Archiv der Kategorie: Kolumbien

Fachgespräch „Neue Wege in der Bildungsarbeit im
kolumbianischen Friedensprozess“ (19.11.2017)

In Zusammenarbeit mit dem internationalen Frauenzentrum Bonn e.V. (ifz),  dem Lateinamerika-Zentrum e.V. und dem Frauennetzwerk für Frieden e.V.  laden wir anlässlich des Besuchs von Sandra Isaza Giraldo zu einem Fachgespräch über Kolumbien ein. Der Schwerpunkt wird diesmal auf der Rolle der Frauen im Friedensprozess liegen. Die während der Verhandlungen in Havana gebildete Gender-Kommission hat mittlerweile eine eigene Dynamik erzeugt, die dazu beiträgt, dass immer mehr Frauen auf dem Lande – ganz im Sinne des Friedensvertrages – mehr Rechte und stärkere Partizipation und Repräsentation auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen einfordern.

Sandra Isaza Giraldo ist Erziehungswissenschaftlerin und Vorsitzende des Netzwerkes des „Red Feminista Antimilitarista, Medellín“ und bereist gegenwärtig Deutschland, um hier über die Situation in ihrem Heimatland zu berichten. Sie wird insbesondere über den gegenwärtigen Stand des Friedensprozesses und ihre Erfahrungen mit Basisorganisationen, Frauen, Bäuerinnen, Kindern und Jugendlichen berichten.

Datum: Donnerstag, den 19. Oktober 2017 von 11:00 – 13:00 Uhr
Ort: ifz, Quantiusstraße 8, 53115 Bonn.

Download des ausführlichen Einladungsflyers

Für nähere Informationen über die im Friedensvertrag zwischen der Regierung und der Guerilla ausgehandelten Inhalte siehe auf unserer Website das „Kolumbianische Tagebuch“ .

Veranstaltungsreihe Kolumbien (VI):
Der Frieden wird das Land verändern (11.10.2017)

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung von »Wissenskulturen e.V.« und dem  »Internationalen Frauenzentrum Bonn (IFZ)«. Referent: Ulrich Kollwitz, Quibdo, Kolumbien.

Datum: Mittwoch, den 11. Oktober 2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Ort: IFZ-Bonn, Quantiusstraße 8, 53115 Bonn

Mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla sowie der Verleihung des Friedensnobelpreises an Präsident Santos ist Kolumbien in den letzten Monaten stärker in den Fokus der deutschen Medien geraten, als es jahrelang zuvor der Fall war. Doch nach wie vor sind Berichte über Einzelheiten, Hintergründe, Umsetzungsprobleme und -widerstände eher selten.

Mit dem »Acuerdo Final« der Verhandlungen in Havanna ist ein Dokument entstanden, das eine Vision für ein neues Kolumbien enthält, Die Umsetzung dieses über 300 Seiten langen Vertrages würde zum Teil gravierende Veränderungen in nahezu allen Teilen der Gesellschaft bedeuten. Demensprechend groß ist auch der Widerstand bei denjenigen gesellschaftlichen Kräften, die eine Einschränkung oder gar den Verlust ihrer Privilegien befürchten und die eine Veränderung unter allen Umständen vermeiden wollen.

Der Frieden in Kolumbien ist noch keineswegs gesichert. In unserer gemeinsamen Veranstaltung des Vereins »Wissenskulturen e.V.« und dem »Internationalen Frauenzentrum Bonn (IFZ)«, wollen wir einen intensiveren Blick auf den Friedensprozess werfen. Wir wollen sowohl über die Inhalte des Friedensabkommens als auch über die Schwierigkeiten zu seiner Umsetzung berichten und diskutieren. Dabei setzen wir einen regionalen Schwerpunkt auf die Ereignisse in der Pazifikregion Chocó. Mit Ulrich Kollwitz, vom »Equipo Misionero Justicia y Paz« in Quibdo, der für seine über vierzigjährige engagierte Arbeit mit den Betroffenen des Konfliktes 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, begrüßen wir einen Referenten, der aus erster Quelle berichten wird.

Wer sich im Voraus unserer Veranstaltung etwas näher über die im Friedensvertrag zwischen der Regierung und der Guereilla ausgehandelten Inhalte informieren möchte, kann einen Blick in das bei uns erscheinende „Kolumbianische Tagebuch“ werfen.

Veranstaltungsreihe Kolumbien (V): Chocó – Eine kolumbianische Region im Schatten der Globalisierung (21.05.2015)

Wenig beachtet von der Öffentlichkeit und den internationalen Medien findet im Chocó, einer im pazifischen Küstentiefland liegenden Region Kolumbiens, eine Auseinandersetzung um die Autonomie der bäuerlichen Gemeinden und um die drohende Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der ansässigen Bevölkerung statt. Eine Auseinandersetzung, die uns alle angeht. Denn: Der tropische Regenwald des Chocó ist eine der wasserreichsten Gegenden der Welt. Auf 46.500 km² Fläche befindet sich eine Pflanzen- und Tierwelt, die an Vielfalt und Schönheit einzigartig ist. Der Naturpark Katios am Río Atrato wurde von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit ernannt. Seine Erhaltung steht exemplarisch für den Schutz der Natur in allen Teilen unserer Erde. Unsere 5. Kolumbien-Veranstaltung fand wieder mit wieder Ursula Holzapfel und Ulrich Kollwitz von dem „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Dep. Choco, Kolumbien, die wir auch schon bei den drei vorausgegangenen Veranstaltungen zu Gast hatten. Die Veranstaltung fand am 21. Mai 2015 in der „Alten Kaplanei“ der Pfarrei Sankt Sebastian in Bonn-Poppelsdorf, Sternenburgstraße 27, statt.

Zum Download der Veranstaltungsankündigung:
Flyer der Veranstaltung in Bonn am 21. Mai 2015

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (IV): Kolumbien wehrt sich gegen Naturzerstörung (10.10.2013)

Unsere 4. Kolumbien-Veranstaltung befasste sich mit den aktuellen Auseinandersetzungen des Jahres 2013 in dem südamerikanischen Land, vor allem mit dem wachsenden Widerstand gegen die Umweltzerstörung und den Protesten der Landbevölkerung gegen ihre zunehmende Verarmung aufgrund von Billigimporten und Freihandelsabkommen. Diese Auseinandersetzungen haben sich in den letzten Monaten auf mehrere Regionen Kolumbiens ausgedehnt. Unsere Diskussion beyog sich beispielhaft auf die Region Choco, wo die Goldminenausbeutung Boden und Regenwald zerstört und damit auch die Lebensgrundlagen der Afro- und indigenen Bevölkerung bedroht. Als Referenten konnten wir wieder Ulrich Kollwitz und Ursula Holzapfel, von dem „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Dep. Choco, Kolumbien, gewinnen, deren kenntnisreiche und detaillierte Beschreibung der Probleme uns bereits bei den beiden vergangenen Veranstaltungen begeistert hat. Für ihre Arbeit im Departament Chocó waren beide im Jahre 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Informationsstelle Lateinamerika (ILA) und dem Ibero Club Bonn statt. Donnerstag, den 10. Oktober 2013, 19:00 Uhr; Ort: Kapitelsaal der Katholischen Hochschulgemeinde Bonn/Sankt Remigius, Brüdergasse 8, Bonn. Lageplan Sankt Remigius

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Regenwald im Choco: vor und nach dem illegalen Goldabbau

Veranstaltungsreihe Kolumbien (III): Deutsch-Kolumbianische Theaterproduktion: Wiedergutmachung – Innehalten um weitergehen zu können. Eine lebendige Ausstellung (6.6.2013)

Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg in Kolumbien finden seit einigen Monaten Friedensverhandlungen statt. Was es heißt, in diesem zerrissenen Land von Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu sprechen, brachtngen die Künstler des theaterpädagogischen Projekts des Zivilen Friedensdienstes (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH)), der „Corporación Juridica Libertad“ und des Kollektivs „Barracuda Carmela“ in einer multimedialen Inszenierung zum Ausdruck. In dem Theaterstück traten die Künstler Inge Kleutgens, Catalina Medina und Felipe Vergara als „lebende Bilder“ in einen Dialog mit den Werken des kolumbianischen Malers Sanchez Caballero auf. Sie leihten den Bildern ihre Körper und ihre Stimmen. Das Stück vermittelte eine andere Form der Reflexion des gegenwärtigen sozialen und politischen Konflikts in Kolumbien. Es wurde in spanischer und deutscher Sprache aufgeführt. Spanische Texte werden ins Deutsche übersetzt.Einen kurzen Einblick in das Stück findet man in diesem: Video. Details zu der Veranstaltung lassen sich hier im Flyer. nachlesen.

Veranstalter waren das Internationale Frauenzentrum Bonn und die terre des hommes Gruppe/Bonn in Kooperation mit dem Bonner Netzwerk für Entwicklung, dem Ibero-Club Bonn e.V., der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, dem Frauennetzwerk für Frieden, dem Lateinamerika Zentrum Bonn, der Informationsstelle Lateinamerika (ILA), der Amnesty International Hochschulgruppe Bonn und dem Verein Wissenskulturen e.V. Die Theatertournee wurde gefördert von: Brot für die Welt, Misereor und der AGEH.

Zum Download:
Flyer der Veranstaltung in Bonn am 6. Juni 2013

Veranstaltungsreihe Kolumbien (II): Der Kampf um die Selbstbehauptung der indigenen und afrokolumbianischen Bevölkerung im Chocó“ (6.6.2012)

Veranstaltung mit Ulrich Kollwitz und Ursula Holzapfel, „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Kolumbien, die über die Auseinandersetzungen um Selbstbehauptung und Menschenrechte im kolumbianischen Departamento Chocó berichteten. (Mittwoch, den 6. Juni 2012, Räumen des Hauses Migrapolis, Brüdergasse 16-18 , 53111 Bonn)

Wie bereits auf unserer ersten Veranstaltung zu Kolumbien im Oktober 2010 ausführlich dargestellt, ist die Situation im Chocó seit vielen Jahren durch Zerstörung der Umwelt, zunehmende politische Korruption sowie ständige Gewalt von Paramilitärs, regulärer Armee und Guerilla gegen die hauptsächlich afrokolumbianischen und indigenen Gemeinschaften geprägt. Die Diözese Quibdó und die NGO Human Rights Everywhere führen seit Jahren Projekte zur Unterstützung der Selbstbehauptung dieser Gemeinschaften auf kollektiven Landbesitz und zur Verteidigung elementarer Menschenrechte durch und verfügen deshalb über erstklassige Informationen über die dortige Situation. Mit unserer Veranstaltung wollen wir über die Situation im Chocó informieren und das Engagement der Menschen in diesen Projekten unterstützen. Als Referenten unserer Informations- und Solidaritätsveranstaltung konnten wir wieder – wie schon vor anderthalb Jahren – Ulrich Kollwitz, den Vertreter der Diözese, gewinnen,  die beide in lebendiger Weise über Land, Menschen und den Kampf für soziale Gerechtigkeit berichteten.

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (I): „Choco – Der Kampf um die Menschenrechte in Kolumbien“ (25.10.2010)

Dieser Vortrag von Ulrich Kollwitz, „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Kolumbien, war der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen zum Themenschwerpunkt „Kolumbien“, die wir in den folgenden Jahren in loser Reihenfolge durchführen. Ulrich Kollwitz berichtete über die Situation der Menschenrechte in Kolumbien und die Arbeit der Equipo Misionero im kolumbianischen Departamento Chocó. (Montag, den 25. Oktober 2010, im Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V., Thomas-Mann-Str. 1, 53111 Bonn)

Im Departamento Chocó, im kolumbianischen Regenwald zwischen Pazifik- und Atlantik im Norden Südamerikas gelegen, haben Megaprojekte der kolumbianischen Regierung und nordamerikanischer Interessengruppen zu massiven sozialen Auseinandersetzungen, begleitet von Landvertreibung und Verarmung der ansässigen afro-kolumbianischen und indigenen Gemeinschaften geführt. Paramilitärische Gruppen, die teilweise offen von den regulären Streitkräften unterstützt werden, und linke Guerillagruppen liefern sich eine erbitterte militärische Auseinandersetzung, unter der vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden hat. Einige Gemeinschaften versuchen sich gegen diese Spirale der Gewalt zur Wehr zu setzen. Sie versuchen, durch solidarisches Handeln die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und Freiheit zu entwickeln. In seinem beeindruckenden Vortrag, der von vielen Fotos der Landschaft und des sozialen Lebens in dieser imponierenden Region unterstützt wurde, berichtete Ulrich Kollwitz von diesem Versuchen und wie die „Equipo Misionero Vida Justicia y Paz“ die Gemeinschaften in ihrem Überlebenskampf zu unterstützen.

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