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Kolumbien gewinnt den Supercup und ich bin Weltmeister

Ich habe mich ja immer lustig gemacht über die Meldungen der deutschen Boulevard-Presse wie „Wir sind Papst“ oder „Wir sind Weltmeister“, aber nun hier in Kolumbien wurden mir die Augen geöffnet und ich weiß nun, dass die Bild-Zeitung recht hat. Ja, so isses. Die Tatsache, dass James Rodriguez bei Real Madrid mitgespielt hat und mit dieser Mannschaft den Super-Cup geholt hat, ist ein nationales Ereignis. Nicht nur James, nein ganz Kolumbien hat den Supercup gewonnen.

Und ich? Ja, man wahrscheinlich schon was nun kommt. Ich bin tatsächlich Weltmeister. Überall wo ich hinkomme und dann nach einiger Zeit gefragt werde, woher ich komme [hier ist diese Frage ihrem diskriminierenden Charakter, den sie in Schland hat, natürlich völlig entledigt 🙂 ], und ich dann antworte „Alemania“ wird mir eine Hochachtung, ja nahezu eine Bewunderung entgegengebracht, als hätte ich selbst auf dem Rasen des Maracanã gestanden. Am krassesten gestern bei einem Jungen von ungefähr 13 oder 14 Jahren, der mich, als ich ihn über seinen Irrtum, mich für einen US-Amerikaner zu halten, aufgeklärt hatte, mit offenen Munde fast eine Minute anstarrte, als hatte ich persönlich die sieben Tore gegen Brasilien und das gegen Argentinen dazu geschossen.

Es nützt dann auch nichts, wenn ich erwähne, dass ich keineswegs dort mitgespielt habe, nein das ist egal: Ich bin Weltmeister.

Ja, so fühlt man sich hier. Die spinnen die Kolumbianer. Aber ich liebe sie! 🙂