Schlagwort-Archive: Friedensprozess

Veranstaltungsreihe Kolumbien (VII):
Kolumbien nach dem Rechtsruck (22.08.2018)

Vor­trags- und Diskus­sionsver­anstal­tung der Kolumbi­en­gruppe COLPAZ in Koop­er­a­tion mit »Wis­senskul­turen e.V.« und dem  »Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn (IFZ)«. Ref­er­ent: Ulrich Koll­witz, Quib­do, Kolumbi­en.

Datum: Mittwoch, den 22. August 2018, 19:00 — 21:00 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Anderthalb Jahre nach Abschluss des his­torischen Friedensver­trages zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la zieht nun mit Iván Duque ein erk­lärter Geg­n­er des Abkom­mens in den Präsi­den­ten­palast der Haupt­stadt Bogotá ein. Was bedeutet dies für die Men­schen dieses Lan­des, die seit Jahrzehn­ten de fac­to in ein­er Kriegssi­t­u­a­tion gelebt und gelit­ten haben? Zu dieser Frage und zur aktuellen poli­tis­chen Sit­u­a­tion Kolumbi­ens wird die Gruppe “COLPAZ — Frieden für Kolumbi­en” zusam­men mit dem Vere­in Wis­senskul­turen und dem IFZ-Bonn am Mittwoch, 22. August um 19.00 im Inter­na­tionalen Frauen­zen­trum (IFZ) Quan­tiusstr. 8 53115 Bonn, eine Ver­anstal­tung durch­führen. Als Ref­er­enten haben wir auch in diesem Jahr Ulrich Koll­witz gewin­nen kön­nen. Ulrich arbeit­et als katholis­ch­er Priester seit über 30 Jahren in der kolumbian­is­chen Men­schen­rechts­be­we­gung und hat für sein Engage­ment das Bun­desver­di­en­stkreuz erhal­ten. Er ist in der Region Chocó aktiv, in der nach wie vor Paramiltärs, Reste der Gueril­l­abe­we­gung und andere ille­gale bewaffnete Grup­pen die Bevölkerung ver­suchen, unter Kon­trolle zu hal­ten und einzuschüchtern. Ulrich wird über die aktuelle Sit­u­a­tion und den Kampf für den Frieden bericht­en.

 

Wer sich im Voraus unser­er Ver­anstal­tung etwas näher über die im Friedensver­trag zwis­chen der Regierung und der Guereil­la aus­ge­han­del­ten Inhalte informieren möchte, kann einen Blick in das bei uns erscheinende “Kolumbian­is­che Tage­buch” wer­fen.

»Dass der Friede uns nicht das Leben koste!«

Mah­nwache für das Leben und den Frieden in Kolumbi­en.

Datum: Dien­stag, den 7. August 2018, 18:00 — 21:00 Uhr
Ort: Dom­plat­te Köln

Die Zahl der Morde an Aktivist*innen seit der Unterze­ich­nung des Friedens­abkom­mens Ende 2016 in Kolumbi­en ist alarmierend und steigt weit­er an. Allein zwis­chen Dezem­ber 2016 und August 2018 wur­den mehr als 300 Bäuer*innen, Ange­hörige indi­gen­er Völk­er, Studierende, Lehrer*innen, Afro- Nach­fahren, sowie Politiker*innen ermordet, weil sie ihre Ter­ri­to­rien, die Umwelt und ihre Rechte vertei­digten, anders dacht­en und sich für den Frieden engagierten. Die bish­er ohne­hin schlep­pende Umset­zung des Friedens­abkom­mens zwis­chen der FARC-Gueril­la und der schei­den­den Regierung unter Präsi­dent Juan Manuel San­tos läuft Gefahr zu scheit­ern, da der neue Präsi­dent Iván Duque, der am 8. August 2918 sein Amt antritt, als Geg­n­er des Friedens­abkom­mens gilt. Menschenrechtsaktivist*innen befürcht­en, dass die bish­er erziel­ten Fortschritte im Friedens- und Ver­söh­nung­sprozess weit­er gefährdet wer­den. Dies hätte ver­heerende Fol­gen, vor allem für die sozialen Bewe­gun­gen, die zunehmende Krim­i­nal­isierung befürchtet, und für die Land­bevölkerung, die weit­er­hin in vie­len Gegen­den von ihrem Land ver­trieben wird.

Am Dien­stag, den 7. August haben in mehreren Städten Deutsch­lands und der Welt Mah­nwachen stattge­fun­den, in denen die Inter­na­tionale Gemein­schaft, Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen, NGOs, poli­tis­che Parteien und andere Organ­i­sa­tio­nen aufge­fordert wur­den, von der neuen kolumbian­is­chen Regierung unter Präsi­dent Iván Duque die voll­ständi­ge Umset­zung des Friedens­abkom­mens zu ver­lan­gen. Das bedeutet vor allem, die Straflosigkeit zu been­den und anzuerken­nen, dass die Aktivist*innen gezielt bedro­ht sowie ermordet wer­den, und geeignete Maß­nah­men zu ergreifen, die ihre Sicher­heit garantieren. Die von COLPAZ in Koop­er­a­tion mit anderen Kolumbi­en­grup­pen im Rhein­land durchge­führte Aktion fand auf der Köl­ner Dom­plat­te statt.

Abendveranstaltung des Kolumbien Arbeitskreises Bonn (»COLPAZ«)

Gemein­sam mit dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz) ver­anstal­tet der
Kolumbi­en Arbeit­skreis Bonn eine Abend­ver­anstal­tung zum The­ma:

Der kolumbianische Friedensprozess unter
veränderten politischen Randbedingungen

Ref­er­entin: San­dra Lopez, „Red Fem­i­nista y Anti­mil­i­tarista“, Medellin, Kolumbi­en

Mittwoch, 6. Juni 2018, 18 bis 21 Uhr
Ort: Inter­na­tionales Frauen­zen­trum (IFZ), Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Mit dem Ver­trag zwis­chen der kolumbian­is­chen Regierung und der FARC-Gueril­la vom Novem­ber 2016 wurde ein großer Schritt zur Beendi­gung der Gewalt in diesem Land getan. Aber die Berichte über den bish­eri­gen Ver­lauf haben gezeigt, wie zer­brech­lich der Prozess des Frieden­sauf­baus noch ist.  Trotz der starken Wider­stände gegen die Umset­zung des Friedensver­trages lassen sich an vie­len Stellen sehr erfol­gre­iche Pro­jek­te nach­weisen. Eines davon ist die Arbeit des Net­zw­erkes in Medellin, welch­es sich zum Ziel geset­zt hat, mit kün­st­lerischen Mit­teln (v.a. Hip Hop, The­ater) zur Etablierung und zur Fes­ti­gung ein­er Frieden­skul­tur beizu­tra­gen und vor allem dabei das Selb­st­wert­ge­fühl von Frauen und jun­gen Mäd­chen zu stärken. Die Ref­er­entin wird die Aktiv­itäten des Net­zw­erkes vorstellen und über dessen Arbeit in den sozialen Bren­npunk­ten Medellins, in denen immer noch paramil­itärische Kräfte aktiv sind, bericht­en.

Down­load des Pro­gramm-Fly­ers

Wir bit­ten um Anmel­dung an:
vorstand|ät|wissenskulturen|punkt|de
oder
ifzbonn|ät|t-online|punkt|de

Die Ver­anstal­tung wird gefördert mit Mit­teln des evan­ge­lis­chen Kirch­lichen Entwick­lungs­di­en­stes

Arbeitskreis »COLPAZ — Frieden für Kolumbien«

Am 13. Novem­ber 2017 hat­te sich unser neuer Arbeit­skreis zum Frieden­sprozess in Kolumbi­en gegrün­det. Er wird von Wis­senskul­turen e.V. und dem inter­na­tionalen Frauen­zen­trum Bonn e.V. (ifz) gemein­sam getra­gen.

Der zen­trale Fokus des Arbeit­skreis­es ist der gegen­wär­tig in Kolumbi­en stat­tfind­ende Frieden­sprozess. In den bei­den Ver­anstal­tun­gen mit Ulrich Koll­witz und San­dra Isaza Giral­do vom Okto­ber 2017 war deut­lich gewor­den, wie zer­brech­lich der Frieden­sprozess in Kolumbi­en ist. Dieses Ein­schätzung wird durch neuere Berichte aus Kolumbi­en bestärkt (Vgl.:Kolumbian­is­ches Tage­buch). Damit der Frieden­sprozess nicht scheit­ert, braucht Kolumbi­en unter anderem inter­na­tionale Unter­stützung, und zwar nicht allein durch staatliche und/oder supra-staatliche Insti­tu­tio­nen, wie sie von der UN, den Sig­natar­mächt­en Kuba und Nor­we­gen und anderen Staat­en, wie beispiel­sweise Deutsch­land durch einen Son­der­beauf­tragten und dem Auf­bau eines Friedensin­sti­tutes, geleis­tet wird, son­dern auch durch die Zivilge­sellschaft. In Kolumbi­en selb­st sind die Aktiv­itäten der ver­schiede­nen zivilge­sellschaftlichen Grup­pen und sozialen Bewe­gun­gen ein ganz wichtiger Fak­tor für die Frage, in welche Rich­tung sich die Debat­te um die Gestal­tung des Friedens in Kolumbi­en entwick­eln wird. Mit unseren Aktiv­itäten wollen wir einen Beitrag zum Gelin­gen des Frieden­sprozess­es mit all seinen — nicht uner­he­blichen — gesellschaft­spoli­tis­chen Imp­lika­tio­nen, wie sie im “Acuer­do Final” zwis­chen der Regierung und den FARC vere­in­bart wor­den sind, leis­ten.

Um uns hier ein­brin­gen zu kön­nen und einen Beitrag leis­ten zu kön­nen, wollen wir zunächst ein­mal zwei­gleisig ver­fahren: Zum einen wollen wir inner­halb des Arbeit­skreis­es gemein­sames Wis­sen über das was in Kolumbi­en passiert, gener­ieren (Innen­per­spek­tive). Zum anderen wollen wir geeignete For­mate find­en, mit denen wir uns in den Frieden­sprozess ein­brin­gen kön­nen. Dazu gehört auch die Unter­stützung geeigneter Pro­jek­te, und zwar in Kolumbi­en selb­st aber auch in Deutsch­land (Außen­per­spek­tive). In den bei­den bish­eri­gen Tre­f­fen wurde zu bei­den Punk­ten eine Rei­he von Vorschlä­gen disku­tiert, über die noch nicht abschließend entsch­ieden wurde. Weit­ere Vorschläge wer­den zur Zeit gesam­melt.

Innen- und Außen­per­spek­tive wollen wir in jed­er unser­er Sitzung miteinan­der verbinden. D.h. wir begin­nen die Sitzun­gen des Arbeit­skreis­es mit der Reflex­ion eines bes­timmten The­mas, das mit der gegen­wär­ti­gen Sit­u­a­tion in direk­tem oder indi­rek­tem Zusam­men­hang ste­ht (30 bis 45 Minuten). Hierzu wird jew­eils von einem Arbeistkreis­mit­glied ein kurzes Impul­srefer­at vor­bere­it­et. Eine Liste von poten­ziellen The­men, die sukzes­sive abgear­beit­et wer­den sollen, wurde erstellt. Diese Liste ist aber weit­er­hin offen für neue Vorschläge. Bei unserem zweit­en Tre­f­fen am 28. Novem­ber began­nen wir mit einem kurzen Abriss der Geschichte des Kon­flik­tes (seit 1948). Unser näch­stes Tre­f­fen wird sich mit dem Ansatz der “Friedenslogik” im Zusam­men­hang mit Kon­flik­t­präven­tion und Kon­flik­t­bear­beitung befassen.

Kom­mentare zum kolumbian­is­chen Kon­flikt, zum Frieden­sprozess, zur Gesellschaft, zur Geschichte sowie die Beschrei­bung per­sön­lich­er Ein­drücke find­en sich auch in unserem Kolumbian­is­chen Tage­buch.

Der Arbeit­skreis trifft sich jede Woche
mittwochs um 18:00 Uhr
Ort: IFZ, Quan­tiusstraße 8, 53115 Bonn

Veranstaltungsreihe Kolumbien (III):
Deutsch-Kolumbianische Theaterproduktion:
Wiedergutmachung — Innehalten um weitergehen zu können.
Eine lebendige Ausstellung (6.6.2013)

Nach mehr als 50 Jahren Bürg­erkrieg in Kolumbi­en find­en seit eini­gen Monat­en Friedensver­hand­lun­gen statt. Was es heißt, in diesem zer­ris­se­nen Land von Gerechtigkeit und Wiedergut­machung zu sprechen, brin­gen die Kün­stler des the­ater­päd­a­gogis­chen Pro­jek­ts des Zivilen Friedens­di­en­stes (Arbeits­ge­mein­schaft für Entwick­lung­shil­fe e.V. (AGEH)), der “Cor­po­ración Juridi­ca Lib­er­tad” und des Kollek­tivs “Bar­racu­da Carmela” in ein­er mul­ti­me­di­alen Insze­nierung zum Aus­druck. In dem The­ater­stück treten die Kün­stler Inge Kleut­gens, Catali­na Med­i­na und Felipe Ver­gara als “lebende Bilder” in einen Dia­log mit den Werken des kolumbian­is­chen Malers Sanchez Caballero auf. Sie lei­hen den Bildern ihre Kör­p­er und ihre Stim­men. Das Stück ver­mit­telt eine andere Form der Reflex­ion des gegen­wär­ti­gen sozialen und poli­tis­chen Kon­flik­ts in Kolumbi­en. Es wird in spanis­ch­er und deutsch­er Sprache aufge­führt. Spanis­che Texte wer­den ins Deutsche über­set­zt. Einen kurzen Ein­blick in das Stück find­et man in diesem: Video. Details zu der Ver­anstal­tung lassen sich hier im Fly­er. nach­le­sen.

Ver­anstal­ter sind das Inter­na­tionale Frauen­zen­trum Bonn und die terre des hommes Gruppe/Bonn in Koop­er­a­tion mit dem Bon­ner Net­zw­erk für Entwick­lung, dem Ibero-Club Bonn e.V., der Deutschen Gesellschaft für Inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit (GIZ) GmbH, dem Frauen­net­zw­erk für Frieden, dem Lateinameri­ka Zen­trum Bonn, der Infor­ma­tion­sstelle Lateinameri­ka (ILA), der Amnesty Inter­na­tion­al Hochschul­gruppe Bonn und dem Vere­in Wis­senskul­turen e.V. Die The­ater­tournee wird gefördert von: Brot für die Welt, Mis­ere­or und der AGEH.

Zum Down­load:
Fly­er der Ver­anstal­tung in Bonn am 6. Juni 2013