14th International Conference of Sociocybernetics,
Medellin, Colombia, June 20-24, 2017

Call for Proposals:
The 14th International Conference of Sociocybernetics will be held next year in Medellin, Colombia, at the Universidad Pontificia Bolivariana. The Conference wants to bring  together researchers from different disciplines  to explore the challenges and opportunities related to the complex relationships between societal  innovation and social conflicts. We invite the submission of proposals. Topics may include:

  • Conflict resolution
  • Culture clash and systemic change
  • Cybercultur@ and knowledge communities
  • Innovation systems
  • Innovation vs. Tradition
  • Media, protests and political action
  • New forms of social organization
  • News production, circulation and consumption
  • Privacy, control and surveillance
  • Simulation and computational social science
  • Sustainable Development

Proposal submission:
Abstracts should be sent in English. Please submit an Abstract of 200-300 words together with an extended abstract of 750-1000 words (including references) for review purposes. The former will be published in the RC51 Newsletter, included in the abstracts booklet made available to conference participants and published as part of the conference programme on the RC51 website.

The Abstract only should include information about the author(s): names, affiliations, email addresses and three (3) keywords. Both abstracts should be sent to the Head of the Abstracts Committee José A. AMOZURRUTIA (j.antonio.amoz@gmail.com), with copy to the RC51 Secretary Patricia E. ALMAGUER (endev.research@gmail.com). Selected papers will be published in a special issue of the Journal of Sociocybernetics.

Important Dates:

  • March 13, 2017: Abstract Submission deadline
  • March 31, 2017: Notification of acceptance, with possible request for revisions
  • May 15, 2017: Full paper Submission deadline
  • May 22, 2017: Registration deadline
  • June 20-14, 2017: 14 th International Conference of Sociocybernetics, Medellin, Colombia

International Scientific Committee

  • Patricia E. ALMAGUER / México-España /Chair
  • Saburo AKAHORI / Japan
  • José A. AMOZURRUTIA / México
  • Juan C. BARRÓN / México
  • Eva BUCHINGER / Austria
  • Fabio GIGLIETTO / Italy
  • Margarita MAAS / México
  • Chaime MARCUELLO / España
  • Bernard SCOTT / United Kingdom
  • Toru TAKAHASHI / Japan
  • Michael PAETAU / Germany

Conference Website:
The Details of the Conference can be obtained here!

 

Netzwerk Weltoffen: Europas Entwicklung nach Rechts
und die Auswirkungen auf die Asyl- und Migrationspoltik

Das Bonner Flüchtlingspolitische Netzwerk weltoffen und die Evangelische Migrations-Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA)-Integrationsagentur laden ein zur Diskussion:

Zunehmende Entwicklung nach Rechts
und die Auswirkungen auf die Asyl- und Migrationspolitik

Montag, 5. September 2016, 19 Uhr
MIGRApolis – Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16 – 18, Bonn
Referent: Jörg Kronauer

Es ist noch kein Jahr her, da staunte ganz Europa über den „Sommer des Willkommens“ in Deutschland: Tausende Bürgerinnen und Bürger sahen und sehen sich aufgerufen, die aus den Krisenherden der Welt nach Deutschland Flüchtenden zu unterstützen und ihnen die Teilhabe am Leben in Deutschland zu ermöglichen. Doch zunehmend meldeten sich Gruppierungen mit unverhohlen fremdenfeindlichen, nationalistischen und rassistischen Parolen zu Wort. Auch bei den Parteien im Bundestag mehrten sich die Stimmen derer, die restriktive Maßnahmen gegen die Flüchtlinge fordern. Hinzu kommen die ungeniert im Internet geäußerten Hassparolen, Brandanschläge, Gewaltdelikte und Übergriffe gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte. Das Bundeskriminalamt registrierte bis Anfang August 613 solcher Delikte. Und es ist zu befürchten, dass der flüchtlingsfeindliche Trend im Zuge der bevorstehenden Bundestags- und Landtagswahlen noch zunimmt. Ganz zu schweigen davon, dass die Entwicklung in den Ländern der EU wenig Hoffnung macht.

In der Veranstaltung wollen wir vor allem zwei Punkte ansprechen:

Erstens die Frage der Rechtsentwicklung selbst (hier scheint v.a. die neue, subtile Form des Rechtsradikalismus interessant zu sein, die nicht immer sofort als „rechts“ erkennbar ist, wie z.B. bei den „Identitären“, die Begriffe verwenden, die vielen Leuten auf den ersten Blick ganz und gar unverdächtig erscheinen, aber bei genauem Hinsehen knallharte Apartheitskonzepte zum Ausdruck bringen (z.B. „Ethnopluralismus“). Es ist ja unübersehbar, dass hier mittlerweile ein Ringen um ideologische Hegemonie begonnen hat, sich aber nur sehr unscharf zeigt, wer und wessen Interessen genau dahinter stehen. Welche Rolle spielen (liberale ?) Think-Tanks wie z.B. die Hayek-Gesellschaft? Und warum fallen die Menschen darauf rein, obwohl – wie ein Blick in das Wahlprogramm der AfD rasch zeigen könnte – da eine Politik betrieben werden soll, die den Interessen der Wähler zuwider läuft.

Der zweite Problemkomplex soll sich mit der Frage befassen, was das für die Migrations- und Asylpolitik bedeutet. Es beeinflusst ja zweifellos die Einstellung der Bevölkerung zur Frage von Migration und Asysl, und es beeinflusst ja sogar die Hilfsbereitschaft. In diesem Block soll es um folgende Fragen gehen: Ist Integration unter diesen Vorzeichen noch möglich? Ist Integration überhaupt noch gewollt? Können die nach Deutschland Geflüchteten hier überhaupt noch Sicherheit und Perspektive finden? Wie gehen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit dieser Entwicklung um? Was lässt sich tun, um zu vermeiden, dass sich die schon bestehende Fremdenfeindlichkeit weiter verstärkt und stattdessen das Klima der Offenheit und Aufnahmebereitschaft lebendig gehalten wird? Welche Möglichkeiten gibt es, die Entwicklung nach Rechts zu stoppen?

Third „ISA-Forum of Sociology“ in Vienna, July 10 -14, 2016

Session 11 of Research Committee on Sociocybernetics (RC51):
»Steering of Transitional Justice: The Question of
Civil Societal’s Democracy«

Transitional Justice is a very high complex approach to achieving justice in times of transition from conflict and/or state repression. It needs a strong goal-oriented but also empathetic and flexibel steering process, which has to achieve accountability and redressing victims, transitional justice provides recognition of the rights of victims, promotes civic trust and strengthens the democratic rule of law. But the adequate consideration of the complexity of all existing driving-factors is very difficult and requieres usually a second order observation process by including a variety of social movements of civil society. But this requierement seems to be after all available experiences the weak point of transitional justice. The session will discuss papers which describes practical experiences and scientific analysis of steering processes of transition justice and wants to analyse this weak-point and asking for solutions from a sociocybernetic point of view.


Organiser:

Michael PAETAU, Center for Sociocybernetics Studies, Germany – michael.paetau[ät]sociocybernetics.eu and

Pedro J. ESCRICHE, Universidad de Zaragoza, Spain, pescrich[ät]unizar.es

For more information: https://isaconf.confex.com/isaconf/forum2016/webprogrampreliminary/Symposium305.html

„Hindenburg-Forum“ der Stadt Bonn am 15. Juni 2015

Am 17. April 2012 hatten wir an den Rat der Bundestadt Bonn den Antrag gestellt, dem früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg die ihm während der Naziherrschaft verliehene Ehrenbürgerwürde der Stadt Bonn posthum zu entziehen sowie den Hindenburgplatz in Dottendorf und die Hindenburgallee in Bad-Godesberg umzubennen. In der Begründung unseres Antrags heißt es u.a.: „Der frühere Reichspräsident Hindenburg muss aufgrund der gegenwärtigen wissenschaftli­chen Erkenntnisse als verhängnisvolle Unheilsgestalt der deutschen Geschichte erachtet werden.“ In dem Antrag heißt es weiter: „In einer Situation, in der die demokratische Öffentlichkeit nach Wegen und Mitteln gegen rechtsextremistischen Terror und die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes sucht, ist die Ehrenbürgerschaft für einen Wegbereiter des NS-Regimes, der wie kaum eine andere Person für Demokratiefeindlichkeit und nationale Überheblichkeit steht, ein Affront gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und gegenüber allen Menschen, die sich gegen Rassismus und Neonazis mutig zur Wehr setzen. Mit diesem Antrag möchten wir den guten Namen der ehemaligen Bundeshauptstadt und jetzigen Bundesstadt Bonn als einer weltoffenen und toleranten UN-City, die Menschen aus allen Ländern und Kulturen willkommen heißt, schützen und verteidigen.“

Nachdem der Verein Wissenskulturen bereits am 15. Juni 2013 gemeinsam mit dem NS-Dokumentationszentrum Köln (NS-Dok) eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zu dem umstrittenen Thema veranstaltet hat (s. den Flyer zur Veranstaltungsreihe „Die Auseinandersetzung um Paul von Hindenburg“) hat sich zwei Jahre später auch die Stadt Bonn dazu durchgerungen, „ein öffentliches, pluralistisch besetztes Forum mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und den Antragstellerinnen und Antragstellern der entsprechenden Bürgeranträge“ zu veranstalten, „um einen Beitrag zur Meinungsbildung zu leisten, Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit zur Mitwirkung zu geben und eine abschließende Beratung in Bezirksvertretung und Rat vorzubereiten.“ Dieses Bürgerforum fand statt am


Datum: 11. Juni 2015, 18:00 – 21:00 Uhr
Ort: Elisabeth-Selbert-Gesamtschule, Hindenburgallee 50, 53175 Bonn

Dokumente zum Download:

Veranstaltungsreihe Kolumbien (V): Chocó – Eine kolumbianische Region im Schatten der Globalisierung (21.05.2015)

Wenig beachtet von der Öffentlichkeit und den internationalen Medien findet im Chocó, einer im pazifischen Küstentiefland liegenden Region Kolumbiens, eine Auseinandersetzung um die Autonomie der bäuerlichen Gemeinden und um die drohende Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der ansässigen Bevölkerung statt. Eine Auseinandersetzung, die uns alle angeht. Denn: Der tropische Regenwald des Chocó ist eine der wasserreichsten Gegenden der Welt. Auf 46.500 km² Fläche befindet sich eine Pflanzen- und Tierwelt, die an Vielfalt und Schönheit einzigartig ist. Der Naturpark Katios am Río Atrato wurde von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit ernannt. Seine Erhaltung steht exemplarisch für den Schutz der Natur in allen Teilen unserer Erde. Unsere 5. Kolumbien-Veranstaltung fand wieder mit wieder Ursula Holzapfel und Ulrich Kollwitz von dem „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Dep. Choco, Kolumbien, die wir auch schon bei den drei vorausgegangenen Veranstaltungen zu Gast hatten. Die Veranstaltung fand am 21. Mai 2015 in der „Alten Kaplanei“ der Pfarrei Sankt Sebastian in Bonn-Poppelsdorf, Sternenburgstraße 27, statt.

Zum Download der Veranstaltungsankündigung:
Flyer der Veranstaltung in Bonn am 21. Mai 2015

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (IV): Kolumbien wehrt sich gegen Naturzerstörung (10.10.2013)

Unsere 4. Kolumbien-Veranstaltung befasste sich mit den aktuellen Auseinandersetzungen des Jahres 2013 in dem südamerikanischen Land, vor allem mit dem wachsenden Widerstand gegen die Umweltzerstörung und den Protesten der Landbevölkerung gegen ihre zunehmende Verarmung aufgrund von Billigimporten und Freihandelsabkommen. Diese Auseinandersetzungen haben sich in den letzten Monaten auf mehrere Regionen Kolumbiens ausgedehnt. Unsere Diskussion beyog sich beispielhaft auf die Region Choco, wo die Goldminenausbeutung Boden und Regenwald zerstört und damit auch die Lebensgrundlagen der Afro- und indigenen Bevölkerung bedroht. Als Referenten konnten wir wieder Ulrich Kollwitz und Ursula Holzapfel, von dem „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Dep. Choco, Kolumbien, gewinnen, deren kenntnisreiche und detaillierte Beschreibung der Probleme uns bereits bei den beiden vergangenen Veranstaltungen begeistert hat. Für ihre Arbeit im Departament Chocó waren beide im Jahre 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Informationsstelle Lateinamerika (ILA) und dem Ibero Club Bonn statt. Donnerstag, den 10. Oktober 2013, 19:00 Uhr; Ort: Kapitelsaal der Katholischen Hochschulgemeinde Bonn/Sankt Remigius, Brüdergasse 8, Bonn. Lageplan Sankt Remigius

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Regenwald im Choco: vor und nach dem illegalen Goldabbau

Zur Auseinandersetzung um Paul von Hindenburg: Die Macht des Mythos: „Ehre wem Ehre gebührt“?! (15.6.2013)

Anlässlich der Auseinandersetzung um den früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg als Ehrenbürger und Namenspatron in der Bundesstadt Bonn (s. unten), hatten wir zu zwei Informations- und Diskussionsveranstaltungen eingeladen. Beide Veranstaltungen wurden gemeinsam vom NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und Wissenskulturen e.V., Bonn, durchgeführt. Der Flyer für beide Veranstaltungen liegt hier zum Download bereit. Die Veranstaltungen fand an folgenden Tagen statt:

  • Mittwoch 5. Juni 2013: „Die Macht des Mythos: Paul von Hindenburg in der deutschen Öffentlichkeit“ mit Anna von der Goltz (Georgetown University Washington), um 19:00 Uhr, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (EL-DE-Haus), Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln, und
  • Samstag 15. Juni 2013: „‚Ehre, wem Ehre gebührt‘?! Hindenburg als Namenspatron“, ein Workshop mit Arbeitsgruppen zu drei Themen der Auseinandersetzung, um 14:30 Uhr, MIGRApolis Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn.

Der Vortrag von Anna von der Goltz am 5. Juni 2013 beleuchtete die Selbst- und Fremdzuschreibungen Paul von Hindenburgs in der deutschen Öffentlichkeit 1914-1934. Die Referentin ist Assistant Professor für Deutsche Geschichte an der Georgetown University in Washington. 2008 erhielt sie den Ernst-Fraenkel-Preis für ihre Studie zum Hindenburg-Mythos; 2009 erschien ihr Buch „Hindenburg: Power, Myth, and the Rise of the Nazis“ bei Oxford University Press.

Im Zentrum der Veranstaltung am 15. Juni 2013, stehen drei Themenbereiche, die in Arbeitsgruppen behandelt wurden:

  • AG 1: „Straßenkämpfe“? Praktische Erfahrungen mit lokalen Konflikten um Straßenumbenennun-
    gen. Am Beispiel der Kontroverse um den Hindenburgplatz in Münster. Impulsreferat von Michael Sturm, Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster.
  • AG 2: Der Gefreite Hitler als Testamentsvollstrecker Hindenburgs.
    Impulsreferat von Dr. Arnold Maurer, Lehrer der Bonner Elisabeth-Selbert-Gesamtschule an der
    Hindenburgallee, die eine Schülerinitiative zur Umbenennung der Straße gestartet hatte.
  • AG 3: „Wirkmächtigkeit des Mythos“. Was verbindet Hindenburg, Sarrazin und den NSU?
    Impulsreferat von Dr. Thomas Kaut, Wissenskulturen e.V.
  • Anschließend erfolgte eine Zusammenfassung und Diskussion im Plenum.
    Moderation: Dr. Michael Paetau und Gerd Pütz

Beide Veranstaltungen wurden von der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-DOK der Stadt Köln, dem Ministerium für Familie, Kinder, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen sowie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen ud Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ gefördert.
Zum Download:
Flyer der Veranstaltungsreihe „Die Auseinandersetzung um Paul von Hindenburg“

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Veranstaltungsreihe Kolumbien (III): Deutsch-Kolumbianische Theaterproduktion: Wiedergutmachung – Innehalten um weitergehen zu können. Eine lebendige Ausstellung (6.6.2013)

Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg in Kolumbien finden seit einigen Monaten Friedensverhandlungen statt. Was es heißt, in diesem zerrissenen Land von Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu sprechen, brachtngen die Künstler des theaterpädagogischen Projekts des Zivilen Friedensdienstes (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH)), der „Corporación Juridica Libertad“ und des Kollektivs „Barracuda Carmela“ in einer multimedialen Inszenierung zum Ausdruck. In dem Theaterstück traten die Künstler Inge Kleutgens, Catalina Medina und Felipe Vergara als „lebende Bilder“ in einen Dialog mit den Werken des kolumbianischen Malers Sanchez Caballero auf. Sie leihten den Bildern ihre Körper und ihre Stimmen. Das Stück vermittelte eine andere Form der Reflexion des gegenwärtigen sozialen und politischen Konflikts in Kolumbien. Es wurde in spanischer und deutscher Sprache aufgeführt. Spanische Texte werden ins Deutsche übersetzt.Einen kurzen Einblick in das Stück findet man in diesem: Video. Details zu der Veranstaltung lassen sich hier im Flyer. nachlesen.

Veranstalter waren das Internationale Frauenzentrum Bonn und die terre des hommes Gruppe/Bonn in Kooperation mit dem Bonner Netzwerk für Entwicklung, dem Ibero-Club Bonn e.V., der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, dem Frauennetzwerk für Frieden, dem Lateinamerika Zentrum Bonn, der Informationsstelle Lateinamerika (ILA), der Amnesty International Hochschulgruppe Bonn und dem Verein Wissenskulturen e.V. Die Theatertournee wurde gefördert von: Brot für die Welt, Misereor und der AGEH.

Zum Download:
Flyer der Veranstaltung in Bonn am 6. Juni 2013

Bürgerausschuss fordert ein klares Zeichen des Bonner Stadtrates gegen Hindenburg

„Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur.“ (Paul von Hindenburg)

Der von unserem Verein an den Rat der Bundestadt Bonn gestellte Antrag, dem früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg die ihm während der Naziherrschaft verliehene Ehrenbürgerwürde der Stadt Bonn posthum zu entziehen, wurde am 29.11.2012 erneut im Bürgerausschuss beraten. Leider konnten sich auch diesmal die Bürger der Stadt Bonn nicht an der Debatte beteiligen. Und wieder wurde die Hoffnung enttäuscht, dass die politisch Verantwortlichen dieser Stadt ein deutliches politisches Signal aussenden würden. Aber immerhin wurde mehrheitlich beschlossen, dem Rat der Stadt Bonn die Verabschiedung einer Resolution zu empfehlen, in der die 1933 von den Nazis durchgepeitschte Ernennung Hindenburgs zum Ehrenbürger posthum für null und nichtig erklärt wird. Und dass es hierfür gute Gründe gibt, zeigt nicht nur die Rolle Hindenburgs in der Weimarer Republik (s. unter „Dokumente zum Download“ den Beitrag von M. Paetau), sondern auch die Art und Weise, in der diese Ehrung 1933 zustande gekommen war (s. unter „Dokumente zum Download“ den Beitrag von T. Kaut).

Wir hatten in unserem Antrag gefordert, Hindenburg die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen sowie den Hindenburgplatz in Dottendorf und die Hindenburgallee in Bad-Godesberg umzubennen. In der Begründung unseres Antrags heißt es u.a.: „Der frühere Reichspräsident Hindenburg muss aufgrund der gegenwärtigen wissenschaftli­chen Erkenntnisse als verhängnisvolle Unheilsgestalt der deutschen Geschichte erachtet werden.“ In dem Antrag heißt es weiter: „In einer Situation, in der die demokratische Öffentlichkeit nach Wegen und Mitteln gegen rechtsextremistischen Terror und die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes sucht, ist die Ehrenbürgerschaft für einen Wegbereiter des NS-Regimes, der wie kaum eine andere Person für Demokratiefeindlichkeit und nationale Überheblichkeit steht, ein Affront gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und gegenüber allen Menschen, die sich gegen Rassismus und Neonazis mutig zur Wehr setzen. Mit diesem Antrag möchten wir den guten Namen der ehemaligen Bundeshauptstadt und jetzigen Bundesstadt Bonn als einer weltoffenen und toleranten UN-City, die Menschen aus allen Ländern und Kulturen willkommen heißt, schützen und verteidigen.“

Dokumente zum Download:

Constanza Paetau mit den Rheinlandtaler ausgezeichnet

Über die Verleihung des Rheinlandtalers an unser Mitglied Constanza Ruiz de Paetau haben wir uns sehr gefreut. Mit dem Rheinlandtaler zeichnet der Landschaftsverband Rheinland seit 1975 jedes Jahr Persönlichkeiten aus, die sich in besonderer Weise um die kulturelle Entwicklung des Rheinlandes verdient gemacht haben. 2013 wurde unser Vereinsmitglied Constanza Paetau „für Verdienste um das multinationale Zusammenleben und friedliche Miteinander zwischen einzelnen Völkergruppen auf kulturellem Gebiet im Rheinland“ mit dieser Auszeichnung geehrt. Constanza Paetau war 1999 Gründungsmitglied und langjährige Vorsitzende des Internationalen Frauenzentrums Bonn (IFZ), in dem Frauen aus Europa, Afrika, Amerika und Asien engagiert sind und das sich als Ort interkultureller Begegnung versteht. „Sie helfen den Frauen, sich in der neuen Heimat einzuleben und ermutigen sie, sich zu engagieren und selbst aktiv zu werden“, hob der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Professor Dr. Jürgen Wilhelm in seiner Laudatio hervor.

In Ihrer Dankesrede sagte Constanza Paetau u.a.:

„Wir müssen uns alle für die neue Vielfalt öffnen und dabei Vielfalt nicht nur bezogen auf Ethnizität begreifen, sondern auf neue Lebensformen und Anschauungen. Und wenn wir es gemeinsam schaffen, unsere eigenen Barrieren abzubauen und eine Kultur der Wertschätzung von Unterschiedlichkeit zu etablieren, nur so wird unsere Gesellschaft wirklich toleranter werden und es wird ein „Wir Gefühl“ geschaffen, das von allen Mitglieder der Gesellschaft getragen wird. Ein „Wir-Gefühl“, das heute von Personen mit Migrationshintergrund häufig vermisst wird.“ (Constanza Paetau in ihrer Dankesrede)

Weitere Informationen zur Veranstaltung des Rheinlandtalers 2013:

Veranstaltungsreihe Kolumbien (II): Der Kampf um die Selbstbehauptung der indigenen und afrokolumbianischen Bevölkerung im Chocó“ (6.6.2012)

Veranstaltung mit Ulrich Kollwitz und Ursula Holzapfel, „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Kolumbien, die über die Auseinandersetzungen um Selbstbehauptung und Menschenrechte im kolumbianischen Departamento Chocó berichteten. (Mittwoch, den 6. Juni 2012, Räumen des Hauses Migrapolis, Brüdergasse 16-18 , 53111 Bonn)

Wie bereits auf unserer ersten Veranstaltung zu Kolumbien im Oktober 2010 ausführlich dargestellt, ist die Situation im Chocó seit vielen Jahren durch Zerstörung der Umwelt, zunehmende politische Korruption sowie ständige Gewalt von Paramilitärs, regulärer Armee und Guerilla gegen die hauptsächlich afrokolumbianischen und indigenen Gemeinschaften geprägt. Die Diözese Quibdó und die NGO Human Rights Everywhere führen seit Jahren Projekte zur Unterstützung der Selbstbehauptung dieser Gemeinschaften auf kollektiven Landbesitz und zur Verteidigung elementarer Menschenrechte durch und verfügen deshalb über erstklassige Informationen über die dortige Situation. Mit unserer Veranstaltung wollen wir über die Situation im Chocó informieren und das Engagement der Menschen in diesen Projekten unterstützen. Als Referenten unserer Informations- und Solidaritätsveranstaltung konnten wir wieder – wie schon vor anderthalb Jahren – Ulrich Kollwitz, den Vertreter der Diözese, gewinnen,  die beide in lebendiger Weise über Land, Menschen und den Kampf für soziale Gerechtigkeit berichteten.

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Seminar an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie „Kommunikation – interdisziplinäre Einführung in einen medienwissenschaftlichen Grundbegriff“
(Michael Paetau: Sommersemester 2012)

„Kommunikation wird seit jeher eine wichtige Rolle beigemessen, aber erst im 20. Jahrhundert wird sie eigenständiger Gegenstand wissenschaftlicher Forschung“ (D. Baecker: Kommunikation, 2005)

Das Seminar bietet eine grundständige Einführung in den für die Medienwissenschaft zentralen Begriff der Kommunikation. Dem interdisziplinären Charakter dieses Fachs folgend werden die Sichtweisen verschiedener Wissenschaftsdisziplinen berücksichtigt. Dabei wird autorenorientiert vorgegangen. Neben unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Ansätzen zur Kommunikationstheorie (Simmel, Mead, Goffman, Ungeheuer, Habermas, Luhmann) kommen auch sprachwissenschaftliche (Bühler, Austin, Searle, Grice) und naturwissenschaftliche (Shannon, Stonier, Maturana) Ansätze zu Wort.

Seminar an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie „Kulturgeschichte des Internet“ (Michael Paetau: Sommersemster 2012)

„Internet soll frei sein“ (Bangemann, M. et al.: Europe and the global information society. Recommendations to the European Council. May 1994)

Die Nutzung des Internet und der damit verbundene Wandel der gesellschaftlichen Kommunikationsverhältnisse verändert eine ganze Reihe von bislang oft unhinterfragt akzeptierten Vorstellungen über die Welt, von Verhaltensweisen, Wahrnehmungsmustern, Begriffen und sozialen Sinnbezügen. Diesen zum Teil sehr rasanten und tiefgreifenden kulturellen Wandlungsprozess wollen wir in dem Seminar anhand der semantischen Entwicklung von Begriffen bzw. Begriffspaaren wie Virtualität und Realität, Raum und Zeit, Interaktion und Kommunikation, Erinnern und Vergessen, Privatheit und Öffentlichkeit, Individualität und Gemeinschaft, Eigentum, Freiheit und anderen mehr beschreiben und in Bezug zu der sich in den letzten Jahren vollzogenen und sich weiter vollziehenden medialen Entwicklung soziologisch analysieren.

Arbeitskreis „Wissensallmende und Neue Medien“ (Sommersemester 2012)

„Commons bieten uns die Möglichkeit, die Dinge so beim Namen zu nennen, dass wir nicht blindlings die Fiktionen der alten Ordnung wiederholen.“ (S. Helfrich & D. Bollier: Commons als transformative Kraft, Bielefeld 2012)

Die Diskussion um die Entwicklungschancen der sogenannten „Wissensallmende“ ist eingebettet in die generellere Diskussion um Gemeingüter bzw. die „Commons“. Durch die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft im Jahre 2009 an Elinor Ostrom hat diese Diskussion einen enormen Aufschwung genommen. Im AK »Wissensallmende« befassen wir uns mit der Frage, was ist eine Wissensallmende, wie könnte sie genau aussehen und welche Überlebensmöglichkeit hätte sie in einer Welt, die durch die Hegemonie einer warenproduzierenden, und damit an der Schaffung von Mehrwert orientierten Gesellschaft geprägt ist. Wir beginnen mit einem Ausflug in die Geschichte und fragen: welche Bedeutung hat die Allmende in früheren Epochen des Feudalismus und des aufstrebenden Industriekapitalismus tatsächlich gespielt. Wie könnte die Utopie einer Wissensallmende aussehen? Und in welchem Verhältnis stehen Immaterialgüter (wie z.B. Wissen) und materielle Güter (z.B. Produkte, in denen hochkomplexes Wissen inkorporiert ist)?

Arbeitskreis „Mythos Hindenburg“ (Wintersemester 2011/2012)

„Ich scheide von meinem deutschen Volk in der festen Hoffnung, dass das, was ich im Jahre 1919 ersehnte und was in langsamer Reife zu dem 30. Januar 1933 führte, zu voller Erfüllung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes reifen wird.“ (Testament P.v. Hindenburgs, S. 6 f.) )

In dem Arbeitskreis wird der immer noch zu beobachtende Mythos, der mit der Person Paul von Hindenburg verbunden ist, mit seinen Handlungen und seiner Rolle als aggressiver Militarist im 1. Weltkrieg, bei der Zerstörung der Weimarer Republik und im Rahmen der Machtübertragung an den Nationalsozialismus behandelt. Darüber hinaus fragen wir uns aber auch nach der Wirkmächtigkeit des Mythos Hindenburg und die generelle Funktion derartiger Mythenbildung im Kontext der aktuellen Auseinandersetzungen mit Rechtsextremismus und Rassismus.

Seminar an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, „Mediatisierung von Wissenskulturen“, (Michael Paetau: Wintersemester 2011/2012)

„In jeder historischen Situation entwickeln Gesellschaften besondere soziale Mechanismen, die den Umgang mit ihrem Wissen steuern. Hier wird entschieden welches Wissen bewahrt, welches vergessen oder welches gar vollständig vernichtet wird, und in welcher Weise dies geschieht. In diesem Sinne sind alle Gesellschaften Wissensgesellschaften. Es werden Strukturen aufgebaut, in denen das Wissen produziert, verteilt, angewendet, gespeichert, wiedergefunden und vergessenwird.“ (Wissenskulturen e.V., 2008)

Wissenskulturen sind in den letzten Jahren mehr und mehr zum Gegenstand einer interdisziplinären Forschung geworden. Dabei geht es um die Frage, welche sozialen, technischen und symbolischen Faktoren den Umgang einer Gesellschaft mit ihrem Wissen hinsichtlich seiner Erzeugung, seiner Speicherung, seiner Verteilung und seines Zugangs beeinflussen. Das in diesen vier allgemeinen Dimensionen einer jeden Wissensformation zu identifizierende Kulturelle lässt sich zwar als »handlungsorientierende Sinnkonstruktion« (T. Luckmann) verstehen, gleichwohl ist es weit davon entfernt als etwas Homogenes und als »one true self« (S. Hall) gelten zu können. Im Sinne der »Cultural Studies« und – in deren Folge – der neueren »Subcultural Studies« lassen sich Wissenskulturen eher als differentielle und hybride Syndrome bezeichnen, die einen relevanten Einfluss auf andere gesellschaftliche Bereiche ausüben (z.B. auf die öffentliche Meinung, auf den Zugang zu Bildung, auf die Freiheit der Kunst, auf Geschlechterverhältnisse, rassistische und sexuelle Diskriminierungsphänomene aber auch auf gesellschaftliche Machtverhältnisse) und umgekehrt natürlich auch selbst von diesen beeinflusst werden (z.B. von informations- und kommunikations-technischen Systemen oder von den Rechtsverhältnissen einer Gesellschaft). Dieses Seminar stellt die Frage der Mediatisierung von Wissenskulturen in das Zentrum der Diskussion. Es geht um die Beschreibung und die Analyse des mit dem Einsatz neuer Medien verbundenen Wandels in der Art und Weise, wie die Gesellschaft mit ihrem Wissen umgeht. Dazu werden wir Verschiebungen aufspüren, die sich in – ausgewählten – Bereichen der Wissenskultur feststellen lassen. Dabei soll neben der Berücksichtigung einiger – für die Entwicklungsgeschichte der Medien und der Medientechnik relevanter – historischer Beispiele (z.B. R. Stallman 1985; E. Raymond 1999; L. Lessig 2004) vor allem auf aktuelle Beispiele eingegangen werden. Denkbar sind Themen wie »Social-Media-Technologies«, Fragen des sogenannten »geistigen Eigentums«, die »Post-Privacy-Debatte«, »Vorratsdatenspeicherung«, »WikiLeaks« u.a.m..

Seminar an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, „Netze des Wissens – Netze der Macht“ (Michael Paetau: Wintersemester 2011/2012)

„“Ich setze voraus, dass in jeder Gesellschaft die Produktion des Diskurses zugleich kontrolliert, selektiert, organisiert und kanalisiert wird – und zwar durch gewissen Prozeduren, deren Aufgabe es ist, die Kräfte und die Gefahren des Diskurses zu bändigen, sein unberechenbar Ereignishaftes zu bannen, seine schwer und bedrohliche Materialität zu umgehen.“ (M. Foucault: Ordnung des Diskurses)

In dem Seminar geht es um eine soziologische Analyse der sogenannten »digitalen Revolution« aus einer machttheoretischen Perspektive. Es wird angeknüpft an die gegenwärtig stattfindenen Auseinandersetzungen um eine neue Wissensordnung der Gesellschaft. Foucault hat die Wissensordnung als einen spezifisch historischen Raum für das, was zu wissen und zu kommunizieren möglich ist, bezeichnet. Diese Räume beeinflussen die Art und Weise, in der die gesellschaftlichen Individuen sich als Subjekte formen. Hieran anschließend wollen wir uns der Frage zuwenden, wie und in welcher Form, durch welche sozialen, technischen und symbolischen Faktoren die Erzeugung, die Verteilung, die Speicherung und der Zugang von Wissen beeinflusst wird. Dazu werden wir uns im ersten Teil der Veranstaltung mit einigen soziologischen Konzepten der »Macht« auseinandersetzen und diese dann im zweiten Teil auf einige Beispiele des sich vor unseren Augen vollziehenden gegenwärtigen gesellschaftlichen Transformationsprozess anzuwenden versuchen.

Arbeitskreis „Wissensgeschichte des Liberalismus“ (Sommersemster 2011)

„Es ist schon eigenartig, dass dieselben Leute, die in geschliffenene Worten von politischer Freiheit sprechen und das Recht auf Steuererhebung für ein unveräußerliches Menschenrecht halten, keine Skrupel haben, einen Großteil ihnen ähnlicher Geschöpfe Bedingungen zu unterwerfen, in denen diese nicht nur allen Eigentums, sondern auch fast aller Rechte beraubt sind.“ (John Millar, schottischer Aufklärer 1771)

Der AK »Wissensgeschichte des Liberalismus« des Vereins »Wissenskulturen e.V.« beschäftigt sich mit den philosophischen Grundlagen, der Herausbildung des freien Welthandels und die Entwicklung Englands zur dominanten Weltmacht im 18. Jahrhundert, die Auseinandersetzungen innerhalb des Liberalismus im Zusammenhang mit der amerikanischen Revolution, über Sklavenhandel und Sklavenhaltung in den USA und den europäischen Kolonien sowie über die Leibeigenschaft in Europa selbst. Wir wollen auch die Bedeutung liberalen Denkens in der französischen Revolution und danach untersuchen, die Auswirkungen auf die Unabhängigkeitsbewegung in Südamerika, sowie die Rolle des Liberalismus im Zusammenhang mit der deutschen und italienischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts. Betrachtungen zur zeitweiligen Zurückdrängens liberalen Denkens in der ersten Hälfte des 20. Jahhrunderts und seiner erneuten Durchsetzung in der zweiten Hälfte des 20. Jahhunderts runden das Programm dieses Arbeitskreise ab.

Veranstaltungsreihe Kolumbien (I): „Choco – Der Kampf um die Menschenrechte in Kolumbien“ (25.10.2010)

Dieser Vortrag von Ulrich Kollwitz, „Equipo Misionero Justicia y Paz“ in Quibdo, Kolumbien, war der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen zum Themenschwerpunkt „Kolumbien“, die wir in den folgenden Jahren in loser Reihenfolge durchführen. Ulrich Kollwitz berichtete über die Situation der Menschenrechte in Kolumbien und die Arbeit der Equipo Misionero im kolumbianischen Departamento Chocó. (Montag, den 25. Oktober 2010, im Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V., Thomas-Mann-Str. 1, 53111 Bonn)

Im Departamento Chocó, im kolumbianischen Regenwald zwischen Pazifik- und Atlantik im Norden Südamerikas gelegen, haben Megaprojekte der kolumbianischen Regierung und nordamerikanischer Interessengruppen zu massiven sozialen Auseinandersetzungen, begleitet von Landvertreibung und Verarmung der ansässigen afro-kolumbianischen und indigenen Gemeinschaften geführt. Paramilitärische Gruppen, die teilweise offen von den regulären Streitkräften unterstützt werden, und linke Guerillagruppen liefern sich eine erbitterte militärische Auseinandersetzung, unter der vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden hat. Einige Gemeinschaften versuchen sich gegen diese Spirale der Gewalt zur Wehr zu setzen. Sie versuchen, durch solidarisches Handeln die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und Freiheit zu entwickeln. In seinem beeindruckenden Vortrag, der von vielen Fotos der Landschaft und des sozialen Lebens in dieser imponierenden Region unterstützt wurde, berichtete Ulrich Kollwitz von diesem Versuchen und wie die „Equipo Misionero Vida Justicia y Paz“ die Gemeinschaften in ihrem Überlebenskampf zu unterstützen.

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Arbeitskreis „Am Kreuzweg der Wissensordnung“
(Wintersemester 2010/2011)

„A Spectre is haunting multinational capitalism – the spectre of free information. All the powers of ‚globalism‘ have entered into an unholy alliance to exorzise this spectre (…) Througout the world the movement for free information announces the arrival of a new social structure, born of the transformation of bourgeois industrial society by the digital technology of its own invention.“ (Eben Moglen: The dotCommunist Manifesto 2003)

In dem Arbeitskreis stellen wir uns die Frage: „was ist eigentlich das Revolutionäre“ an der sogenannten „digitalen Revolution“? Wer sind die Subjekte dieser Transformation und was ist ihr Gegenstand? Wir knüpfen an die Beobachtung an, dass die Wissensformation der Gesellschaft sich insofern an einem Kreuzweg befindet, als gegenwärtig Weichenstellungen erfolgen, die darüber entscheiden, ob die Potenziale der Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt werden, um mehr Selbstbestimmung der Individuen und größere Transparenz der anonymen Systeme der Macht herzustellen, oder aber eher umgekehrt eine stärkere Kontrolle der Bürger durch Sammlung und Auswertung der Daten, die sie bei all ihren Handlungen hinterlassen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwieweit der freien gemeinschaftlichen Verfügung zugänglich sein wird, oder aber immer mehr zu einer Ware wird, die proprietären Prinzipien und ökonomischen Kalkülen unterworfen sein wird.

Arbeitskreis „Historischer Wandel von Wissenskulturen am Beispiel von Aufklärung, Romantik und Postmoderne“
(Sommersemester 2010)

„Die Vernunft hat immer existiert, nur nicht immer in der vernünftigen Form.“
(K. Marx, Brief an A. Ruge, 1843)

Am Beispiel des Umbruchs von der Aufklärung zur Romantik wird nachgezeichnet, wie sich Diskurskonstellationen verändern und so letztlich zu einer neuen Wissensordnung führen können. Anhand ausgewählter Literaturstellen wird der Wandel in den Diskursen von Philosophie, Epistemologie, Politik und Kunst herausgearbeitet und in eine Beziehung gesetzt zu den Debastten, wie sie im Diskurs um die sogenannte „Postmoderne“ geführt werden und zu den aktuellen
Veränderungen der gesellschaftlichen Kommunikationsverhältnisse, wie wir sie gegenwärtigen im Zuge der sogenannten „digitalen Revolution“ beobachten.

Arbeitskreis „Emanzipatorische Potenziale der Wissens-
gesellschaft“ (Wintersemester 2009/2010)

„Die Dekonstruktion aller Subjektreferenzen führt uns zur Position eines Beobachters zweiter Ordnung, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, jeweils zu fragen: wer sieht das?, wer sagt das?“ (N. Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft, 1990)

Dem Arbeitskreis „Emanzipatorische Potenziale der Wissensgeselllschaft“ geht es darum, den gegenwärtigen durch die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien ausgelösten oder zumindest beflügelten Transitionsprozess, in dem sich die moderne Gesellschaft befindet, zu verstehen. Wir greifen die vielerorts vertretene These auf, dass die gegenwärtig zu beobachtende Transition in einen gesellschaftlichen Zustand führt, der „Wissensgesellschaft“ bezeichnet werden kann und fragen nach der sozialen Qualiät eines solchen Transitionsprozesses gemessen an einer emanzipatorischen Entwicklung.

Arbeitskreis „Wissenskulturen und Geschlechter-
verhältnisse“ (Sommersemster 2009)

„Der springende Punkt ist nicht, neue Geschlechternormen vorzuschreiben, so als ob man die Verpflichtung hätte, ein Maß, einen Maßstab oder eine Norm für die Beurteilung konkurrierender Genderdarstellungen zu liefern.“ (J. Butler: Die Macht der Geschlechternormen, 2009, S. 56)

Der AK „Wissenskulturen und Geschlechterverhältnisse“ setzt sich mit hegemonialen und kritischen Konzepten von Geschlechterverhältnissen in unterschiedlichen Epochen und Wissenskulturen auseinander. Diese werden in ein Verhältnis gesetzt zu der heutigen Diskussion um ein nicht-identitäres und post-koloniales Verständnis von Gender, in der sowohl die diskursive Konstruktion von Geschlecht in den Vordergrund gehoben wird als auch ihre intersektionale Konstituierung (Gender – Class – Race) zum Tragen kommt.