unter Beob­ach­tung …« (Ambos).

Die JEP selbst reagier­te in einem Kom­mu­ni­qué posi­tiv auf die Ver­ein­ba­rung und erklärt: »La rela­ción de Colom­bia con la Cor­te Penal Inter­na­cio­nal cam­bia a par­tir de este momen­to. Des­de aho­ra, se ten­drá una coope­r­a­ción más efi­caz y expe­di­ta …«. U.a. kann sie nun in einen direk­ten Kon­takt zum IStGH tre­ten und Ver­stö­ße gegen das Frie­dens­ab­kom­men direkt zur Ankla­ge bringen.