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Seminar an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie “Kulturgeschichte des Internet” (Michael Paetau: Sommersemster 2012)

Inter­net soll frei sein” (Bange­mann, M. et al.: Europe and the glob­al infor­ma­tion soci­ety. Rec­om­men­da­tions to the Euro­pean Coun­cil. May 1994)

Die Nutzung des Inter­net und der damit ver­bun­dene Wan­del der gesellschaftlichen Kom­mu­nika­tionsver­hält­nisse verän­dert eine ganze Rei­he von bis­lang oft unhin­ter­fragt akzep­tierten Vorstel­lun­gen über die Welt, von Ver­hal­tensweisen, Wahrnehmungsmustern, Begrif­f­en und sozialen Sinnbezü­gen. Diesen zum Teil sehr ras­an­ten und tief­greifend­en kul­turellen Wand­lung­sprozess wollen wir in dem Sem­i­nar anhand der seman­tis­chen Entwick­lung von Begrif­f­en bzw. Begriff­s­paaren wie Vir­tu­al­ität und Real­ität, Raum und Zeit, Inter­ak­tion und Kom­mu­nika­tion, Erin­nern und Vergessen, Pri­vatheit und Öffentlichkeit, Indi­vid­u­al­ität und Gemein­schaft, Eigen­tum, Frei­heit und anderen mehr beschreiben und in Bezug zu der sich in den let­zten Jahren vol­l­zo­ge­nen und sich weit­er vol­lziehen­den medi­alen Entwick­lung sozi­ol­o­gisch analysieren.

Seminar an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, “Netze des Wissens — Netze der Macht” (Michael Paetau: Wintersemester 2011/2012)

“Ich set­ze voraus, dass in jed­er Gesellschaft die Pro­duk­tion des Diskurs­es zugle­ich kon­trol­liert, selek­tiert, organ­isiert und kanal­isiert wird — und zwar durch gewis­sen Proze­duren, deren Auf­gabe es ist, die Kräfte und die Gefahren des Diskurs­es zu bändi­gen, sein unberechen­bar Ereignishaftes zu ban­nen, seine schw­er und bedrohliche Mate­ri­al­ität zu umge­hen.” (M. Fou­cault: Ord­nung des Diskurs­es)

In dem Sem­i­nar geht es um eine sozi­ol­o­gis­che Analyse der soge­nan­nten »dig­i­tal­en Rev­o­lu­tion« aus ein­er macht­the­o­retis­chen Per­spek­tive. Es wird angeknüpft an die gegen­wär­tig stat­tfind­e­nen Auseinan­der­set­zun­gen um eine neue Wis­sensor­d­nung der Gesellschaft. Fou­cault hat die Wis­sensor­d­nung als einen spez­i­fisch his­torischen Raum für das, was zu wis­sen und zu kom­mu­nizieren möglich ist, beze­ich­net. Diese Räume bee­in­flussen die Art und Weise, in der die gesellschaftlichen Indi­viduen sich als Sub­jek­te for­men. Hier­an anschließend wollen wir uns der Frage zuwen­den, wie und in welch­er Form, durch welche sozialen, tech­nis­chen und sym­bol­is­chen Fak­toren die Erzeu­gung, die Verteilung, die Spe­icherung und der Zugang von Wis­sen bee­in­flusst wird. Dazu wer­den wir uns im ersten Teil der Ver­anstal­tung mit eini­gen sozi­ol­o­gis­chen Konzepten der »Macht« auseinan­der­set­zen und diese dann im zweit­en Teil auf einige Beispiele des sich vor unseren Augen vol­lziehen­den gegen­wär­ti­gen gesellschaftlichen Trans­for­ma­tion­sprozess anzuwen­den ver­suchen.