Bürgerausschuss fordert ein klares Zeichen des Bonner Stadtrates gegen Hindenburg

„Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur.“ (Paul von Hindenburg)

Der von unserem Verein an den Rat der Bundestadt Bonn gestellte Antrag, dem früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg die ihm während der Naziherrschaft verliehene Ehrenbürgerwürde der Stadt Bonn posthum zu entziehen, wurde am 29.11.2012 erneut im Bürgerausschuss beraten. Leider konnten sich auch diesmal die Bürger der Stadt Bonn nicht an der Debatte beteiligen. Und wieder wurde die Hoffnung enttäuscht, dass die politisch Verantwortlichen dieser Stadt ein deutliches politisches Signal aussenden würden. Aber immerhin wurde mehrheitlich beschlossen, dem Rat der Stadt Bonn die Verabschiedung einer Resolution zu empfehlen, in der die 1933 von den Nazis durchgepeitschte Ernennung Hindenburgs zum Ehrenbürger posthum für null und nichtig erklärt wird. Und dass es hierfür gute Gründe gibt, zeigt nicht nur die Rolle Hindenburgs in der Weimarer Republik (s. unter „Dokumente zum Download“ den Beitrag von M. Paetau), sondern auch die Art und Weise, in der diese Ehrung 1933 zustande gekommen war (s. unter „Dokumente zum Download“ den Beitrag von T. Kaut).

Wir hatten in unserem Antrag gefordert, Hindenburg die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen sowie den Hindenburgplatz in Dottendorf und die Hindenburgallee in Bad-Godesberg umzubennen. In der Begründung unseres Antrags heißt es u.a.: „Der frühere Reichspräsident Hindenburg muss aufgrund der gegenwärtigen wissenschaftli­chen Erkenntnisse als verhängnisvolle Unheilsgestalt der deutschen Geschichte erachtet werden.“ In dem Antrag heißt es weiter: „In einer Situation, in der die demokratische Öffentlichkeit nach Wegen und Mitteln gegen rechtsextremistischen Terror und die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes sucht, ist die Ehrenbürgerschaft für einen Wegbereiter des NS-Regimes, der wie kaum eine andere Person für Demokratiefeindlichkeit und nationale Überheblichkeit steht, ein Affront gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und gegenüber allen Menschen, die sich gegen Rassismus und Neonazis mutig zur Wehr setzen. Mit diesem Antrag möchten wir den guten Namen der ehemaligen Bundeshauptstadt und jetzigen Bundesstadt Bonn als einer weltoffenen und toleranten UN-City, die Menschen aus allen Ländern und Kulturen willkommen heißt, schützen und verteidigen.“

Dokumente zum Download:

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