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Rechtspopulismus und neoliberale Hegemonie

Das Wahlergebnis der gestrigen Bundestagswahl müssen demokratisch gesinnte Menschen in diesem Land erstmal verdauen. Unser Mitglied Gerd Pütz gibt in dem folgenden Beitrag eine Einschätzung über den Zusammenhang der rechtspopulistischen Eintwicklung und der nun schon seit vielen Jahren andauernden ideologischen Hegemonie des Neoliberalismus

Mit dem Finger auf die Gefolgschaft von Pegida & Co. zu zeigen und seinen Ekel vor ihrem
Rassismus zum Ausdruck zu bringen, mag als spontane Handlung des politisch korrekten und moralisch empörten demokratischen Kleinbürgers verständlich sein. Für die Analyse der Ursachen des Aufschwungs der Rechten und die Entwicklung einer wirksamen Gegenstrategie ist die öffentlich demonstrierte und häufig mit Verachtung vorgetragene Empörungsrhetorik eher kontraproduktiv. Wer über die Hegemonie des Neoliberalismus und die Deklassierung ganzer Bevölkerungsgruppen schweigt, soll vom Rechtspopulismus nicht reden. Rechte Demagogie lässt sich nur nachhaltig bekämpfen, wenn der soziale und politische Hintergrund des rechten Protests ausgeleuchtet wird. Die folgenden Thesen greifen einige Aspekte dieses Hintergrunds, der durch die finanzkapitalistische Phase des Kapitalismus geprägt ist, auf und konstruieren den paradoxen Interessenausgleich zwischen neoliberaler Hegemonie und Rechtspopulismus. Weiterlesen