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COLPAZ startet Briefaktion an die kolumbianische Botschaft

Der erschüt­ternde Bericht von Ursu­la Holz­pafel und Ulrich Koll­witz aus Quib­dó, der Haupt­stadt des kolumbian­is­chen Depar­ta­men­tos Chocó, hat uns ver­an­lasst, nicht nur diesen Bericht zu ver­bre­it­en, son­dern auch der kolumbian­is­chen Botschaft in Berlin deut­lich zu machen, dass die Weltöffnetlichkeit sehr genau hin­schaut, was gegen­wär­tig in Kolumbi­en geschieht.

In einem gemein­samen Aufruf von afrokolumbian­is­chen und indi­ge­nen Organ­i­sa­tio­nen, des »Con­se­jo Comu­ni­tario May­or de la Aso­ciación Campesina Inte­gral del Atra­to – COCOMACIA«, dem »Mesa Indí­ge­na del Chocó«, dem »Foro Interét­ni­co Sol­i­dari­dad Chocó«, dem »Red Depar­ta­men­tal de Mujeres Chocoanas« und dem »Mesa Ter­ri­to­r­i­al de Garan­tías Chocó« wird auf die alarmierende Zunahme der Ver­let­zung der indi­vidu­ellen und kollek­tiv­en Rechte der afrokolumbian­is­chen und indi­ge­nen Völk­er des Chocó durch die Ver­schär­fung des bewaffneten Kon­flik­ts im Departe­ment aufmerk­sam gemacht.

Schon seit langem wird das Ein­sick­ern paramil­itärisch­er Ver­bände (ins­beson­der der Autode­fen­sas Gai­tanistas de Colom­bia, AGC) und Grup­pen der ELN-Gueril­la in den Choco beklagt. Ursu­la und Uli hat­ten auf den Ver­anstal­tun­gen, die wir mit Ihnen in den let­zten bei­den Jahren gemacht hat­ten, immer wieder darauf hingewiesen. In den beset­zten Gebi­eten wer­den eigene »Geset­ze« zur Gel­tung gebracht und sie über die ver­fas­sungsmäßig garantierten Rechte der betroff­nen Gemein­den und Grup­pen gestellt. Diese Missstände sind seit langem bekan­nt, wer­den aber von der kolumbian­is­chen Regierung ignori­ert. Zu befürcht­en ist, dass es wieder ein­mal ein klammheim­lich­es Ein­ver­ständ­nis der Regierung mit den paramil­itärischen Kräften, die mit enor­men finanziellen und logis­tis­chen Ressourcen aus­ges­tat­tet sind, gibt. Ihr vorgegebenes Ziel ist es, die verbliebe­nen Gueril­la­grup­pen zu eli­m­inieren. Aber nicht nur darum scheint es zu gehen (vgl. Jus­ti­cia y Paz, Colom­bia, 30.12.2019). Vertrei­bun­gen der Bevölkerung von ihrem Land sind in einem bish­er nicht bekan­ntem Aus­maß an der Tage­sor­d­nung. Ille­gale Berg­bauan­la­gen enste­hen, Regen­wald wird gerodet um Platz für große Plan­ta­gen oder für Gold­mi­nen zu machen. Die Umweltver­schmutzung schre­it­et voran, ins­beson­dere der Flüsse, die die Leben­sad­er dieser Region darstellen. Queck­sil­ber­verseuchung des Wassers bedro­ht die Gesund­heit und das Leben der indi­ge­nen und afrokolumbian­is­chen Bevölkerung, die an den Ufern dieser Flüsse siedeln.

Ursu­la und Uli schreiben, dass selb­st in der Stadt Quib­do, die Haupt­stadt des Depar­ta­men­tos Choco, die Gewalt­grup­pen immer mehr die Kon­trolle über die Wohn­vier­tel aus­dehnen. »Sie sind die Einzi­gen, die kein­er­lei Aus­gangs­beschränkun­gen unter­liegen. Per­so­n­en, die sich dieser Herrschaft wider­set­zen wollen, wer­den eingeschüchtert und bedro­ht. Allein hier in Quib­dó haben wir dieses Jahr bere­its 87 Mord­fälle reg­istri­eren müssen. Es fall­en nach wie vor weit mehr Men­schen den Gewaltver­brechen zum Opfer als dem Coro­n­avirus, der bish­er im gesamten Chocó 70 Ster­be­fälle ver­sur­sacht hat.« (Rund­brief von Ursu­la Holzapfel & Ulrich Koll­witz, Comisión Vida, Jus­ti­cia y Paz, v. 7.7.2020)

Und dies find­et alles in einem Gebi­et statt, welch­es im Friedensver­trag als eines der 16 Ter­ri­to­rien erk­lärt wurde, die beson­ders unter dem Gewaltkon­flikt gelit­ten hat­ten und deshalb ein­er beson­deren Unter­stützung des Staates bedür­fen. Aber diese Art von “Unter­stützung” war sich­er nicht gemeint vgl. Jus­ti­cia y Paz, Colom­bia, 30.12.2019.

In dem Aufruf der oben genan­nten Ver­bände wird auch beklagt, dass in ein­er Zeit, in der die Coro­na-Pan­demie, den tage­spoli­tis­chen Diskurs bes­timmt, ihre Hil­fer­ufe unge­hört bleiben. Es wird auf den katas­trophalen Zus­tand des Gesund­heitssys­tems (Kranken­haus­in­fra­struk­tur, Aus­rüs­tung, Per­son­al, Leis­tungser­bringung) im gesamten Departe­ment Chocó aufmerk­sam gemacht, welch­er die gesamte Bevölkerung, jen­seits der Coro­n­avirus-Pan­demie, in eine Lage ver­set­zt, in der sie ständig der Gefahr von Krankheit­en oder Unfällen schut­z­los aus­geliefert ist. Alle ländlichen Gemein­den, vor allem die indi­ge­nen, sind nach wie vor ständig endemis­chen und epi­demis­chen Krankheit­en (Tuberku­lose, Lun­genentzün­dung, Dengue-Fieber, Malar­ia) aus­ge­set­zt, begleit­et von chro­nis­ch­er Unter­ernährung und einem schwachen Immun­sys­tem.

Wenn die Regierung Wirk­samkeit und Glaub­würdigkeit bei den Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Coro­na-Pan­demie der Pan­demie und zum Schutz des Lebens der Bevölkerung erre­ichen will, kann sie sich nicht auf Quar­an­täneer­lasse beschränken und das Panora­ma des bewaffneten Kon­flik­ts, der ille­galen Wirtschaft, des Elends, der Kor­rup­tion und der man­gel­nden Gesund­heitsver­sorgung ver­nach­läs­si­gen, die im Departe­ment Chocó unzäh­lige Men­schen­leben fordern.

Die genan­nten Organ­is­tio­nen fordern die Regierung dazu auf, wirk­same Maß­nah­men zu ergreifen, die darauf abzie­len, der Bevölkerung von Chocó ein ganzheitlich­es men­schen­würdi­ges Leben zu garantieren. In den Gebi­eten muss die Anerken­nung der indi­ge­nen und afrokolumbian­is­chen Selb­stver­wal­tung unverzüglich wieder­hergestellt wer­den. Gefordert wird die voll­ständi­ge Umset­zung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und den FARC vom Novem­ber 2016, welch­es auch grund­sät­zliche Fra­gen der Indi­ge­nen und Afrokolumbianer*innen umfasst.

Der voll­ständi­ge Wort­laut des Aufrufs (in spanis­ch­er Sprache) ist hier zum Down­load ver­füg­bar.

Wis­senskul­turen und COLPAZ haben eine Brief-Aktion zur Unter­stützung des im Aufruf genan­nten Anliegens ges­tartet. In einem Brief an den kolumbian­is­chen Botschafter in Berlin wird auf den gemein­samen Bericht, der »Diözese Quib­dó«, dem «Großen Gemein­der­at der Inte­gralen Bauern­vere­ini­gung des Atra­to — COCOMACIA«, dem »Indi­ge­nen Kom­mit­tee«, dem »Intereth­nis­chen Sol­i­dar­itäts­fo­rum« , dem »Net­zw­erk der Frauen« und dem »Ter­ri­to­ri­alen Garantiekom­mit­tee des Chocó« ver­wiesen und die kolumbian­is­che Regierung aufge­fordert, endlich ihrer völk­er­rechtlichen Ver­ant­wor­tung zum Schutz der Bevölkerung des Chocó gerecht zu wer­den. Die Aktion wurde von mehreren Grup­pen und Organ­i­sa­tio­nen, die sich in Deutsch­land für Men­schen­rechte in Lateinameri­ka ein­set­zen, unter­stützt, u.a.

Über den oben berichteten Sachver­halt gibt es weit­ere Beiträge:

COVID-19 und die Lage im Choco: Ein Hilferuf.

Der Chocó gehört nicht nur zu den Regio­nen Kolumbi­ens, in denen große Armut und bewaffnete Kon­flik­te den All­t­ag bes­tim­men, son­dern er gehört auch zu den Gebi­eten, die am wenig­sten auf COVID-19 vor­bere­it­et sind. CASA HOGAR ist ein Part­ner­pro­jekt unser­er Arbeits­gruppe COLPAZ und zielt auf die Verbesserung der Leben­sum­stände für die – meist schwarze oder indi­gene – benachteiligte Bevölkerung im kolumbian­is­chen Chocó. Im Mit­telpunkt der Arbeit von CASA HOGAR ste­ht die Öff­nung des Weges zu Bil­dung von jun­gen Frauen und Mäd­chen. Bil­dung wird dabei neben dem Zugang zu Schul­bil­dung auch und ins­beson­dere als eine ganzheitliche Bil­dung zur Per­sön­lichkeit­sen­twick­lung und zum Schaf­fen von Per­spek­tiv­en betra­chtet. CASA HOGAR sieht sich dabei in der Rolle ein­er Begleitung, welche die Ideen und Bedürfnisse der Men­schen vor Ort ver­ste­hen und sie ermuti­gen will, diese zu for­mulieren und in eigene Pro­jek­tvorschläge zu entwick­eln.

Wis­senskul­turen, COLPAZ und CASA HOGAR verbindet die nun schon viele Jahre andauernde Sol­i­dar­ität­sar­beit mit dem CHOCO. Und selb­stver­ständlich erfordert die gegen­wär­tige COVID-19-Krise beson­dere Anstren­gun­gen von all denen, die sich mit Kolumbi­en und im Beson­deren mit dem CHOCO ver­bun­den fühlen. CASA HOGAR ste­ht den „Chocoanos“ in dieser schwieri­gen mit einem beson­deren Sol­i­dar­ität­spro­jekt zur Seite: Ein­er­seits verteilt CASA HOGAR Essenspakete für Fam­i­lien, die auf­grund der lan­desweit­en Aus­gangssperre ihrer Arbeit nicht nachge­hen dür­fen und deswe­gen hungern. Ein Nahrungspaket kostet für eine Fam­i­lie für eine Woche 90.000 Pesos, das sind 25 Euro, und bein­hal­tet Grund­nahrungsmit­tel wie Reis, Lin­sen, Mehl und Öl. Ander­er­seits unter­stützt CASA HOGAR die Bevölkerung bei der medi­zinis­chen Ver­sorgung. Dazu gehört nicht nur die Anschaf­fung von drin­gend nötigem medi­zinis­chen Mate­r­i­al, son­dern ins­beson­dere auch eine per­son­elle Begleitung sowie eine Weit­er­bil­dung des lokalen medi­zinis­chen Per­son­als. Die Gesamtkosten des Pro­gramms betra­gen knapp 50.000 Euro. Um diese Kosten tra­gen zu kön­nen, hat CASA HOGAR einen Spende­naufruf ins Netz gestellt.

»Wis­senskul­turen e.V.« und »COLPAZ – Frieden für Kolumbi­en« unter­stützen den Spende­naufruf von Casa Hog­ar. Über eine weit­ere Ver­bre­itung und Unter­stützung freuen wir uns sehr! Weit­ere Infos über die Arbeit von CASA HOGAR

Veranstaltungsreihe Kolumbien (V): »Chocó — Eine kolumbianische Region im Schatten der Globalisierung« (21.05.2015)

Wenig beachtet von der Öffentlichkeit und den inter­na­tionalen Medi­en find­et im Chocó, ein­er im paz­i­fis­chen Küs­ten­tiefland liegen­den Region Kolumbi­ens, eine Auseinan­der­set­zung um die Autonomie der bäuer­lichen Gemein­den und um die dro­hende Zer­störung der natür­lichen Lebens­grund­la­gen der ansäs­si­gen Bevölkerung statt. Eine Auseinan­der­set­zung, die uns alle ange­ht. Denn: Der tro­pis­che Regen­wald des Chocó ist eine der wasser­re­ich­sten Gegen­den der Welt. Auf 46.500 km² Fläche befind­et sich eine Pflanzen- und Tier­welt, die an Vielfalt und Schön­heit einzi­gar­tig ist. Der Natur­park Katios am Río Atra­to wurde von der UNESCO zum Naturerbe der Men­schheit ernan­nt. Seine Erhal­tung ste­ht exem­plar­isch für den Schutz der Natur in allen Teilen unser­er Erde. Unsere 5. Kolumbi­en-Ver­anstal­tung fand wieder mit wieder Ursu­la Holzapfel und Ulrich Koll­witz von dem “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Dep. Choco, Kolumbi­en, die wir auch schon bei den drei voraus­ge­gan­genen Ver­anstal­tun­gen zu Gast hat­ten. Die Ver­anstal­tung fand am 21. Mai 2015 in der “Alten Kaplanei” der Pfar­rei Sankt Sebas­t­ian in Bonn-Pop­pels­dorf, Ster­nen­burgstraße 27, statt.

Zum Down­load der Ver­anstal­tungsankündi­gung:
Fly­er der Ver­anstal­tung in Bonn am 21. Mai 2015

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (IV): »Kolumbien wehrt sich
gegen Naturzerstörung« (10.10.2013)

Unsere 4. Kolumbi­en-Ver­anstal­tung befasste sich mit den aktuellen Auseinan­der­set­zun­gen des Jahres 2013 in dem südamerikanis­chen Land, vor allem mit dem wach­senden Wider­stand gegen die Umweltzer­störung und den Protesten der Land­bevölkerung gegen ihre zunehmende Ver­ar­mung auf­grund von Bil­ligim­porten und Frei­han­delsabkom­men. Diese Auseinan­der­set­zun­gen haben sich in den let­zten Monat­en auf mehrere Regio­nen Kolumbi­ens aus­gedehnt. Unsere Diskus­sion beyog sich beispiel­haft auf die Region Choco, wo die Gold­mi­ne­naus­beu­tung Boden und Regen­wald zer­stört und damit auch die Lebens­grund­la­gen der Afro- und indi­ge­nen Bevölkerung bedro­ht. Als Ref­er­enten kon­nten wir wieder Ulrich Koll­witz und Ursu­la Holzapfel, von dem “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Dep. Choco, Kolumbi­en, gewin­nen, deren ken­nt­nis­re­iche und detail­lierte Beschrei­bung der Prob­leme uns bere­its bei den bei­den ver­gan­genen Ver­anstal­tun­gen begeis­tert hat. Für ihre Arbeit im Depar­ta­ment Chocó waren bei­de im Jahre 2007 mit dem Bun­desver­di­en­stkreuz aus­geze­ich­net wor­den.

Die Ver­anstal­tung fand in Koop­er­a­tion mit der Infor­ma­tion­sstelle Lateinameri­ka (ILA) und dem Ibero Club Bonn statt. Don­ner­stag, den 10. Okto­ber 2013, 19:00 Uhr; Ort: Kapi­tel­saal der Katholis­chen Hochschul­ge­meinde Bonn/Sankt Remigius, Brüder­gasse 8, Bonn. Lage­plan Sankt Remigius

choco_vorher
choco_nachher

Regen­wald im Choco: vor und nach dem ille­galen Gold­ab­bau

Veranstaltungsreihe Kolumbien (II): »Der Kampf um die
Selbstbehauptung der indigenen und afrokolumbianischen
Bevölkerung im Chocó« (6.6.2012)

Ver­anstal­tung mit Ulrich Koll­witz und Ursu­la Holzapfel, “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Kolumbi­en, die über die Auseinan­der­set­zun­gen um Selb­st­be­haup­tung und Men­schen­rechte im kolumbian­is­chen Depar­ta­men­to Chocó berichteten. (Mittwoch, den 6. Juni 2012, Räu­men des Haus­es Migrapo­lis, Brüder­gasse 16–18 , 53111 Bonn)

Wie bere­its auf unser­er ersten Ver­anstal­tung zu Kolumbi­en im Okto­ber 2010 aus­führlich dargestellt, ist die Sit­u­a­tion im Chocó seit vie­len Jahren durch Zer­störung der Umwelt, zunehmende poli­tis­che Kor­rup­tion sowie ständi­ge Gewalt von Paramil­itärs, reg­ulär­er Armee und Gueril­la gegen die haupt­säch­lich afrokolumbian­is­chen und indi­ge­nen Gemein­schaften geprägt. Die Diözese Quib­dó und die NGO Human Rights Every­where führen seit Jahren Pro­jek­te zur Unter­stützung der Selb­st­be­haup­tung dieser Gemein­schaften auf kollek­tiv­en Landbe­sitz und zur Vertei­di­gung ele­mentar­er Men­schen­rechte durch und ver­fü­gen deshalb über erstk­las­sige Infor­ma­tio­nen über die dor­tige Sit­u­a­tion. Mit unser­er Ver­anstal­tung wollen wir über die Sit­u­a­tion im Chocó informieren und das Engage­ment der Men­schen in diesen Pro­jek­ten unter­stützen. Als Ref­er­enten unser­er Infor­ma­tions- und Sol­i­dar­itätsver­anstal­tung kon­nten wir wieder — wie schon vor anderthalb Jahren — Ulrich Koll­witz, den Vertreter der Diözese, gewin­nen,  die bei­de in lebendi­ger Weise über Land, Men­schen und den Kampf für soziale Gerechtigkeit berichteten.

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (I): »Choco — Der Kampf um die Menschenrechte in Kolumbien« (25.10.2010)

Dieser Vor­trag von Ulrich Koll­witz, “Equipo Misionero Jus­ti­cia y Paz” in Quib­do, Kolumbi­en, war der Auf­takt zu ein­er Rei­he von Ver­anstal­tun­gen zum The­men­schw­er­punkt “Kolumbi­en”, die wir in den fol­gen­den Jahren in los­er Rei­hen­folge durch­führen. Ulrich Koll­witz berichtete über die Sit­u­a­tion der Men­schen­rechte in Kolumbi­en und die Arbeit der Equipo Misionero im kolumbian­is­chen Depar­ta­men­to Chocó. (Mon­tag, den 25. Okto­ber 2010, im Bon­ner Insti­tut für Migra­tions­forschung und Interkul­turelles Ler­nen (BIM) e.V., Thomas-Mann-Str. 1, 53111 Bonn)

Im Depar­ta­men­to Chocó, im kolumbian­is­chen Regen­wald zwis­chen Paz­i­fik- und Atlantik im Nor­den Südamerikas gele­gen, haben Megapro­jek­te der kolumbian­is­chen Regierung und nor­damerikanis­ch­er Inter­es­sen­grup­pen zu mas­siv­en sozialen Auseinan­der­set­zun­gen, begleit­et von Land­vertrei­bung und Ver­ar­mung der ansäs­si­gen afro-kolumbian­is­chen und indi­ge­nen Gemein­schaften geführt. Paramil­itärische Grup­pen, die teil­weise offen von den reg­ulären Stre­itkräften unter­stützt wer­den, und linke Gueril­la­grup­pen liefern sich eine erbit­terte mil­itärische Auseinan­der­set­zung, unter der vor allem die Zivil­bevölkerung zu lei­den hat. Einige Gemein­schaften ver­suchen sich gegen diese Spi­rale der Gewalt zur Wehr zu set­zen. Sie ver­suchen, durch sol­i­darisches Han­deln die sozialen und gesellschaftlichen Bedin­gun­gen für ein selb­st­bes­timmtes Leben in Frieden und Frei­heit zu entwick­eln. In seinem beein­druck­enden Vor­trag, der von vie­len Fotos der Land­schaft und des sozialen Lebens in dieser imponieren­den Region unter­stützt wurde, berichtete Ulrich Koll­witz von diesem Ver­suchen und wie die “Equipo Misionero Vida Jus­ti­cia y Paz” die Gemein­schaften in ihrem Über­leben­skampf zu unter­stützen.

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